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Eier: Erzeugung

In Deutschland werden pro Jahr über 18 Milliarden Eier verbraucht. Nahezu alle der im Handel verkauften Eier stammen aus spezialisierten Legehennenbetrieben, rund 80 Prozent aus heimischen.

Hahn mit Hühnern auf Wiese
nwf / Fotolia.com

Lange Zeit gehörte die Hühnerherde zum typischen Bild eines Bauernhofes. Ein Hahn scharte zehn bis zwanzig Hühner um sich. Die Herde hatte ein Hühnerhaus mit Gelegen, Sitzstangen, eingestreuter Stallfläche und ein Freigelände zum Auslauf. Einen gewissen Anteil der Eier durften die Hennen als eigene Nachzucht ausbrüten, der Rest der Eier wurde gegessen. Ließ die Legeleistung eines Huhnes merklich nach, wurde es geschlachtet und als Suppenhuhn genutzt.

Der genannte Verzehr von rund 18,7 Mrd. Eiern entspricht einem Pro-Kopf-Verbrauch von 231 Stück. Der Selbstversorgungsgrad liegt bei knapp unter 70 %, wobei die meisten importierten Eier aus den Niederlanden stammen. In Deutschland gab es im November 2014 insgesamt 1.487 landwirtschaftliche Betriebe mit mindestens 3.000 und mehr Hennenhaltungsplätzen. Durchschnittlich legten 2014 die 44,2 Millionen Hennen jeweils 287 Eier.

Biologie und typische Verhaltensweisen des Huhns

Das Haushuhn (Gallus domesticus) gehört zur Ordnung der Hühnervögel. Das Verhalten des Huhnes ist eng verknüpft mit seinen Sinnesleistungen und seinem Körperbau. Obwohl das Huhn den typischen Körperbau eines Vogels hat, läuft es besser als es fliegt. Das Fliegen beschränkt sich auf ein Flattern innerhalb eines kleinen Umkreises, große Strecken kann ein Huhn dabei nicht zurücklegen. Eine Besonderheit ist, dass das Huhn feine Schwingungen des Bodens und der Luft wahrnimmt, wodurch es Feinde sehr schnell erkennen kann.

Hühnerkopf im Profil
Das Auge ist ein wichtiges Sinnesorgan bei Hühnern.

Wie bei anderen Vögel ist das Auge des Huhnes ein wichtiges Sinnesorgan. Allerdings gilt das beim Huhn hauptsächlich für das Nahsehen. Die Hühneraugen sind auf 5 m Nahsicht und auf rund 50 m Fernsicht eingestellt. Deshalb entfernt es sich nur ungern weiter als 50 m vom Stall. Um einen Gegenstand räumlich erfassen zu können, muss es ihn abwechselnd mit dem linken und dem rechten Auge ansehen. Bewegungen können sie sehr gut wahrnehmen.

Das Gehör der Hühner ist sehr gut entwickelt. Das war für die ursprünglich in Wäldern und auf Bäumen lebenden Tiere überlebenswichtig. Es gibt über 30 verschiedene Lautäußerungen, mit denen sie sich verständigen. Dies beginnt schon bei der Kommunikation zwischen der Henne und dem Küken im Ei, etwa einen Tag vor dem Schlupf.

Der Schnabel des Huhnes ist wichtig für den Tastsinn. Er ist sehr empfindlich und von Nerven durchzogen. Hühner können damit die Beschaffenheit – Härte, Größe, Form – eines Futtermittels erkennen.

Die Körpertemperatur des Huhns liegt bei 39,8-43,6 °C. Da es keine Schweißdrüsen besitzt, kann es Kälte eher ertragen als Hitze. Wird es einem Huhn zu warm, sperrt es den Schnabel auf und hebt die Flügel leicht an, damit Luft darunter dringen kann.

Geschmacks- und Geruchssinn eines Huhns sind nur schwach entwickelt. Deshalb spielen Form und Größe der Nahrung eine wichtige Rolle. Der Darm ist mit 1,20-1,50 m relativ kurz, ebenso die Dauer des Verdauungsvorganges mit rund zwei Stunden. Daher können Hühner auch nur mit leicht verdaulichem Futter Höchstleistungen erbringen. Auch der eigene Kot besitzt für die Tiere noch einen relativ hohen Futterwert.

