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Energieversorgung gegen Hunger

Was immer es für Ideen gibt, um Menschen überall auf der Welt ein Einkommen zu ermöglichen – sie scheitern oft an fehlender Energie und zwar schlicht an Strom.

Solarzellen
pixabay

(aid) – Was immer für Ideen in der Entwicklungszusammenarbeit hervorgebracht werden, um den Menschen ein Einkommen zu ermöglichen – sie scheitern oft an der fehlenden Energie. Und zwar nicht an der fehlenden Energie der Menschen, ihre Situation selbst zu verbessern, sondern schlicht an Strom.

Eine neue Studie des Berlin Instituts für Bevölkerung und Entwicklung weist darauf hin, dass der Teufelskreis aus Armut und hohem Bevölkerungswachstum durchbrochen werden könnte. Und zwar, wenn die Energieversorgung, vor allem in ländlichen Gebieten ärmerer Länder verbessert würde. Denn um marktgerechte Qualität zu erzeugen und um durch Weiterverarbeitung besser an der Wertschöpfungskette beteiligt zu werden, braucht es Strom. Die Wissenschaftler sehen große Potenziale in erneuerbaren Energien und sind der Ansicht, dass das fossile Zeitalter, das die Industrienationen durchlaufen haben, ohne große Schwierigkeiten übersprungen werden kann.

Ein Beispiel aus Tansania: Frauen einer Maasai-Gemeinschaft betreiben eine Mehlmühle als Kooperative. Sie können so Mais weiter verarbeiten und zu einem höheren Preis verkaufen. Das sichert ihnen und ihren Familien ein Einkommen und macht sie unabhängiger vom Graswachstum und von kleinen Ziegenherden. Doch was tun, wenn es keinen Strom im abgelegenen „Busch“ gibt? Der Verkaufserlös würde nicht ausreichen, um die Anschaffung eines Generators und dessen laufende Kosten zu decken. Klein-Business ist aber ein probates Mittel, um Menschen aus der Armut zu befreien – und somit nicht zuletzt Fluchtursachen zu bekämpfen. Das hohe Wirtschaftswachstum der letzten Jahre in den Ländern südlich der Sahara hat laut Berlin Institut vielerorts die Erwartung geweckt, Afrika könnte es den asiatischen Tigern nachtun und einen raschen Entwicklungssprung schaffen. Doch das anhaltend hohe Bevölkerungswachstum bremst die wirtschaftliche Entwicklung. Niedrige Produktivität, fehlende Wertschöpfung und eine mangelnde Energieversorgung sind weitere Hemmschuhe. Dabei habe die Region beste Voraussetzungen, durch den Ausbau einer regenerativen Energieversorgung, durch Verbesserungen in der Landwirtschaft und einer weiterverarbeitenden Lebensmittelindustrie einen eigenen Entwicklungsweg zu finden, so die Studie.

Friederike Heidenhof aus Arusha/Tansania, www.aid.de

 

Weitere Informationen:

http://www.berlin-institut.org/publikationen/discussion-papers/Jobs_fuer_Afrika

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