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Die Nummer 1 - Der Boxenlaufstall

Liegeboxenlaufställe in verschiedenen Abwandlungen gehören zu den häufigsten Stallbautypen in der modernen Milchviehhaltung. Was genau macht sie so beliebt?

Boxenlaufstall von oben
E. Roesicke

Ein großer Vorteil Boxenlaufställen ist die klare Trennung in die Funktionsbereiche Fressen, Liegen und Melken. Innerhalb dieser Bereiche können sich die Kühe frei bewegen und ihrem Sozial- und Komfortverhalten nachgehen. Die Laufgänge sind in der Regel planbefestigt oder mit Spaltenböden ausgelegt. Planbefestigte Bereiche werden mit einem automatischen Faltschieber sauber gehalten. Das wirkt sich positiv auf die Klauengesundheit aus, da die Kühe nicht durchgehend im eigenen Kot und Urin stehen müssen. Auch aus ökonomischer Sicht ist ein Boxenlaufstall günstig, da vor allem die kompakte Anordnung der Liegeboxen den Platzbedarf senkt und so Kosten spart. Hinzu kommt ein verhältnismäßig geringer Arbeitsaufwand durch die größtenteils automatische Reinigung der Flächen und den geringen Strohbedarf der Boxen.

Komfort kostet Geld

Auch wenn ein Boxenlaufstall grundsätzlich dem Tierwohl entgegenkommt, entscheidet letztlich die konkrete Ausgestaltung der Funktionsbereiche darüber, inwieweit ein Stall den Ansprüchen einer Herde gerecht wird. Das beginnt mit der Größe des Stalls. Je größer die Stallfläche pro Liegebox, desto höher der Tierkomfort, aber desto größer auch die Verschmutzungsgefahr. Und Platz kostet Geld. Um die hohen Investitionen für zusätzlichen Kuhkomfort abzufedern, gibt es staatliche Förderprogramme, die das Tierwohl in der Milchviehhaltung unterstützen sollen. Informationen zu den Baulichen Anforderungen an eine besonders tiergerechte Haltung für Milchvieh (laut GAK Rahmenplan 2014) finden Sie im PDF-Download unten.

Technik oder Handarbeit

Auch bei der Gestaltung der Liegeboxen steigen die Kosten mit den Ansprüchen an den Kuhkomfort. Dabei haben Landwirte die Wahl, ob sie in Technik investieren, z.B. in pflegeleichte, hochwertige Gummimatten oder ob sie langfristig mehr Arbeitszeit einbringen wollen, indem sie sich für Stroheinstreu entscheiden, die sie regelmäßig erneuern bzw. entfernen müssen. Die Preise für eine technische Lösung wie Gummimatten liegen zwischen 170 und 230 EUR pro Stück. Entscheidet sich ein Landwirt mit 200 Tieren für die teuerste und hochwertigste Variante, entstehen Mehrkosten von 12.000 EUR. Auch andere Details, wie geräuscharme Tore oder mehrere Kuhbürsten im Stall (bis zu 3.000 EUR pro Stück), verteuern den Stallbau.

Insgesamt sind die Spannen bei den Kosten für einen neuen Stall sehr groß, Fachleute rechnen mit 6.000 bis 12.000 EUR pro Kuhplatz. Das heißt bei einer Herde mit 100 Tieren kann ein neuer Stall zwischen 600.000 und 1,2 Mio. Euro kosten. Dabei spielen neben der Ausrichtung auf hohen Kuhkomfort auch andere Faktoren eine Rolle, wie zum Beispiel die Herdengröße und die Melktechnik. Gerade bei großen Ställen mit 200 und mehr Plätzen entscheiden sich die meisten Landwirte nach den Erfahrungen von Experten für maximalen Kuhkomfort, weil sie wissen, dass sich diese Investition langfristig in Form höherer Leistung bezahlt macht.

Autor: Jürgen Beckhoff, Hamburg |

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Laufstall Grundriss
aid

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Boxenlaufställe Wichtige Aspekte für die Planung

Die Zuordnung der Funktionsbereiche eines Boxenlaufstalls hängt von vielen Faktoren ab. Je nach Anzahl der zu versorgenden Tiere ergeben sich unterschiedliche Lösungen. Vor allem die Auswahl der Melktechnik und die Festlegung der Melkstandgröße haben einen wesentlichen Einfluss auf das Stallkonzept.

Boxenlaufställe in der modernen Milchviehhaltung

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Für eine besonders tiergerechte Haltung Baulichen Anforderungen für Milchviehställe

Baumaßnahmen, die eine besonders tiergerechte Landwirtschaft unterstützen, können nach dem geltenden Rahmenplan der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) gefördert werden. In diesem PDF-Download finden Sie einen Auszug aus Anlage 1 des GAK-Rahmenplans ab 2014 - Maßnahmengruppe "Einzelbetriebliche Förderung", der sich auf die baulichen Anforderungen an eine besonders tiergerechte Haltung von Milchkühen und Aufzuchtrindern bezieht.

Bauliche Anforderungen an eine besonders tiergerechte Milchviehhaltung von Milchkühen und Aufzuchtrindern

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