Um Futter räumlich erfassen zu können, muss ein Huhn abwechselnd mit dem rechten und linken Auge gucken. Um zu trinken, tauchen die Hühner den Schnabel tief in das Wasser, schnellen hoch, legen den Kopf in den Nacken und lassen das Wasser die Kehle hinunterrinnen.

Feste Rangordnung

Als Herdentiere haben Hühner eine genau festgesetzte Rangordnung. Sie entscheidet unter anderem, wer die besten Schlafplätze bekommt oder wer zuerst fressen darf. In der Natur leben Hühner in kleinsten Gruppen, 5-20 Hennen mit einem Hahn. Überzählige Tiere werden aus dieser Gruppe "hinausgehackt". Innerhalb der Gruppe stellt sich schnell eine stabile Hackordnung ein, Aggressionen sind dann äußerst selten. Die Häufigkeit von Aggressionen steigt mit der Herdengröße und sinkendem Bekanntheitsgrad der Tiere untereinander. Ein Huhn kann sich maximal 50-60 Artgenossen merken.

Huhn beim Sandbaden
Huhn beim Sandbaden

Ein weiterer Auslöser für Aggressionen ist das Zusammendrängen der Tiere auf beengtem Raum. Je nach Temperament und sozialer Stellung haben die Hühner einen "Sicherheitsabstand" zum Nachbartier. Mit Ausnahme der Nahrungsaufnahme darf er nicht ungestraft unterschritten werden.

Eine wichtige Beschäftigung der Tiere ist das Reinigen des Gefieders. Dazu gehört unter anderem das Federschütteln, Kratzen und Sandbaden. Auch Ruhephasen tragen zum Wohlbefinden der Hühner bei.

Warum legt ein Huhn so viele Eier?

Eine Henne würde normalerweise so viele Eier legen, bis das Gelege voll ist. Das wäre bei 10-12 Eiern der Fall. Dann erst setzt sie sich auf die Eier und beginnt, diese auszubrüten. Bei befruchteten Eiern würde die Embryonalentwicklung zum gleichen Zeitpunkt starten und die Küken eines Geleges alle am selben Tag schlüpfen. In einem Legebetrieb rollen die Eier hingegen automatisch auf ein Transportband oder werden eingesammelt. Die Henne regt das an, immer weiter Eier zu legen – so lange, bis das Gelege eigentlich voll wäre, was bei der modernen Haltung nie der Fall sein wird.

Dass die Hühner heute so viele Eier legen können – bis zu 320 Eier pro Henne und Jahr, ist auf die Züchtung zurückzuführen. Mit ihrer Hilfe entstanden die heutigen Legehybriden, die sich durch eine sehr hohe Legeleistung auszeichnen. Die Hybriden gehen aus der Kreuzung von Linien – Tieren mit besonderen und reinen Merkmalen – hervor. Durch den Kreuzungseffekt haben sie eine höhere Legeleistung und sind robuster als die reinen Rassen. Einen weiteren Einfluss auf die Legeleistung haben die Inhaltsstoffe des Futters und das Licht.

Junghennen im Stall
Junghennen-Aufzucht

Junghennen beginnen im Legebetrieb im Alter von circa fünf Monaten mit der Eiablage. Den Höhepunkt der Legetätigkeit erreichen die Hennen im Alter von 6-7 Monaten. Die durchschnittliche Legeperiode einer Henne beträgt heute rund 12-14 Monate. Damit Eierproduktion und Schalenqualität gleichmäßig hoch bleiben, wird künstliche Beleuchtung beziehungsweise künstliche Dunkelheit eingesetzt. Von Natur aus wäre die Eierproduktion im Frühjahr am höchsten. Mit zunehmender Dunkelheit würde im Winter die sogenannte "Mauser" einsetzen. Während der Mauser legt ein Huhn nur noch wenige oder gar keine Eier mehr. Diesen Vorgang steuern körpereigene Hormone. Das Angebot an Licht und Futter – wie es in der freien Natur anzutreffen wäre – spielt eine große Rolle, da es im Winter weniger eiweißreiches Futter und weniger Licht gibt.
Trotz aller Bemühungen in der Züchtung lässt sich die Mauser nicht beliebig lange hinauszögern. Deshalb nimmt man die Legehennen nach einem guten Jahr aus dem Produktionsprozess heraus und schlachtet sie. Sie werden als Suppenhühner vermarktet.

