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Ein Gewächshaus für den Garten

Es gibt viele gute Gründe für die Anschaffung eines Gewächshauses. Doch sollte vor dem Kauf eine vernünftige Planung stehen.

Gewächshaus
Marina Lohrbach / Fotolia.com

Gewächshäuser bringen für den Gemüseanbau viele Vorteile mit sich. Man kann schon früher im Jahr mit der Aussaat beginnen und im Herbst länger ernten. In einem beheizten Gewächshaus lässt sich sogar das ganze Jahr über frisches Gemüse ziehen. Die Pflanzen entwickeln sich meist schneller als im Freiland, da es durch den Treibhauseffekt zu einer stärkeren Erwärmung kommt. Die höheren Temperaturen machen zudem einen ernstzunehmenden Anbau von wärmeliebenden Gemüsearten wie Aubergine oder Paprika möglich.

Erst planen, dann kaufen

Vor dem Kauf eines Gewächshauses sollte immer eine vernünftige Planung stehen. Zuerst muss geklärt werden, ob ein geeigneter Standort im Garten vorhanden ist. Dieser sollte das ganze Jahr über sonnig und auch bei schlechter Witterung erreichbar sein. Zudem ist es empfehlenswert, Erkundigungen bei der zuständigen Behörde über Bauauflagen einzuholen. In aller Regel ist ein Kleingewächshaus für den Hobbygarten genehmigungsfrei, örtlich kann es jedoch Ausnahmen geben.

Schwierig einzuschätzen: Die optimale Größe

Eine Gewächshausgrundfläche von 12 m2 sollte prinzipiell nicht unterschritten werden, da sich sonst ein ungünstiges Verhältnis von Nutzungs- zu Wegfläche einstellt. Um ein bequemes aufrechtes Gehen und Arbeiten im Gewächshaus zu ermöglichen, ist eine Höhe von mindestens 2 m erforderlich. Wer neben Gemüse auch Zierpflanzen ziehen und überwintern möchte, sollte von Anfang an etwas mehr Platz einplanen.

Den meisten Gewächshaus-Neulingen fällt es schwer, realistisch einzuschätzen, wie groß das Gewächshaus werden soll. Oft ist es ja auch so, dass die Leidenschaft am Gärtnern unter Glas mit den Jahren erst zunimmt, sodass manches Gewächshaus schnell zu klein wird. Daher empfiehlt sich für Anfänger der Kauf eines erweiterungsfähigen Gewächshauses. Durch den Zukauf von Ergänzungsbauteilen lässt sich dieses nachträglich vergrößern.

Welcher Gewächshaustyp soll es sein?

Für welchen der vielfältigen Gewächshaustypen man sich entscheidet, hängt davon ab, wie viel Geld, Zeit und Arbeit man für sein Gewächshaushobby aufwenden möchte. Die meisten Hobbygärtner entscheiden sich für ein sogenanntes freistehendes Satteldachgewächshaus. Ein solches Haus ist meist rechteckig und wird auf einem stabilen Fundament errichtet. Als Konstruktionsmaterial hat sich in den letzten Jahren Aluminium bewährt, denn es ist leicht, gut zu verarbeiten, preiswert und sehr witterungsbeständig. Aber auch verzinkter Stahl und Holz kommen als Konstruktionsmaterial zum Einsatz. Als Eindeckungsmaterialien dienen für den Satteldachtyp meist Stegplatten aus Kunststoff, seltener aus Glas.

Weniger aufwändig in der Konstruktion und daher in der Regel auch günstiger in der Anschaffung ist das Foliengewächshaus. Dieser Bautyp besteht meist aus einer tunnelförmigen Konstruktion aus Stahlrohren, die mit lichtdurchlässigen Spezialfolien eingedeckt werden. Unter ästhetischen Gesichtspunkten kommt das Foliengewächshaus meist weniger gut weg als das Satteldachgewächshaus. Auch die Langlebigkeit der Folieneindeckung ist wesentlich geringer als die von Glas oder Stegplatten.

