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Essbare Folienpackung aus Milcheiweiß

Es regt sich etwas in Bezug auf den technischen Fortschritt zur Vermeidung von Plastikmüll. Spätestens seit der Diskussion um Plastik in den Meeren, sehen Verbraucher Müll zunehmend kritisch.

Milchsplash
adimas / Fotolia.com

(aid) – Es regt sich etwas in Bezug auf den technischen Fortschritt zur Vermeidung von Plastikmüll. Millionen von Lebensmittel weltweit werden traditionell in erdöl-basierten Plastikverpackungen angeboten, um die Produkte gegen Verderben zu schützen. Doch nicht erst seit die Diskussion um Plastik-Teile in den Weltmeeren entfacht ist, sehen Verbraucher den anfallenden Müll zunehmend kritisch. Auch in herkömmlichen Müllhalden bleiben diese Packungen über Jahrzehnte für die Nachwelt „erhalten“.

Wissenschaftler der American Chemical Society haben nun einen ganz neuen Werkstoff vorgestellt und preisen gleichzeitig seine hervorragenden Eigenschaften: eine Folie aus dem Milchprotein Casein, versetzt mit etwas Zitrus-Pektin zur „Verstärkung“.

Biologisch abbaubare Verpackungen sind bereits seit Jahren auf dem Markt – zwar nicht aus Proteinen, aber aus Stärke hergestellt. Die Casein-Folie habe jedoch den Vorteil, dass sie wesentlich feinporiger und somit dichter und stabiler sei. Die amerikanischen Wissenschaftler gehen sogar noch weiter: nicht nur, dass die Verpackung aussehe wie Folie, luftdicht sei und zudem nicht im Verdacht stehe, unerwünschte chemische Substanzen abzugeben – sie sei sogar essbar.

Nun, das sind stärke-basierte „Pappteller“ auch, doch kaum jemand kommt erfahrungsgemäß auf die Idee, sein geschmackloses Behältnis nach dem Essen als „Nachtisch“ aufzufuttern. Daher denken die Wissenschaftler darüber nach, die neue Folie mit Vitaminen und Geschmacksstoffen anzureichern, damit die Folie nicht nur essbar, sondern auch noch „schmeckbar“ wird.

Ob darauf die Welt gewartet hat, ist nicht erwiesen, jedoch wird es den Verbrauchern ein zusätzlich gutes Gefühl vermitteln, dass die Packung chemisch derart harmlos ist, dass man sie theoretisch auch essen könnte.

Eine wesentlich interessantere Anwendung scheint da der Ersatz der unzähligen Beschichtungen auf Packungen, die keine Feuchtigkeit oder Fett durchsickern lassen sollen. Hier die Kunststoffbeschichtung durch Milchproteine zu ersetzen, ist die zukunftsorientierte Idee der Wissenschaftler.

Derzeit werden Prototypen produziert und in drei Jahren sollen die ersten Packungen in den Läden Amerikas zu erhalten sein.

Friederike Heidenhof, www.aid.de

Weitere Informationen:

http://www.eurekalert.org/pub_releases/2016-08/acs-efp072116.php

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