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Ernährungskompetenz fördern

Der aid fordert: Mehr Frühförderung und Unterstützung von Familien mit Kindern in Bezug auf Ernährungskompetenz! Idealerweise setzen Maßnahmen schon in der Schwangerschaft an.

Baby will essen
iStock.com / Johnny Greig

Das Fundament für Ernährungskompetenz und -verhalten wird früh gelegt. Schon mit etwa drei Jahren haben Kinder ihre grundlegenden Vorlieben in Bezug aufs Essen und Trinken entwickelt. Studien zeigen: das Wissen über gesunde Ernährung ist in den Familien angekommen. Doch Ernährungsempfehlungen werden u.a. deshalb nicht umgesetzt, weil Menschen nicht mehr kochen können.

Eltern stellen Weichen fürs Essverhalten

Fachleute sind sich einig, dass besonders die Kompetenzen von Familien gestärkt werden müssen. Denn Eltern stellen die Weichen für die Ernährungsgewohnheiten und das Essverhalten ihrer Kinder. Da der Nachwuchs immer seltener zur Mitarbeit im Haushalt aufgefordert wird, erhöht sich nicht nur die Arbeitsbelastung vieler Mütter, die in den meisten gesellschaftlichen Milieus nach wie vor für die Versorgungsarbeit zuständig sind. Es führt auch dazu, dass Kinder und Jugendliche zu Hause kaum noch die wesentlichen Grundkenntnisse und Fertigkeiten zum Einkaufen, Zubereiten oder Lagern von Lebensmitteln erlernen.

Kita und Schule mit gefordert

Nach wie vor ist auch noch nicht flächendeckend sichergestellt, dass Kinder die Kulturtechniken im Rahmen der schulischen Bildung lernen. Das europäische Kernkurrikulum zur Ernährungsbildung und die Bildungsziele nach REVIS (Reform der Ernährungs- und Verbraucherbildung in Schulen) fordern, die Kultur und Technik der Nahrungsmittelzubereitung theoretisch und praktisch zu vermitteln. Seit sich außerdem die Kultusministerkonferenz für mehr Verbraucherbildung in Schulen ausgesprochen hat, ist Handlungsdruck entstanden. Jedes Bundesland muss nun die Vorgaben umsetzen. Einige arbeiten daran, Verbraucherbildung konkret in den Lehrplänen zu verankern. Trotzdem sind wir von einer Umsetzung in der Aus- bzw. Fortbildung von Lehrkräften und in der Schule noch weit entfernt.

Der aid hat mit Projekten wie dem aid-Ernährungsführerschein und vielen weiteren kompetenzorientierten Materialien die Forderung bereits aufgegriffen und zeigt, wie eine moderne Ernährungs- und Verbraucherbildung gelingen kann.

[BILDERSTRECKE 1763]

So erreichen wir das Ziel

  1. Wir brauchen mehr Frühförderung und Unterstützung von Familien mit Kindern in Bezug auf Ernährungskompetenz. Maßnahmen sollten schon vor dem Kindergartenalter ansetzen, idealerweise bereits ab der Schwangerschaft. Ein gutes Beispiel ist das Netzwerk Gesund ins Leben, eine vom aid durchgeführte IN FORM-Initiative.
  2. Ernährungskompetenz muss auch im Rahmen der Ernährungsbildung in Kindergarten und Schule vermittelt werden.
  3. Die „Kultur und Technik der Nahrungszubereitung“ muss verpflichtend im Kanon der Allgemeinbildung verankert werden.
  4. Eine deutlichere Ansprache von Jungen und Männern ist nötig. Sie müssen sehr viel intensiver in das tägliche Ernährungshandeln einbezogen werden.
  5. Die Esskultur muss gefördert und wieder wertgeschätzt werden. Auch das ist neben der Vermittlung von Ernährungswissen eine wichtige Aufgabe, der wir uns als als Ernährungsexpertinnen und Experten stellen müssen.

Quelle: Du isst, wie du bist? Ernährungskompetenz ist Lebenskompetenz (Best.-Nr. 3975)

Andrea Fenner, Edinburgh |

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