Neben den beiden beschriebenen, gibt es noch eine Reihe weiterer Gewächshaustypen wie Rundgewächshäuser oder Anlehngewächshäuser, die hier jedoch nicht weiter beschrieben werden.

Glas, Folie oder Stegdoppelplatten?

Wer sich für ein Foliengewächshaus entscheidet, legt sich bereits von vorneherein auf Folie als Eindeckmaterial fest. Satteldachkonstruktionen werden in aller Regel jedoch mit Stegdoppelplatten oder Glas eingedeckt. Die angebotenen Materialien unterscheiden sich hinsichtlich Lichtdurchlässigkeit, Gewicht, Isolierfähigkeit, Haltbarkeit und letztlich natürlich im Preis, wie die folgende Tabelle zeigt: 

 

 Material  Eigenschaften
Glas sehr langlebig, gute Lichtdurchlässigkeit, Bruchgefahr, mäßige Wärmeisolierung 
Stegdoppelplatten aus Plexiglas sehr gute Wärmeisolierung, ausreichend gute Lichtdurchlässigkeit, sehr langlebig
UV-stabilisierte PE-Folie  geringer Preis, beschränkte Haltbarkeit (3-4 Jahre), mäßige Lichtdurchlässigkeit (v. a. mit zunehmendem Alter), geringe Wärmeisolierung 

An der Lüftung nicht sparen

Das regelmäßige Belüften des Gewächshauses ist sehr wichtig. Dadurch können Pilzkrankheiten an den Pflanzen, die bei zu hoher Luftfeuchtigkeit entstehen, vermieden werden. Besonders wichtig ist eine ausreichende Belüftung vor allem im Sommer, wenn extrem hohe Temperaturen im Gewächshaus das Pflanzenwachstum negativ zu beeinflussen drohen.

Die Lüftungsfläche sollte mindestens 20 % der Gesamtoberfläche des Gewächshauses betragen. Eine optimale Luftzirkulation erreicht man mit einer möglichst tief ansetzenden Seitenbelüftung und einer hoch liegenden Dachbelüftung, da warme Luft nach oben steigt, während kalte von unten nachgeführt wird. Wer wenig Zeit hat, sich regelmäßig um die Lüftung des Gewächshauses zu kümmern, sollte eine Automatisierung in Betracht ziehen. Der Markt bietet heute auch für Kleingewächshäuser bezahlbare Lösungen.

Braucht man ein beheiztes Gewächshaus?

Viele Hobbygärtner stellen sich die Frage, ob sie eine Heizung für ihr Gewächshaus brauchen. Die Antwort darauf ist einfach: Wer das ganze Jahr über Gemüse anbauen möchte, der braucht in jedem Fall eine. Eine Zusatzheizung ist aber auch dann schon nötig, wenn frostempfindliche Pflanzen überwintert werden sollen. Denn im Allgemeinen bleiben ungeheizte Gewächshäuer nur bis -5 °C frostfrei.

Der Wunsch nach einer Beheizung sollte unbedingt schon beim Kauf und Bau des Gewächshauses berücksichtigt werden, denn die Heizkosten drohen immens hoch zu werden, wenn keine wärmeisolierenden Materialien verwendet werden. Außerdem ist bei einem beheizten Gewächshaus der Bau eines soliden Fundaments unabdingbar.

Langlebigkeit und Qualität gibt es nicht zum Discounterpreis

Die Kosten für ein Gewächshaus mit einer Grundfläche von 12 m2 variieren je nach Art der Konstruktion und Eindeckung zwischen rund 500 und 5.000 Euro. Wenn möglich, sollte man nicht unbedingt zum billigen Discounterangebot greifen, denn nur Werkstoffe von hoher Qualität gewährleisten auch eine lange Lebensdauer und Stabilität. Geht man von einer durchschnittlichen Nutzungsdauer von etwa 20 Jahren aus, relativieren sich die anfangs sehr hoch wirkenden Anschaffungspreise schnell wieder. Vertrauenswürdige Anbieter bieten in der Regel auch ausreichend lange Qualitätsgarantien von mindestens 10 Jahren an.

Jörg Planer, Meckenheim |

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