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Kontrollmöglichkeiten bei Schädlingsbefall

Die Methoden zur Schadschwellenermittlung reichen von der Klopfprobe bis zu biotechnischen Raffinessen. In jedem Fall wichtig: Kontrollen müssen frühzeitig und regelmäßig erfolgen.

Gelbschale im Feld
henryn / Fotolia.com

Sind es nur einzelne Wanderer oder steht eine Invasion von Vielfraßen ins Haus? Um herauszufinden, in welcher Größenordnung Schaderreger in einer Obstanlage vorkommen, können Anbauer auf verschiedene Kontrollmöglichkeiten zurückgreifen, die ebenso simpel wie effektiv sind. Bei der Klopfprobe beispielsweise wird mit einem gepolsterten Stab einmal kräftig gegen einen Ast geschlagen und alles herunterfallende Getier in einem genormten rechteckigen Trichter aufgefangen. Diesen Vorgang wiederholt man bei einer Fläche von einem Hektar an hundert verschiedenen, über die ganze Anlage verstreuten Stellen – das Fitnesstraining ist damit gleich miterledigt – und lässt die Ausbeute von einem Fachmann genau unter die Lupe nehmen, um die Anzahl etwaiger Schädlinge zu erfassen. Die ermittelten Zahlen werden schließlich mit den wirtschaftlichen Schadschwellenwerten für die betroffene Kultur und den jeweiligen Schädling verglichen und bilden die Grundlage für oder gegen die Entscheidung, Bekämpfungsmaßnahmen einzuleiten. Praktischer Zusatznutzen: Auch die Nützlingsdichte wird erfasst, was Einblicke in das ökologische Gleichgewicht der Anlage erlaubt.

Potenzielle Übeltäter im Auge behalten

Unverzichtbar in jedem Bestand ist natürlich die visuelle Kontrolle, bei der nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Blätter, Blüten oder Früchte auf unliebsame Krabbler oder Schadsymptome im Wortsinne unter die Lupe genommen werden. Auch hier werden die Zahlen anschließend mit der wirtschaftlichen Schadschwelle je Kultur und Erreger verglichen. Bei Spannerraupen beispielsweise wird zur Vorblüte kontrolliert, die Schadschwelle ist bei fünf bis acht Raupen je hundert Blütenbüscheln erreicht. Prinzipiell liegt die Zahl der zu nehmenden Stichproben umso höher, je niedriger der Befallsdruck ist – aber angesichts der positiven Tendenz gehen die zusätzlichen Kontrollen mit Sicherheit gleich viel leichter von der Hand.

Wenn Lust in Frust umschlägt

Wie meinen? Es wäre doch besonders praktisch, wenn sich die zu erfassenden Insekten ordentlich an einem festgelegten Zählpunkt einfinden würden? Wenn es weiter nichts ist, dieser Wunsch lässt sich erfüllen. Zwar werden sich die Übeltäter nicht gerade in Reih und Glied aufstellen oder sich in ein Register eintragen, zählen muss man schon noch selbst. Aber der Zählvorgang selbst lässt sich durch Hilfsmittel wesentlich vereinfachen, etwa durch beleimte Farbtafeln, von denen sich manche Arten magisch angezogen fühlen, oder durch Pheromonfallen, die beispielsweise liebestolle Apfelwickler-Männchen zwingen, eine dauerhafte Bindung einzugehen. Die in Pheromonfallen verwendeten Lockstoffe bieten sich darüber hinaus dazu an, gezielt Verwirrung unter den auf Freiersfüßen wandelnden Insekten zu schaffen: Je mehr Duftspender in einer Obstanlage verteilt werden, desto intensiver wird die Duftwolke, die zwischen den Gehölzen schwebt – und umso größer ist der Frust der Männchen, die die echten Lockstoffe einzelner Weibchen dazwischen kaum noch wahrnehmen können. Kein Sex, keine Larven, kein großes Fressen, die Party fällt aus – jedenfalls die des Apfelwicklers.

Mascha Schacht, Frankfurt am Main |

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