Ein Huhn legt Eier unabhängig von der Tatsache, ob diese befruchtet sind oder nicht. Das hängt damit zusammen, dass beinahe täglich ein Eisprung erfolgt. Die Eizelle, die sich auf dem Dotter befindet, wandert vom Eierstock aus durch den Eileiter in Richtung Kloake – einer gemeinsamen Ausscheidungsöffnung für verdaute Nahrung und Urin. Auf diesem Weg würde sie – sofern ein Hahn die Henne begattet hat – mit der Samenzelle zu einem Keim verschmelzen.
Während der Wanderung durch den Eileiter werden mehrere Lagen Eiweiß um den Dotter gelegt. Kurz vor dem Austritt des Eies aus der Kloake wird das Ei mit einer Kalkschicht überzogen, der Eierschale. Lösen sich zwei Eizellen am gleichen Tag, legt das Huhn nicht zwei Eier, sondern ein Ei mit zwei Dottern.

Ein Huhn kann mehrere Jahre alt werden, im Durchschnitt rund acht Jahre.

Haltung von Legehennen

Deutsche Eier können aus der Kleingruppenhaltung, der Bodenhaltung, der Freilandhaltung oder der ökologischen Erzeugung stammen.

Kleingruppenhaltung

Legehennen leben in Kleingruppen (20 bis 60 Tiere) zusammen in einer Haltungseinrichtung. Jedem Huhn stehen mindestens 800 Quadratzentimeter nutzbare Fläche zur Verfügung (Hühner, die schwerer als zwei Kilogramm sind, erhalten 900 Quadratzentimeter Nutzfläche). Über dem Futtertrog hat das Huhn 60 Zentimeter Platz, außerhalb davon beträgt die Deckenhöhe mindestens 50 Zentimeter. Jeweils 10 Legehennen teilen sich 900 Quadratzentimeter Einstreufläche und 900 Quadratzentimeter Gruppennester. Sind die Gruppen größer als 30 Legehennen, erhält jede Henne jeweils 90 Quadratzentimeter mehr Platz. In jeder Haltungseinrichtung gibt es zwei Sitzstangen in unterschiedlicher Höhe. Eier, die von Hennen aus Kleingruppenhaltung stammen, sind derzeit mit der Ziffer 3 zu kennzeichnen.

Zu den Nachteilen der Kleingruppenhaltung gehört, dass die Hennen ihr arteigenes Verhalten wie Flügelschlagen und Sandbaden nicht ausleben können. Vorteil ist, dass sich die Tiere – im Gegensatz zum Beispiel zur Bodenhaltung – jedoch nicht so häufig mit Darmparasiten und anderen Krankheitserregern infizieren, da sie nicht mit ihrem eigenen Kot in Kontakt kommen. Der Einsatz von Medikamenten ist daher kaum erforderlich und die Tierverluste sind insgesamt geringer.

Bodenhaltung

Bei der Bodenhaltung werden die Legehennen im Stall gehalten und können sich dort frei bewegen. Insgesamt dürfen nicht mehr als 6.000 Hennen ohne räumliche Trennung gehalten werden. Die Bestandsdichte darf höchstens neun Hühner pro Quadratmeter betragen. Mindestens ein Drittel dieser Fläche muss mit Material wie Stroh, Holzspänen, Sand oder Torf zum Scharren bedeckt sein. Werden mehrere Ebenen genutzt (Volierenhaltung), dürfen bis zu 18 Hennen pro Quadratmeter gehalten werden. Die übereinander angebrachten Ebenen werden als Lauf- und Ruheflächen mit Tränken und Fütterungseinrichtungen genutzt. Bei der Bodenhaltung können die Hühner ihre artgemäße Verhaltensweise wie Staubbaden, Scharren, Picken und spezielle Gefiederpflege ausleben. Um die Hygiene zu verbessern, ist ein Teil des Stallbodens als Kotgrube gewöhnlich mit Latten- oder Gitterrost überdeckt und dient zur Aufnahme der Ausscheidungen. Eier aus Bodenhaltung sind mit der Ziffer 2 gekennzeichnet.

