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Ernährungskommunikation in der Schule

Der Ess- und Konsumalltag junger Menschen ist komplex. Verbote und erhobene Zeigefinger helfen genauso wenig wie enge Regeln. Eine moderne Ernährungs- und Verbraucherbildung geht anders...

Strenge Frau zeigt mit Finger
darkbird / Fotolia.com

Was Julchen nicht lernt, lernt Jule nimmermehr. Das könnte ein Grundsatz der klassischen Ernährungsbildung gewesen sein. Aus der Frauen- und Mädchenbildung kommend sollte sie fit machen zur Sorge für Familie und Volk. Vermittelt wurden breite Zusammenhänge zwischen Nahrung, Küche und Mensch. Die Betrachtung von Essen nach dem Kriterium gesund oder ungesund stand damals noch nicht im Vordergrund.

Ernährung vs. Essen

Mit der Zeit hat die naturwissenschaftliche Forschung immer genauer aufs Essen und den Gesundheitswert unserer Nahrung geschaut. Das hat den Weg zum „richtigen“ und „falschen“ Essen geebnet und ebenso für den Fokus auf Vernunft (statt Genuss) beim Essen. Viel traditionelles Wissen wurde in Frage gestellt und wich einer Hoheitsgläubigkeit. Der Verbraucher gab damit viel Eigenverantwortung ab. Ernährung wurde zum Expertenthema, mit einem klaren Gefälle zwischen Experten und Laien. Es entstand eine Kluft zwischen „richtiger Ernährung“ und dem, was wir im Alltag tun: Essen und trinken.

Neues Selbstverständnis

Dieser Hintergrund ist für das Verständnis von Ernährungskommunikation allgemein, besonders aber für den Bildungsbereich von Bedeutung. Denn Ansichten wie die einer „richtigen“ und „falschen“ Ernährung werden immer noch reproduziert, ob in der Familie, der Schule oder den Medien, und es braucht Durchhaltevermögen, um sie zu verlernen.

Wir brauchen ein Umdenken, weil sich der Alltag von Kindern und Jugendlichen nicht nur aus „gesunden“ und „ungesunden“ Lebensmitteln zusammensetzt. Er ist deutlich komplexer und geprägt durch vielschichtige Konsumentscheidungen. Dem muss der Bildungsbereich Rechnung tragen und, wie REVIS es tut, den essenden, handelnden Menschen in den Mittelpunkt stellen. Damit junge Menschen als Experten ihres eigenen Alltags ihr Konsumverhalten selbstbestimmt, verantwortungsbewusst und mit Genuss gestalten können.

Quelle: Vortrag "Von der falschen Ernährung" zum "essenden Menschen" von Anke Oepping, Universität Paderborn, beim 9. aid-Forum

Autorin: Andrea Fenner, Edinburgh |

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