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"Essbare Stadt" Andernach

Urban Gardening in Andernach, ein Konzept der Stadtverwaltung mit dem Namen "Essbare Stadt Andernach". Der aid hat das Projekt besucht und berichtet darüber.

Weinrebe am Rathaus Andernach
Gesa Maschkowski

Öffentliche Grünflächen sollen der Erholung dienen und das Stadtbild aufwerten. Doch in vielen Innenstädten wirkt das Grün wenig einladend. Oft sind die Anlagen mit Müll oder Hundekot verschmutzt und wenig attraktiv gestaltet. Nicht so in Andernach, einer kleinen Stadt in Rheinland-Pfalz. Hier werten Wildblumenbeete, Obst- und Gemüsepflanzen öffentliche Freiflächen auf. Überall gibt es etwas zu bestaunen.

„Essbare Stadt“ heißt das Konzept der Stadtverwaltung Andernach, mit dem die kommunale Grünplanung im Jahr 2007 ohne Mehrkosten nachhaltig umgestaltet wurde. Mit Erfolg: An der historischen Stadtmauer wachsen jetzt Kartoffeln, Zucchini und Grünkohl, der Burggraben ist zu einem Miniweinberg geworden und die Verkehrsinseln locken mit ihren Staudenbeeten Bienen und Schmetterlinge an. Das Besondere: Jeder darf die Beete betreten und die Pflanzen ernten. Ein ganz neues Stadterlebnis.

Am Stadtrand von Andernach wurde zusätzlich ein 14 Hektar großes Gelände zu einer öffentlichen Permakulturanlage umgestaltet. Hier leben Sattelschweine und eine seltene Schafsrasse ist zu bewundern. Das Projekt hat nicht nur ökologische Ziele, sondern auch soziale: Langzeitarbeitslose finden im ökologischen Obst- und Gemüsebau eine sinnvolle Beschäftigung und die Bevölkerung kann das Gelände zur Umweltbildung und Naherholung nutzen. Alle auf der Anlage produzierten Nahrungsmittel werden in einem Laden in der Stadt verkauft.

Das Projekt „Essbare Stadt Andernach“ kommt sehr gut bei den Bürgern an und viele Kommunen sind an dem Konzept interessiert. Vielleicht können wir bald in vielen anderen Städten Obst und Gemüse auf öffentlichen  Grünflächen bestaunen.

Was ist eigentlich Permakultur?

Unter Permakultur versteht man individuelle Konzepte nachhaltiger Lebens- und Bewirtschaftungsformen. Im Mittelpunkt der Permakultur stehen Grundwerte wie der achtsame Umgang mit der Natur und mit den Mitmenschen sowie eine faire Verteilung von Gütern in der Gemeinschaft. Mit einem möglichst geringen Einsatz an Arbeit, Energie und Rohstoffen sollen Lebenssysteme langfristig erhalten bleiben.

Die Herausforderung dabei ist, natürliche Kreisläufe so zu nutzen, dass sie sich immer wieder möglichst selbstständig regulieren und an veränderte Umweltbedingungen anpassen können. Vielfalt spielt in der Permakultur eine große Rolle: Vielfältige Systeme sind widerstandsfähiger. Sie können sich besser an veränderte Umweltbedingungen anpassen.

Permakultur in Andernach

Im Permakulturgarten Andernach wird in Gemeinschaftsarbeit ökologisch und ökonomisch sinnvoll gewirtschaftet. Langzeitarbeitslose erhalten hier eine Ausbildung in der ökologischen Landwirtschaft. Sie pflegen Streuobstwiesen und Hecken, bauen Insektenhotels, bewirtschaften die Gemüsebeete und kümmern sich um die Schafe und Schweine. Für die Bevölkerung gibt es im Permakulturgarten Themenführungen oder Mitmachaktionen.

Video: Die essbare Stadt Andernach

Kurzfilm der Deutschen Welle aus dem Jahr 2012 über das Projekt "Essbare Stadt" in Andernach auf YouTube.

Zu Wort kommen Lutz Kosack, der Initiator des Projekts, Achim Hütten, der Oberbürgermeister von Andernach und Bürger der Stadt. (Dauer: 4:31 Min.) 

 

Carmen Menn |

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Salat im Pflanzkasten
arinahabich / Fotolia.com

Praxis-Tipp

Newsmeldung Schadstoffe beim urbanen Gärtnern vermeiden

Wie können mögliche Schadstoffeinträge bei der Lebensmittelproduktion in der Stadt möglichst gering gehalten werden? Dies erforschte die Geografin und Biologin Dr. Ina Säumel am Institut für Ökologie der TU Berlin. Sie untersuchte die Schwermetallbelastung von Obst, Gemüse und Speisepilzen aus dem Stadtgebiet in Berlin. Fazit: Beim schadstoffarmen Urban Gardening ist die richtige Auswahl der Erde entscheidend und ein Anbau in ausreichender Entfernung von Straßen.

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