Zu den Nachteilen der Bodenhaltung gehört, dass der Kontakt zu Kot nicht ausgeschlossen ist, so dass sie sich die Tiere mit Parasiten infizieren können. Auch Krankheiten breiten sich schneller im Bestand aus. Die Tierverluste sind höher und damit der Bedarf an Medikamenten. Aufgrund der größeren Gruppen kommt es zu stärkeren sozialen Konflikten und zu Federpicken bis hin zu Kannibalismus.

Freilandhaltung

Der Stall entspricht den Bedingungen der Bodenhaltung und ebenso wie in der Bodenhaltung darf in der Freilandhaltung die Gruppengröße 6.000 Tiere betragen. Die Hühner haben tagsüber uneingeschränkt Auslauf im Freien, der zum größten Teil begrünt sein sollte. Die Auslauffläche beträgt mindestens vier Quadratmeter pro Henne. Der Auslauf sollte mit Bäumen, Sträuchern oder Unterständen versehen sein, damit die Tiere sich sicher fühlen und einen Schutz vor Feinden haben. Diese Form der Haltung kommt im Auslauf einer artgerechten Lebensweise der Hühner nach. Sie können ihrem natürlichen Pick- und Scharrtrieb nachgehen. Eier aus Freilandhaltung sind mit der Ziffer 1 gekennzeichnet.

Die Nachteile entsprechen denen der Bodenhaltung.

Ökologische Haltung

Legehennen in ökologischer Haltung leben wie ihre Artgenossen in der Bodenhaltung mit Zugang zu Auslaufflächen während mindestens einem Drittel ihres Lebens. Es sind jedoch nur sechs Hennen je Quadratmeter Stallfläche erlaubt. In einem Stall dürfen maximal 3.000 Hennen in einer Gruppe gehalten werden. Das Futter muss ökologisch erzeugt und überwiegend im eigenen Betrieb hergestellt sein. Auf der Verpackung steht ein Bio-Siegel, die Eier sind mit der Ziffer 0 gekennzeichnet. Auf der Verpackung kann auch das Zeichen eines Bio-Anbauverbandes wie zum Beispiel Bioland, Naturland oder Demeter stehen. Diese erfüllen neben den europäischen Öko-Richtlinien für das Bio-Siegel oft noch strengere

 Die Wirtschaftsgeflügelzucht unterscheidet fünf Stufen:

  • Zuchtunternehmen: Heute liegt die sogenannte Basiszucht in der Hand weniger kommerzieller Zuchtunternehmen. Denn die dafür benötigte Haltung vieler Zuchtlinien mit den entsprechenden Kapazitäten zum Testen der Nachkommen ist mit sehr hohem Aufwand verbunden. Sind die Tests erfolgreich, werden die Elterntierküken an den Vermehrungsbetrieb verkauft.
  • Vermehrungsbetrieb / Elterntierhaltung: Hier wachsen die Elterntierküken auf. Es werden sowohl Hähne als auch Hennen der ausgewählten Linien gehalten. Durch diese Kombination entstehen dann die Küken, die später als Legehennen für die Eiererzeugung verwendet werden.
  • Brütereien: Die befruchteten Eier der Elterntiere werden in Brütereien ausgebrütet. Nach drei Wochen schlüpfen dann die späteren Legehennen, werden geimpft und an die Aufzuchtbetriebe geliefert.
  • Junghennenaufzuchtbetrieb: Die Küken werden in speziellen Aufzuchtbetrieben bis etwa zum Alter von fünf Monaten großgezogen und auf ihre spätere Legetätigkeit vorbereitet. Kurz vor der ersten Eiablage werden sie an die Landwirte, das heißt, den eigentlichen Legebetrieb ausgeliefert.
  • Legebetrieb: Er kauft Legehennenküken vom Junghennenaufzuchtbetrieb zu und nutzt diese für die eigentliche Eiererzeugung.

