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Einkommen sichern

Bauernhofurlaub, Direktvermarktung, Bauernhofpädagogik - es gibt heute diverse Möglichkeiten, das Einkommen aus der Landwirtschaft zu ergänzen. Doch welche davon passt am besten zum Betrieb?

Lächelnde Frau mit Frühstückstablett
agrarfoto.com

Nur rund ein Drittel der landwirtschaftlichen Betriebe erwirtschaftet heute ihr Erwerbseinkommen ausschließlich durch die landwirtschaftliche Produktion. Viele Landwirtsfamilien, Betriebsleiter und Beschäftigte suchen oder nutzen zusätzliche Möglichkeiten, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. Einkommenskombinationen sind somit ein wichtiger Faktor zur Sicherung des Lebensunterhaltes. Sie stabilisieren das landwirtschaftliche Unternehmen und stärken gleichzeitig die ländlichen Räume als Wirtschaftsstandorte und als Erholungsräume.

Je nach Betriebsstruktur bieten sich unterschiedliche Wege an, das Einkommen zu sichern. Wichtige hierbei sind vor allem:

  • Urlaub auf dem Bauernhof/auf dem Lande,
  • Direktvermarktung,
  • Bauernhofpädagogik oder
  • hauswirtschaftliche Dienstleistungen.

Urlaub auf dem Lande

Urlaub auf dem Bauernhof ist interessant für landwirtschaftliche Unternehmen in wirtschaftlich schwachen, ländlichen Räumen. Sie können mit touristischen Angeboten dem Strukturwandel sinnvoll begegnen. Damit tragen sie zur Wertschöpfung und Entwicklung in den ländlichen Räumen bei, die sich durch viele Stärken auszeichnen - beispielsweise durch saubere Luft, Ruhe, naturnahe Landschaften und eine Vielzahl an Tieren oder einfach einer anderen Mentalität der Menschen. Vor allem Familien mit kleinen Kindern zeigen großes Interesse an diesen Angeboten, vor allem wenn die übrige touristische Infrastruktur stimmt. Besonders wichtig für diese Betriebe ist eine guter Internetauftritt.

Direkt vermarkten

Schild Hofladen geöffnet

Die Direktvermarktung haben bereits viele Landwirte als alternative oder ergänzende Einkommensquelle entdeckt. Die zunehmende Orientierung der Verbraucher an der Herkunft ihrer Lebensmittel (Stichwort Regionalität) begünstigt einerseits die Nachfrage nach ökologischen Lebensmitteln, hat aber auch erheblichen Einfluss auf die Nachfrage nach konventionell erzeugten Produkten vom Bauernhof. Betriebsleiter, die Freude am Umgang mit Menschen und kaufmännisches Geschick haben, sich gut organisieren können und ideenreich sind, haben gute Chancen, in der Direktvermarktung erfolgreich zu arbeiten – gutes Fachwissen vorausgesetzt.

Landwirtschaft vermitteln

Spaß an der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, die Bereitschaft, sich fortzubilden und Freude am Erklären der Arbeit auf dem eigenen Hof sollten die Anbieter von agrarpädagogischen Angeboten mitbringen. Bauernhof-Pädagogik kann grundsätzlich auf allen Betrieben durchgeführt werden, auch auf Großbetrieben mit modernen Anlagen. Da die Angebote häufig in den täglichen Ablauf integriert werden, sind auch die anderen betrieblichen Arbeiten damit verbunden. Grundsätzlich ist zu prüfen, welche Zielgruppen angesprochen und welche Leistungen erbracht werden können.

Im Haushalt helfen

„Sach- oder personenbezogene Tätigkeiten rund um den Menschen und ihren Hausstand“ – oder kurz: „haushaltsnahe Dienstleitungen“ sind ein Wachstumsmarkt und vor allem für Frauen in der Landwirtschaft und im ländlichen Raum eine interessante Möglichkeit, ein Zusatzeinkommen zu erwirtschaften. Auch hier gilt es, wichtige Punkte vorab zu klären: Welche Qualifikation und wie viel Zeit ist vorhanden? Soll die Tätigkeit angestellt oder selbständig durchgeführt werden? Was kann angeboten werden, was sonst vor Ort niemand anbietet und wofür es eine Nachfrage gibt? Wer hier erfolgreich agieren will, sollte sich unter Umständen auch regionalen Netzwerken anschließen und die Bereitschaft zur Kooperation mit anderen Akteuren mitbringen.

Autoren: Heike Stommel, Bonn und Dr. Martin Heil, aid |

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