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Schädlingsbefall an Obst kontrollieren

Beim Aufspüren potenzieller Schädlinge können Hobbygärtner auf Methoden der Profis zurückgreifen, wie zum Beispiel die Klopfprobe, Leimtafeln oder Lockstofffallen.

Frau mit Brille am Baumast
iStock.com / Tuned In

Es ist einfach gemein: Da hat man seine Apfelbäumchen gehegt und gepflegt und sich über den reichen Behang gefreut, und dann blickt man beim Pflücken bei jeder zweiten Frucht auf ein eindrucksvolles Fraßloch mit unappetitlichen Kotkrümeln – ein Apfelwickler war am Werk. Dabei sind die meisten Gärtner spendable und tolerante Menschen, die auch tierischen Obstliebhabern den einen oder anderen Apfel gönnen – solange es im Rahmen bleibt. Um zu verhindern, dass der Schaderregerbefall überhandnimmt, lohnen sich regelmäßige Kontrollen. Wer beim Gartenspaziergang Blätter, Blüten und Früchte unter die Lupe nimmt, erkennt negative Tendenzen frühzeitig und kann dann durch gezielte Gegenmaßnahmen Schlimmeres verhindern.

Klopf, klopf: Jemand zuhause?

Beim Aufspüren potenzieller Schädlinge können Hobbygärtner praktischerweise auf Methoden aus dem Profi-Anbau zurückgreifen. Bei der Klopfprobe beispielsweise wird mit einem gepolsterten Stab einmal kräftig gegen einen Ast geschlagen und alles herunterfallende Getier in einem Trichter aufgefangen. Auf diese Weise werden auch versteckt sitzende Schädlinge enttarnt und anhand ihrer Zahl kann entschieden werden, ob eine Bekämpfung notwendig ist oder nicht. Praktischer Zusatznutzen: Auch die Nützlingsdichte wird erfasst, was Einblicke in das ökologische Gleichgewicht des Gartens erlaubt.

Wenn Lust in Frust umschlägt

Besonders praktisch sind umweltfreundliche Hilfsmittel, die sowohl zum Zählen als auch zum Fangen tierischer Schaderreger eingesetzt werden können: Manche Arten fühlen sich zum Beispiel von beleimten Farbtafeln geradezu magisch angezogen, sogenannte Pheromonfallen wiederum zwingen beispielsweise liebestolle Apfelwickler-Männchen, eine dauerhafte Bindung einzugehen. Die in den Pheromonfallen verwendeten Lockstoffe bieten sich darüber hinaus dazu an, gezielt Verwirrung unter den auf Freiersfüßen wandelnden Insekten zu schaffen: Je mehr Duftspender im Obstgarten verteilt werden, desto intensiver wird die Duftwolke, die zwischen den Gehölzen schwebt – und umso größer ist der Frust der Männchen, die die echten Lockstoffe einzelner Weibchen dazwischen kaum noch wahrnehmen können. Kein Sex, keine Larven, kein großes Fressen, die Party fällt aus – jedenfalls die des Apfelwicklers. Um in seinem Fall auf Nummer sicher zu gehen, können Sie zudem einfach selbstzubastelnde Gürtel aus Wellpappe um die Baumstämme herum anbringen: Die Maden des Apfelwicklers verstecken sich gerne darunter und lassen sich dann zusammen mit der Pappe leicht entfernen – Gefahr gebannt, ganz ohne Giftspritze.

Mascha Schacht, Frankfurt am Main |

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