Geschlechtsbestimmung

Da bekanntlich nur die Hennen Eier legen, müssen die männlichen Küken der Legehennen-Nachkommen aussortiert werden. Immerhin ist rund jedes zweite geschlüpfte Küken ein Hähnchen, das sich auf Grund des Zuchtziels "hohe Eierleistung" nicht für eine wirtschaftliche Mast eignet. Männliche Tiere wachsen zu langsam und setzen genetisch bedingt weniger Fleisch an als die speziell für die Geflügelmast gezüchteten Tiere.

Hühner-Küken unter einer Wärmelampe
Hühner-Küken unter einer Wärmelampe

Die männlichen Küken werden daher gleich am ersten Tag getötet (im Branchenjargon "Eintagsküken"). In Deutschland sind dies über 40 Mio. Küken pro Jahr (etwa 2,5 Mrd. weltweit). Um diese Tötung zu verhindern, wird an Methoden gearbeitet, die ein Aussortieren der Eier mit männlichen Erbanlagen noch vor dem Brüten - also vor der Entwicklung der Küken - ermöglichen. Zurzeit gibt es allerdings noch kein kostengünstiges Verfahren in großem Maßstab. Das Bundeslandwirtschaftsministerium fördert im Rahmen seiner Initiative "Eine Frage der Haltung – Neue Wege für mehr Tierwohl" die Weiterentwicklung der sogenannten "In Ovo-Geschlechtsbestimmung" an der Universität Leipzig. Es handelt sich hierbei um eine spektroskopische Geschlechtsbestimmung, die sich die unterschiedliche Größe der Geschlechtschromosomen von männlichen und weiblichen Hühnern zunutze macht. Bereits nach dreitägiger Bebrütung entwickeln sich kleine Blutgefäße, die sich für eine Geschlechtsdiagnose nutzen lassen. Es besteht Zuversicht, dass ein entsprechendes Verfahren in absehbarer Zeit zur Verfügung stehen wird, das sich als Grundlage für die weitere technologische Entwicklung und damit für den breiten Einsatz eignet.

 

Bio-Eier – Was ist anders?

Die Legehennen bekommen ökologisch erzeugtes und wenn möglich betriebseigenes Futter, jedes Huhn hat Raum zum Ruhen, Laufen, Picken, Scharren, Staub- und Sandbaden. Ein Scharrraum mit eingestreutem Stroh, Sägemehl, Dinkelspelzen, Sand oder Steinmehl ist vorgeschrieben. Die Käfighaltung ist einem Ökolandwirt strengstens untersagt. Die zugekauften Junghennen müssen von ökologisch wirtschaftenden Betrieben stammen. Für die ökologische Haltung sollten geeignete Rassen eingesetzt werden.

In der ökologischen Haltung ist es verboten, den Tieren systematisch die Schnäbel zu kürzen. Tierschutz, Artgerechtheit und das Vermeiden von Schmerzen stehen im Vordergrund. Eine vorbeugende Behandlung mit Tierarzneimitteln ist nicht zugelassen. Ausgenommen von dieser Regelung sind bestimmte Impfprogramme, zum Beispiel die gesetzlich vorgeschriebenen Impfungen gegen die atypische Geflügelpest oder Salmonellose. Grundsätzlich sind Naturheilmittel und homöopathische Arzneien zu bevorzugen.

Haltungsmanagement entscheidend

In dem vom Thünen-Institut herausgegebenen Sonderheft "Legehuhnzucht und Eiererzeugung - Empfehlungen für die Praxis" kommen Wissenschaftler zu dem Schluss: "Prinzipiell gilt: Je offener das Haltungssystem gestaltet wird, desto höher ist auch das gesundheitliche Risiko für die Tiere. Gleichzeitig wächst das Risiko für notwendige therapeutische Maßnahmen und damit das Risiko für Arzneimittelrückstande im Ei."

