Springe direkt zum Inhalt , zum Menü .

Einkommensalternative Trüffel

Trüffel haben Hochkonjunktur in der feinen Küche. Und Landwirte sind u.a. angesichts niedriger Milchpreise auf der Suche nach Einkommensalternativen. Ob sich Trüffel dafür eignen?

(aid) – Trüffel haben Hochkonjunktur: Restaurants oder Hobbyköche, die etwas auf sich halten, zeichnen sich durch den fachmännischen Umgang mit Trüffeln zu feinen Gerichten aus. Landwirte sind u. a. angesichts niedriger Milchpreise zunehmend auf der Suche nach Einkommensalternativen, vor allem wenn die Entscheidung zur Extensivierung der Milchviehhaltung gefallen ist. Bei diesen zwei Fakten liegt eine Schnittmenge nicht so fern, wie man glauben könnte: Trüffel sind das hochpreisigste Lebensmittel überhaupt und so könnte hier eine gute Geld-, wenn nicht „Gold“-quelle verborgen sein. Doch so einfach ist es leider nicht.

Der größte Nachteil zuerst: der Ertrag lässt unter Umständen bis zu 15 Jahre auf sich warten. Und dem Zufall kann auch nichts überlassen bleiben. Zunächst bedarf es einer gründlichen Vorbereitung des Bodens, der einen vergleichsweise hohen pH-Wert von 7,5 haben sollte, damit Trüffel überhaupt wachsen können.

Nach der Ausbringung von Kalk heißt es Aufforsten – und zwar mit speziell vorbereiteten Laubbäumen, deren Wurzeln mit den Sporen des Trüffelpilzes geimpft wurden. Trüffel sind Fruchtkörper der unterirdisch lebenden Pilz-Myzelien und gehen eine Symbiose mit Bäumen ein. Symbiose bedeutet: Die beiden Lebewesen versorgen sich gegenseitig mit Nährstoffen. Da es sich beim Trüffel eben um einen Pilz handelt, liegt es nahe, dass der Boden feucht gehalten werden muss. Dazu werden Strohsäckchen ausgelegt, der Bewuchs zwischen den Bäumen wird wegen der Wasserkonkurrenz gemäht und häufig muss eine Tröpfchenbewässerungsanlage installiert werden.

Der Schweizer Landwirtschaftliche Informationsdienst (LID) berichtet, dass es trotz dieses aufwändigen Verfahrens in der Schweiz zunehmendes Interesse an Trüffelkursen gebe, in denen Landwirte und Hobbygärtner lernen, die wertvollen Knollen anzubauen. Für Viele bleibe es dennoch eher ein Experiment oder ein Hobby, da die Risiken und die Zeitspannen bis zum ersten Ertrag recht hoch seien. Auch könne es passieren, dass bei steigendem Interesse an der Nische der Markt relativ bald gesättigt sei. Trüffel als Massenware – der Reiz des Teuren wäre vermutlich schnell verflogen.

Friederike Heidenhof, www.aid.de

Weitere Informationen:

https://www.lid.ch/medien/mediendienst/aktueller-mediendienst/info/artikel/trueffel-statt-kuhmilch/

als hilfreich bewerten 0 Versenden