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Die Bodenuntersuchung

Wie viele und welche Nährstoffe nach einigen Jahren noch im Boden vorhanden sind, lässt sich am genauesten mit einer Bodenuntersuchung ermitteln. Diese intensive Beschäftigung lohnt sich!

Bodenprobe
iStock.com / Bart

Bevor Sie Ihren Garten in die Winterruhe entlassen, sollten Sie sich einmal intensiver mit dem Gartenboden beschäftigen. Eine Bodenuntersuchung sollte man etwa alle 3-4 Jahre durchführen. Sie lohnt sich auf jeden Fall, denn nicht nur eine Unter-, sondern auch eine Überversorgung kommt häufig vor – gerade in den oftmals gut mit Kompost versorgten Nutzgärten. Auf diese Weise kann man die Kosten für die Untersuchung durch den gesparten Düngereinkauf wieder wettmachen.

Die landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalten (LUFA) bieten gegen eine geringe Gebühr eine Analyse der Bodenproben an. Wichtig ist, dass die Nutzungsbereiche - zum Beispiel Gemüse, Rasen oder Obst - getrennt beprobt werden. Mit dem Spaten wird ein Stück Boden herausgehoben und an der geraden Schnittfläche mit dem Löffel gleichmäßig Erde von unten nach oben abgenommen.

Von einer Fläche sammelt und mischt man etwa 10-15 Einzelproben. Von dieser Mischung sollten rund 400 g Boden im Plastikbeutel an die LUFA geschickt werden. Dort wird der Boden im Labor auf die Haupt- und Spurenelemente sowie den pH-Wert und den Salzgehalt getestet. Eine zusätzliche Düngeempfehlung kann man ebenfalls für einen geringen Betrag erstellen lassen.

Kalk – der Bodendünger

Kalk (Calcium) ist für den Boden sehr wichtig, denn er reguliert den pH-Wert, verbessert die Verfügbarkeit der Nährstoffe und fördert das Bodenleben. Kalkmangel führt zu einer Versauerung des Bodens und verschlechtert dessen Struktur. Auch die Kalkdüngung sollte nur nach genauer Messung des pH-Wertes erfolgen. Dieser Wert gibt Auskunft über den Säuregehalt: Je niedriger er ist, desto saurer ist der Boden. Im Gartenfachhandel oder auch in Apotheken gibt es spezielle Teststreifen zum Ermitteln des pH-Wertes. Die meisten Gemüsepflanzen bevorzugen einen schwachsauren bis neutralen pH-Wert, das heißt von etwa 5,5 bis 7. Vorsicht ist bei Beerenobst und Kartoffeln geboten: Sie bevorzugen ein eher saures Milieu.

Ist der pH-Wert zu niedrig, lässt er sich mit einer Kalkgabe erhöhen. Kalkdünger liegen in verschiedenen Formen wie Branntkalk, Löschkalk, Mischkalk, Kohlensaurer Kalk oder Hüttenkalk vor. Eine Auswahl der verschiedenen Dünger und ihrer Wirkungsweise hat die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen zusammengestellt. Der Herbst ist die günstigste Zeit für die Kalkdüngung, denn Kalk sollte nicht zusammen mit Stickstoffdüngern, die am sinnvollsten im Frühjahr zum Einsatz kommen, gegeben werden. Die Düngung erfolgt bei trockenem Wetter. Es empfiehlt sich, den Kalk leicht einzuarbeiten.

Bodenbearbeitung

Frei werdende Flächen schwerer Böden, die im Herbst nicht mehr bepflanzt werden, kann man mit dem Spaten umgraben. Die Erde sollte in großen Schollen liegen bleiben, damit der Frost gut eindringen kann. Deshalb ist auch auf eine Feinzerkleinerung zum Beispiel durch Harken zu verzichten. Durch die großen Schollen kann der Niederschlag in den Boden eindringen. Dort „sprengt“ das Wasser bei Frost die groben Erdklumpen auf - ein Vorgang, der auch als "Frostgare" bezeichnet wird. Im Frühjahr erleichtert dies die Bodenbearbeitung und ermöglicht den Wurzeln der Pflanzen ein einfacheres Eindringen. Bei leichten Böden reicht oftmals ein Lockern des Bodens mit Hilfe einer Grabegabel oder das tiefe Durchziehen mit einem Sauzahn aus.

Jörg Planer, Meckenheim |

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