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Die Keimlingszucht

Auf Ihre hauseigene Vitamin- und Ballaststoffversorgung müssen Sie im Winter nicht verzichten. Denn mit der Zucht von Keimlingen können Sie sich Ihren Garten über Winter ins Haus holen.

Kressesprossen in Nahaufnahme
Petra Schüller / Fotolia.com

Zarte frische Keimlinge stellen eine schmackhafte und wertvolle Ergänzung zur winterlichen Gemüseversorgung dar, da sie gegenüber den Samen mehr Vitamine und Ballaststoffe enthalten. Die Zucht von Keimlingen ist einfach und preiswert und lässt sich problemlos in Einmachgläsern oder Schalen bewerkstelligen.

Auf die richtige Dosis kommt es an

Mit der richtigen Dosis an Licht, Wärme, Luft und Feuchtigkeit kann eigentlich nichts schief gehen. Bevor Sie beginnen, sollten Sie Samen und Keimbehälter gründlich waschen und zerbrochene oder verfärbte Samen aussortieren. Über Nacht werden die Samen dann in lauwarmem Wasser vorgequollen. Die Quellzeit richtet sich nach Härte und Dicke der Samenschale. Am besten keimen die Samen im Dunkeln. Sobald die ersten Keimlinge zu sehen sind, sollten sie an einen hellen Ort gestellt werden. Dies erhöht den Gehalt an wertvollen Inhaltstoffen und senkt den Nitratgehalt.

Halten Sie Samen und Keimlinge über den gesamten Keimungsprozess hinweg stets feucht – jedoch nie nass. Wichtig ist außerdem, dass die Keimlinge zweimal täglich - Kichererbsen und Sojabohnen sogar 3- bis 4-mal - mit Wasser gespült werden. Dadurch entweicht das bei der Keimung entstehende Kohlendioxid und die Keimlinge werden mit frischem Wasser und Sauerstoff versorgt. Die optimale Keimtemperatur liegt zwischen 18 und 22 °C. Bei günstigen Wachstumsbedingungen können Sie die ersten Keimlinge schon nach 2-3 Tagen ernten (z. B. Getreide, Linsen). Etwas länger dauert es zum Beispiel bei Luzerne, Mungbohnen (ca. fünf Tage) oder Kresse (acht Tage).

Für die Keimlingszucht bieten sich grundsätzlich die Samen aller Pflanzenarten an, deren Blätter, Stängel oder Früchte essbar sind (siehe Tabelle). Ungeeignet sind jedoch die Samen von Nachschattengewächsen wie Kartoffeln und Tomaten sowie die Samen der Gartenbohnen wegen der in ihnen enthaltenen Giftstoffe.

Für die Keimlingszucht geeignete Pflanzenarten:

Getreide: Weizen, Roggen, Hafer, Gerste, Reis, Hirse, Mais

Hülsenfrüchte: Sojabohne, Mungbohne, Linsen, Kichererbsen, Erbsen, Luzerne, Bockshornklee*

Sonstige: Rettich, Senf, Gartenkresse, Buchweizen, Lein, Sonnenblumen, Sesam

* Vor Oktober 2011 gekaufte Bockhornkleesamen sollten im Hinblick auf die EHEC-Fälle vom Sommer 2011 vorsichtshalber nicht angezüchtet werden. Sie sollten zu durchgegarten Gerichten verarbeitet oder über den Hausmüll entsorgt werden.

 

Gefäße für die Zucht gibt es in jedem Haushalt

Technisch bieten sich für die Keimlingszucht verschiedene Methoden an. Besonders einfach und preiswert geht es mit einem Einmachglas, etwas Kunststoffgaze und einem Gummi. Die Gaze und das Gummi benötigt man, um das Glas zu verschließen. Nach jedem Wässern wird das Glas etwas schräg mit der Öffnung nach unten aufgestellt, so dass das Wasser ablaufen und Luft einströmen kann.

Grüne Keimlinge wie die von Kresse, Luzerne oder Senf entwickeln sich in flachen Gefäßen besser. Für die Zucht solcher Keimlinge eignet sich eine mit feuchtem Mull belegte flache Schale, auf der man die Samen gleichmäßig verteilt. Um die Samen vor dem Austrocknen zu schützen, bespritzen Sie diese hin und wieder mit Wasser.

Sollten Sie über das Experimentierstadium hinaus Freude an der Keimlingszucht gefunden haben, lohnt sich die Investition in spezielle Keimgefäße. Hier gibt es im Handel verschiedene Modelle, mit denen man zum Teil mehrere Keimlingsarten gleichzeitig keimen lassen kann.

Jörg Planer, Meckenheim |

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