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Energiepflanzen für die Biogaserzeugung

Energiepflanzen eignen sich besonders, um die methanbildenden Mikroorganismen zu ernähren. Neben Mais sind vor allem Grassilagen und andere Getreide-Ganzpflanzensilagen von Bedeutung.

Maispflanzenfeld mit Gegenlicht
Jürgen Fälchle / Fotolia.com

Mit den Änderungen des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes im Jahr 2014 werden keine Anreize mehr für den Anbau von Energiepflanzen als Substrat für die Vergärung gesetzt. Eine Bonusvergütung für Rohstoffe aus der Landwirtschaft, den sogenannten NawaRo-Bonus, gibt es nicht mehr. Die Vergütungsstruktur soll den Einsatz von Reststoffen aus der Landwirtschaft sowie Mist und Gülle fördern. Dennoch stellt Maissilage noch vor Gülle das Hauptsubstrat für die Erzeugung von Biogas. Da Mais seit Jahrzehnten in Deutschland als Futterpflanze großflächig angebaut wird, steht heute eine ausgereifte Verfahrenstechnik bereit. Mais bringt sowohl bei der Trockenmasse als auch bei der Gasausbeute hohe Erträge und kann sich unangefochten auf Platz 1 der Biogaspflanzen behaupten.

Alternativen zu Mais

Neben Mais haben sich vor allem Grassilage und andere Getreide-Ganzpflanzensilagen, aus Grünroggen und Hirse, einen Platz unter den pflanzlichen Biogassubstraten erkämpft. Auch Zuckerrüben werden in den letzten Jahren vermehrt für die Biogasproduktion angebaut. Züchtung und Erprobung neuer Kulturarten für die Biogasgewinnung werden in Versuchen und Praxistests zur Verfahrenstechnik, Fruchtfolge und dem Methanbildungsvermögen vorangetrieben. Dadurch sollen Weichen für mehr ökologische Vielfalt im Energiepflanzenbau gestellt werden.

Auch mehrjährige, blühende Wildkräutermischungen haben im Anbaujahr 2011 für Aufsehen in Fachkreisen gesorgt. Die vielversprechenden Versuchsergebnisse lassen auf eine gute Akzeptanz im Anbau hoffen und können monotone Maisflächen nicht nur farblich auffrischen.

Autoren: Christiane Aumüller-Gruber, Bonn und Thomas Gaul, Gehrden |

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Fragen und Antworten

Welche Pflanzen eignen sich für Biogas?

In Frage kommen zahlreiche Pflanzenarten. Entscheidend ist neben den Kosten des Produktionsverfahrens und resultierenden Bereitstellungskosten, der Trockenmasseertrag und die Gasausbeute. Derzeit können Sorghumarten (Hirse) auf Standorten mit geringer Wasserversorgung mit Mais konkurrieren. Die züchterische Bearbeitung wird derzeit erst intensiviert. Deshalb kann oft noch keine angepasste Sortenwahl erfolgen. Gleiches gilt für Ganzpflanzengetreide, wobei sich Sortenmischungen zur Erhöhung der Ertragssicherheit anbieten. Auf guten Ackerböden kann auch die Zuckerrübe auf die Gaserträge von Mais kommen. Aufgrund ihres hohen Zuckergehalts wird sie im Fermenter schnell umgesetzt. Ernte und Lagerung der Biogasrüben werden derzeit noch optimiert. 

Unter den exotischen Pflanzenarten zeichnen sich in Anbauversuchen für die über zehn Jahre nutzbare "Durchwachsene Silphie" Methanerträge ab, die auf wärmeren Standorten an den Mais heranreichen. Auch Anbauversuche  mit mehrjährigen blühenden Widpflanzenmischungen haben zum Teil vielversprechende Ergebnisse gebracht. Sie können die Artenvielfalt auf deutschen Äckern deutlich erhöhen.

Was ist unter der „Teller-Tank Diskussion“ zu verstehen?

Das häufig eingesetzte Schlagwort weist auf die Nutzung landwirtschaftlicher Flächen für den Energiepflanzenanbau („Tank“) und einer dadurch möglichen Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion („Teller“) hin.  

Welche ökologischen Ansätze gibt es im
Energiepflanzenbau?

Derzeit stellt Mais, mit allen bekannten Nachteilen, als NawaRo für die Biogasproduktion den Mammutanteil. Um die Biodiversität zu erhöhen und die Nachteile stark eingeschränkter Fruchtfolgen zu mindern, laufen derzeit breit angelegte Anbauversuche mit bekannten heimischen Arten, für die seitens der Züchtung ertragreiche Sorten gefunden und ein angepasstes Anbauverfahren entwickelt wird. Dazu zählen Ganzpflanzengetreide, auch als Arten- und Sortenmischungen, Rüben und Sonnenblumenganzpflanzen. Daneben wird daran gearbeitet, Anbauempfehlungen für geeignete exotische Pflanzenarten zu entwickeln und diese in die Fruchtfolgen zu integrieren.

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