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Erdbeeren: Verbraucherschutz

Erdbeeren genießt man am besten aus heimischen Freilandanbau, optimalerweise ökologisch erzeugt. Importierte Früchte sind oftmals höher mit Schadstoffen belastet.

Eine Pappschale mit Erdbeeren, eine Hand hält eine Erdbeere
Smileus / Fotolia.com

Auch außerhalb der heimischen Erdbeersaison sind die leckeren Früchte im Handel erhältlich. Dafür werden Erdbeeren aus dem sonnigen Süden importiert, zum Beispiel aus Andalusien.

Besser heimische als importierte Erdbeeren genießen?

Erdbeeren außerhalb der heimischen Saison stammen häufig aus Südeuropa oder Nordafrika. Dort werden sie in großen Monokulturen auf kargen Böden produziert. Der Wasserverbrauch und der Dünger- und Pflanzenschutzmitteleinsatz ist hoch. Für die Auswahl der Sorten ist besonders ihre Tauglichkeit für den Transport und weniger der Geschmack ausschlaggebend. Drei bis zehn Tage liegen zwischen Ernte und Verzehr. Um während des Transports die Schimmelbildung zu reduzieren, werden die Früchte häufig mit Pflanzenschutzmitteln behandelt.

Es spricht also einiges dafür, auf die heimische Freiland-Erdbeersaison (Hauptsaison von Mai bis Juli) zu warten. Deutsche Erdbeeren aus marktnaher Erzeugung werden reifer geerntet und sind daher vollmundiger im Geschmack. Reife Erdbeeren haben auch einen höheren Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen und bioaktiven Substanzen. Zusätzlich entfallen die langen Transportwege. Das kommt sowohl der Umwelt als auch den Früchten zu Gute.

Schadstoffbelastung bei Erdbeeren

Wie groß ist die Schadstoffbelastung bei Erdbeeren?

Erdbeeren zählen zu den mit Pflanzenschutzmittelrückständen stärker belasteten Früchten.

Bio-Erdbeeren in einer Kiste
Bio-Erdbeeren enthalten mehr wertvolle Inhaltsstoffe

Erdbeeren aus dem In- und Ausland enthalten häufig Rückstände von Pflanzenschutzmitteln, in den meisten Fällen von mehreren Wirkstoffen gleichzeitig. Allerdings werden die zulässigen Höchstmengen in der Regel nicht überschritten. Dies zeigen Untersuchungen des Niedersächsischen Landesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) aus dem Jahr 2013:

Von den 52 untersuchten Proben waren 3 rückstandsfrei, in 88 % der Proben wurden Mehrfachrückstände festgestellt. Meist wurden 3-7 Wirkstoffe nachgewiesen, in einer Probe sogar 11. Ein Vergleich mit Erdbeeren aus Spanien, den Niederlanden und Italien zeigte nur geringe Unterschiede. So fand LAVES in 84 % dieser Früchte Mehrfachrückstände und maximal 8 Wirkstoffe in einer Probe (LAVES 2015).

Erdbeerproben aus ökologischem Landbau enthalten vergleichsweise selten Rückstände von Pflanzenschutzmitteln, da für ihre Erzeugung keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel verwendet werden dürfen.

Selbstgepflückte Erdbeeren und Schadstoffe

Wenn Sie Erdbeeren selbst pflücken möchten, vermeiden Sie Standorte, die direkt an einer Straße liegen. Denn durch Kfz-Emissionen, Reifenabrieb und Straßenverschleiß können giftige Stoffe auf die Felder und somit auf die dort angebauten Früchte gelangen.

Nicht nur die Abgase, sondern insbesondere die "niederschlagsbedingten Fahrbahnabflüsse" werden von Experten als problematisch angesehen. Grund sind unter anderem die Schwermetallgehalte zum Beispiel von Blei und Cadmium sowie auch der Gehalt an Chlorid.

Ein Erdbeerfeld mit Selbstflückern
Beim Selbstpflücken von Erdbeeren sollte man Standorte direkt an der Straße vermeiden

 

Autorinnen: Ruth Rösch, Attendorn, Heike Stommel, Bonn und Dr. Claudia Müller, Bonn |

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