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Positive Veränderungen im deutschen Forst

Experten hatten es schon lange gewusst. Es tut sich was in unseren Wäldern: Mehr Laubbäume, mehr alte Bäume, mehr Totholz.

Baumstamm und Baumkrone mit grünem Laub
aid

Der deutsche Wald verändert sich, und zwar schon seit einigen Jahrzehnten. Lange Zeit von der Öffentlichkeit kaum bemerkt, lassen sich die Veränderungen inzwischen nicht mehr übersehen.

Anteil an Laubbäumen nimmt stetig zu

Die 2012 durchgeführte bundesweite Waldinventur zeigt die Veränderungen deutlich: Der Anteil der Laubbäume an der deutschen Waldfläche steigt schon seit Langem und beträgt inzwischen etwa 44 %. Vor 25 Jahren war der Laubanteil noch bei 29 %, vor zwanzig Jahren bei 33 %, im Jahr 2002 bei 40 %. Besonders die Waldflächen mit Buchen haben stark zugenommen, allein von 2002 bis 2012 um mehr als 100.000 ha, das heißt, jedes Jahr kamen über 100 km2 Buchen zusätzlich hinzu.

Immer mehr Bäume werden sehr alt

An Alter (und damit an – ökologischer – Reife) haben die deutschen Wälder ebenfalls gewonnen: Die Flächen mit über 100-jährigem Wald nahmen erheblich zu.
Bei Weitem am stärksten angestiegen ist die Waldfläche mit sehr alten, über 160-jährigen Bäumen (2002 bis 2012: plus 45 %). Ein enormer Anstieg innerhalb kurzer Zeit! Das heißt, es werden immer mehr Bäume sehr alt. Und diese sehr alten Bäume sind besonders als Lebensraum für viele Tierarten von Bedeutung.
Auch die Menge an ökologisch sehr wichtigem Totholz hat auf durchschnittlich gut 20 m3 je Hektar zugenommen. Das sind deutschlandweit nahezu 225 Mio. m3 Totholz, das sich langsam zersetzt und dabei Tausenden von spezialisierten Tierarten und Pilzen ein Zuhause bietet.

Holznutzung: intensiver und zugleich nachhaltig

Neben den Öko-Pluspunkten gab es aber auch Pluspunkte für die Holznutzung.
Denn parallel zur „ökologischen Reifung“ nahm auch die Holznutzung deutlich zu. Seit 2002 wurden jedes Jahr durchschnittlich über 75 Mio. m3 Holz (Erntemaß ohne Rinde) genutzt. Vor zwanzig Jahren lag die Menge des genutzten Holzes im Mittel noch bei etwa 40 bis 50 Mio. m3.

Damit wird deutlich, dass in den letzten Jahren zwei Entwicklungen parallel liefen: Bei intensiver, aber nachhaltiger Nutzung nahmen auch ökologisch wertvolle Strukturen immer mehr zu.

Rainer Schretzmann, aid |

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