Alternative Haltungsformen erfordern generell ein ausgeklügeltes Haltungsmanagement, da die Tiere in ständigem Kontakt mit dem Kot leben. Das fängt bei der erforderlichen Sachkunde des Halters an und reicht von der Auswahl der Junghennen, dem Schutz vor Kontakt mit Wildvögeln, den passenden Stalleinrichtungen, um Federpicken und Kannibalismus zu verringern, bis hin zur regelmäßigen Kotentfernung und Desinfektion, damit Parasiten und Würmer sich nicht entwickeln können. Im Vergleich zur Kleingruppenhaltung sind die hygienischen Verhältnisse schwieriger zu beherrschen. Bei gutem Management können aber mit allen Haltungsformen Eier hochwertiger Qualität erzeugt werden.

Der Einfluss des Futters

Ganzes und aufgeschlagenes Ei
Die Dotterfarbe lässt keinen Rückschluss auf die  Qualität des Eies zu.

Der etwas hellere Dotter bei Bio-Eiern ist kein Zeichen mangelnder Qualität. Ursache ist der Verzicht auf Farbstoffe im Futter.

Vorbeugende Antibiotika und Hormongaben sind sowohl in der konventionellen Hühnerhaltung als auch in der nach ökologischen Vorgaben verboten. Ausnahme bilden Kokzidiostatika, die zur Vorbeugung und Behandlung der Kokzidiose - einer tödlich verlaufenden Erkrankung - eingesetzt werden. Dies geschieht aber nur bei Junghennen vor Legebeginn, damit sich die Wirkstoffe nicht in den Eiern anreichern.

In der Legehennenhaltung nach ökologischen Vorgaben sind Kokzidiostatika verboten.

 

Welche Hühner sind "glücklich"?

Über das Thema "glückliche Hühner" streiten sich die Wissenschaftler seit Jahrzehnten. Die Bedürfnisse der Tiere dürfen dabei nicht nach menschlichen Maßstäben gemessen werden, wichtig ist, die wirklichen tierartspezifischen Bedürfnisse wissenschaftlich zu ermitteln.

Die für den Menschen so angenehmen Vorstellungen von freilaufenden Hühnern auf der grünen Wiese in frischer Luft müssen nicht unbedingt den Lebensgewohnheiten der Hühner entsprechen. So sind Hühner ursprünglich Waldbewohner und leben nicht auf großen Grasflächen, denn die Bäume bieten ihnen Schutz vor Feinden.

Wissenschaftliche Untersuchungen im Bruno-Dürigen-Institut (Wissenschaftliches Institut des Bundes Deutscher Rassegeflügelzüchter e. V., Rommerskirchen) haben ergeben, dass Freilandtiere deshalb einem größeren Stress ausgesetzt sind als Tiere in Käfig- und in Bodenhaltung. In den alternativen Haltungsmethoden verfügen die Hennen zwar über weit mehr Freiraum und damit Bewegungsfreiheit, ursprünglich leben sie jedoch in kleineren Gruppen mit fester Rangordnung. Das kann in großen Gruppen – in der ökologischen Haltung dürfen bis zu 3.000 Tiere in einem Stall gehalten werden – zu ständigen Rangordnungskämpfen und zu Federpicken bis hin zu Kannibalismus führen. Da die Hennen in den alternativen Haltungsformen ständig mit ihren Ausscheidungen in Kontakt sind, sind hier weiterhin die hygienischen Verhältnisse schwieriger zu beherrschen als in der Käfighaltung.

 

Welche Eier man letztendlich kauft, muss jeder Verbraucher selbst entscheiden. Ein Umdenken in der Tierhaltung hin zu tiergerechten Haltungsbedingungen war notwendig. Mit den verschiedenen Haltungsformen versucht man auf unterschiedliche Weise, einen Kompromiss zwischen Verbrauchervorstellungen, rentabler Produktion für den Geflügelhalter und einer tiergerechten Haltung zu finden. Der Königsweg ist wohl noch nicht gefunden.

Autoren: Antje Elfrich, Brühl; Rüdiger Lobitz, aid |

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Hörfunkbeitrag März 2016

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