Springe direkt zum Inhalt , zum Menü .

Erneuerbare Energien am Markt

Seit Inkrafttreten des EEG 2014 müssen Betreiber von Erneuerbare-Energien-Anlagen ihren Strom direktvermarkten. Damit soll die Stromproduktion aus dem abgeschotteten EEG-System befreit werden.

Biogasfermenter und Windrad
iStock.com / Oliver Hoffmann

Bislang konnten die meisten Betreiber von Biogas-, Solar- und Windkraftanlagen ihren Strom fast ausschließlich zu den Vergütungssätzen des EEG in das Stromnetz einspeisen. Das hat sich bereits mit der Novelle des EEG 2012 geändert. Es setzte erstmals auf neuartige Instrumente, um die Direktvermarktung des Stroms anzukurbeln. Mit dem neuen EEG 2014 wird für weitere Erneuerbare-Energien-Anlagen eine Direktvermarktung verpflichtend vorgeschrieben.

Ziel ist es, die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien aus dem abgeschotteten System der EEG-Vergütung in das Marktgeschehen zu überführen. Um die Zahl selbstvermarktender Anlagen zu steigern, wurde der Rechtsrahmen für den Verkauf von Ökostrom grundlegend neugeordnet. Es werden damit die Voraussetzungen geschaffen, um die Strombereitstellung aus regenerativen Energien besser an die Nachfrage anzupassen. Erstmals sind mit dem neuen EEG auch „Ausbaukorridore“ geschaffen worden, die den Zubau bei den „Erneuerbaren“ begrenzen.

Ein Kernanliegen der EEG-Reform ist die verbesserte Integration der erneuerbaren Energien in den nationalen und europäischen Strommarkt. Zu diesem Zweck werden Betreiber von größeren Neuanlagen verpflichtet, den von ihnen erzeugten Strom direkt zu vermarkten. Diese Pflicht wird stufenweise eingeführt, damit alle Marktakteure sich darauf einstellen können:

  • ab 1. August 2014: alle Neuanlagen ab einer Leistung von 500 Kilowatt,
  • ab 1. Januar 2016: alle Neuanlagen ab einer Leistung von 100 Kilowatt

Stromvermarktung mit dem Marktprämienmodell

Die im EEG 2012 erstmals verankerte Marktprämie soll die wirtschaftlichen Risiken des Stromverkaufs für die Betreiber weitgehend abfangen. Diese Ausgleichszahlung sichert dem Anlagenbetreiber die Differenz zwischen Strompreisen an der Börse und anlagenspezifischen Einspeisevergütungen. Unter bestimmten Voraussetzungen kann außerdem eine Flexibilitätsprämie gewährt werden: Bei Direktvermarktung soll sie den technischen Ausbau der Anlagen für mehr Leistungsflexibilität unterstützen. Gefördert werden zum Beispiel zusätzliche Speicherkapazitäten und kurzfristig abrufbare BHKW-Zusatzleistungen.

Eine Direktvermarktung kann neue Wege zu Mehrerlösen öffnen. Ein einzelner Betreiber ist für die Vermarktung seines Stroms auf einen Stromhändler angewiesen. Als Alternative bietet sich die genossenschaftliche Vermarktung von Strom aus Erneuerbaren an. Viele Betreiber von Windkraftanlagen und zunehmend auch von Biogasanlagen verkaufen ihren Strom selbst oder lassen ihn vermarkten. 

Autoren: Christiane Aumüller-Gruber, Bonn und Thomas Gaul, Gehrden |

als hilfreich bewerten 0 Versenden
Erneuerbare Energien aus der Landwirtschaft

Medienshop-Tipp

Mediensammlung Erneuerbare Energien aus der Landwirtschaft

Erneuerbare Energien sind für die Landwirtschaft eine wichtige Einkommensquelle. Das Medienpaket gibt Landwirten einen Überblick, über die Möglichkeiten und rechtlichen Aspekte der alternativen Energieerzeugung. mehr...