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Tomaten: Einkauf und Kennzeichnung

Im Handel gibt es eine große Palette verschiedener Tomatensorten. Der Geschmack ist in erster Linie eine Frage von Sorte und Reife.

Verschiedene Tomatensorten
Jérôme Rommé / Fotolia.de

Neben Sorte und Reife beeinflussen auch Zuckergehalt, Aromastoffe, Festigkeit, Temperatur bei Transport und Lagerung den Geschmack. Für die Kennzeichnung von Tomaten gelten die EU-Vermarktungsnormen mit den drei Klassen Extra, I und II.

Daneben gibt es noch birnenförmige Tomaten, die zu den dekorativen Exoten im Tomatensortiment zählen. Hier sind rote und gelbe Sorten im Angebot. Auch pflaumenförmige Tomaten sind in rot und gelb zu finden.

Tomaten gibt es in drei Klassen

Das Etikett muss folgende Angaben enthalten:

  • die Klasse (Extra, I oder II) der EU-Vermarkungsnormen,
  • gegebenenfalls die Bezeichnung 'Kirschtomaten' oder 'Kirsch-Rispentomaten',
  • gegebenenfalls Größe (falls nach Größen sortiert ist), ausgedrückt durch Mindest- und Höchstdurchmesser,
  • Ursprung (Erzeugerland) sowie
  • Name und Adresse von Packer und/oder Absender.

Lose Ware muss durch ein Schild mit Bezeichnung, Klasse, Ursprungsland und Preis gekennzeichnet werden.

Kisten mit Tomaten

Die Klassen unterscheiden sich wie folgt:

  • Klasse Extra: Die Tomaten müssen fest sein, sehr leichte oberflächliche Schalenfehler sind erlaubt, allerdings kein Grünkragen; praktisch einheitlich gereift und gefärbt; längliche Tomaten von annähernd gleicher Länge.
  • Klasse I: Die Tomaten müssen genügend fest sowie frei von Rissen oder Grünkragen sein. Zulässig sind leichte Form-, Entwicklungs-, Farb- und Hautfehler sowie sehr leichte Druckstellen. Im Packstück praktisch einheitlich gereift und gefärbt; längliche Tomaten von annähernd gleicher Länge. Außerdem sind bei gerippten Tomaten vernarbte Risse (Länge maximal 1 cm), geringe Verwachsungen und weitere leichte Fehler zulässig.
  • Klasse II: Die Tomaten müssen ausreichend fest und frei von unvernarbten Rissen sein. Zulässig sind Form-, Entwicklungs-, Farb-, Hautfehler oder Druckstellen, sofern sie die Frucht nicht ernsthaft in Mitleidenschaft ziehen sowie vernarbte Risse (Länge maximal 3 cm). Bei gerippten Tomaten sind weitere Fehler wie stärkere Verwachsungen oder Nabelbildung zulässig.

Generell werden vier Handelstypen unterschieden: runde, gerippte, längliche und Kirschtomaten, einschließlich Cocktailtomaten.

Verpackte Tomaten müssen pro Packstück einheitlich sein. Es dürfen nur Tomaten gleichen Ursprungs, gleicher Sorte oder gleichen Handelstyps, gleicher Güte und Größe zusammen verpackt werden. Tomaten der Klassen Extra und I müssen praktisch von einheitlicher Färbung und Reife sein. Längliche Tomaten müssen darüber hinaus annähernd die gleiche Länge haben.

Neben den Ansprüchen der EU-Vermarktungsnormen müssen die Tomaten folgende Mindesteigenschaften erfüllen:

  • ganz
  • gesund; ausgeschlossen sind Erzeugnisse mit Fäulnisbefall oder anderen Mängeln, die sie zum Verzehr ungeeignet machen
  • sauber, praktisch frei von sichtbaren Fremdstoffen
  • von frischem Aussehen
  • praktisch frei von Schäden durch Schädlinge, die das Fleisch beeinträchtigen
  • frei von anomaler äußerer Feuchtigkeit
  • frei von fremdem Geruch und/oder Geschmack.
  • Bei Rispentomaten müssen die Stiele frisch, gesund, sauber und frei von Blättern und sichtbaren Fremdstoffen sein.
  • Entwicklung und Zustand der Tomaten müssen so sein, dass sie Transport und Hantierung aushalten und in zufriedenstellendem Zustand am Bestimmungsort ankommen.

Tipps für den Einkauf

Kind hält Tomate in der Hand
  • Tomaten schmecken am besten in der Saison. Hauptsaison ist in Deutschland von Juni bis August.
  • Egal ob groß, klein, rund oder länglich - wählen Sie beim Einkauf feste Tomaten.
  • Tomaten können nachreifen, wenn sie noch grün oder hellrot sind. Zu Hause funktioniert das am besten auf einer warmen, hellen Fensterbank.

Schmecken Bio-Tomaten besser?

Untersuchungen haben bei Biotomaten einen höheren Gehalt an Trockenmasse ergeben. Der süßere Geschmack, den viele Testesser bei Biotomaten feststellten, hängt aber nicht nur vom Anbau ab. Sorte, Reifegrad, Bewässerung und Sonnenscheindauer haben einen wesentlich stärkeren Einfluss auf das Aroma. Auch die Bewässerung spielt eine Rolle: Hohe Wassermengen steigern zwar die Erträge, verdünnen aber auch die Geschmacksstoffe und machen die Frucht wässrig.

Ökologisch angebaute Tomaten weisen höhere Gehalte an Zucker, Vitamin C und gesundheitsfördernden, sekundären Pflanzenstoffen auf, haben brasilianische Forscher festgestellt und auch den Grund dafür genannt. Weil die Biotomaten unter weniger optimalen Bedingungen aufwachsen, produzieren sie mehr der wertvollen Inhaltsstoffe um sich gegen Stress zu wappnen.

Runde Tomaten in zwei Frauenhänden

Vielfach belegt sind die geringeren Rückstände an synthetischen Pflanzenschutzmitteln. In Biotomaten lassen sich solche Rückstände nur in Einzelfällen feststellen. Untersuchungsergebnisse aus 2014 zeigen: Insgesamt wurden 76 Tomatenproben (konventionell und Bio) aus neun Herkunftsländern auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln untersucht. 17 untersuchte Proben enthielten keine nachweisbaren Rückstände. 54 Prozent der Proben Tomaten wiesen keinen oder nur einen Wirkstoff auf. In einer Probe deutscher Tomaten wurde eine Überschreitung des zulässigen Höchstgehalts für Chlorat festgestellt. Insgesamt erwiesen sich die untersuchten Tomaten als mäßig mit Pflanzenschutzmitteln behaftet. Lediglich eine spanische Probe war mit elf Wirkstoffen besonders auffällig.

Autoren: Ruth Rösch, Düsseldorf; Dr. Claudia Müller, Bonn; Sabine Barthelmes, Wesel; Heike Stommel, Bonn; Leo Frühschütz, Seehausen; Rüdiger Lobitz, aid |

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