Springe direkt zum Inhalt , zum Menü .

Wie Emotionen unser Essen beeinflussen

Dem einen schlägt Stress auf den Magen, der andere futtert hemmungslos. Beiden Esstypen können unterschiedliche Ansätze des Stressmanagements helfen, aus dem Stresskreislauf auszubrechen.

Mann am Steuer mit Donut und Kaffeebecher
iStock.com / TommL

Morgens in der S-Bahn auf dem Weg zur Arbeit, mittags zwischen zwei Terminen am Schreibtisch und abends vor dem Fernseher – für viele Menschen ist Essen zur Nebensache geworden. Als Grund wird oftmals der Stress im Alltag genannt. Genuss und Wertschätzung bleiben dabei allerdings auf der Strecke und auch Auswahl und Zusammensetzung des Essens finden wenig Beachtung.

Wenn Sie Klienten befragen, wie sich Stress auf ihr Ess- und Trinkverhalten auswirkt, kristallisieren sich unterschiedliche Verhaltensweisen heraus: Es gibt so genannte Stressesser, die hemmungslos futtern und fett- und zuckerreiche Speisen in kurzer Zeit verschlingen. Sie neigen dazu, bei Dauerstress Übergewicht zu entwickeln. Sogenannte Stresshungerer schlagen Kummer, Ärger oder Hektik auf den Magen. Sie leiden unter Appetitlosigkeit und Übelkeit und verlieren bei anhaltendem Stress häufig an Gewicht. Aber auch die Art und Intensität des stressauslösenden Faktors spielt eine wichtige Rolle. Extreme Stressoren führen häufig dazu, dass der Betroffene weniger isst. Leichte stressauslösende Faktoren und interpersonaler Stress wie Zurückweisung oder Einsamkeit führen eher zum Überessen.

Stressmanagement – lang- und kurzfristig

Beide Esstypen geraten in einen Stresskreislauf, aus dem es auszubrechen gilt. Folgende Ansätze des Stressmanagements können hierbei helfen:

  • Der instrumentelle Ansatz dient dazu, den Auslöser für den Stress auszuschalten, beispielsweise durch Delegieren oder „Nein-sagen“.
  • Beim kognitiven Stressmanagement werden Faktoren, die den Stress stärken, ausgeräumt, indem das Verhalten hinterfragt und in förderliche Verhaltensweisen umgewandelt wird, zum Beispiel neue Aufgaben als Herausforderung betrachten.
  • Die regenerative Stressbewältigung hilft, negative Emotionen wie Angst zu mildern und durch positive Gefühle wie Freude zu ersetzen, zum Beispiel durch Musik, Entspannungsbad oder Sport.
Karottensticks

Diese verschiedenen Strategien der Belastungsbewältigung sind im Rahmen einer längerfristigen Beratung sinnvoll. Kurzfristig helfen ein paar Tipps. Stressessern können Sie beispielsweise empfehlen, Gemüsesticks zu knabbern oder – wer es mag und nicht Hunger davon bekommt – zuckerfreies Kaugummi zu kauen. Denn häufig beruhigt sie nicht das Essen an sich, sondern das Kauen. Stresshungerern fällt es unter Druck leichter, flüssige oder weiche Lebensmittel zu essen wie püriertes Obst, Buttermilch, Joghurt oder ein Glas Saft. Diese Lebensmittel sind gut zu schlucken und helfen die Appetitlosigkeit zu überwinden.

Nadia Röwe, aid |

als hilfreich bewerten 0 Versenden
Beraten mit dem Energiedichteprinzip Medienpaket mit Mahlzeitenkarten

Medienshop-Tipp

Beratungsmaterial Beraten mit dem Energiedichteprinzip Medienpaket mit Mahlzeitenkarten

Energie einsparen bedeutet nicht, auf Geschmack oder Menge zu verzichten. Das verdeutlichen Sie in der Beratung mit den Vergleichsgerichten der Mahlzeitenkarten. Die 60 Karten bestehen aus 30 Mahlzeiten-Paaren. mehr...

Hörfunkbeitrag März 2015

Frau mit Weintrauben
aid

Macht Essen süchtig?

Kontrollverlust beim Essen, Magersucht, krankhaftes Übergewicht - Essstörungen sind bei uns verbreitet wie nie, können aber ganz unterschiedliche Ursachen haben.
Download - [PDF 66,64kB] Download - [MP3 6012,24kB] Anhören - [0:00 min]

Lesetipp

Fachzeitschrift "Ernährung im Fokus" Essen und Psyche

Die Fachzeitschrift des aid "Ernährung im Fokus" hat die Ausgabe 5-6/2013 dem Schwerpunktthema "Essen und Psyche" gewidmet. Drei Beiträge und ein Interview bieten vielfältige Informationen, angefangen von der komplexen Wechselbeziehung zwischen Essen und Psyche, über Störungen des Körperbildes bis hin zu Essen gegen Stress.

Zur Ausgabe 5-6/2013 im aid-Medienshop

In Heft 11-12/2013 finden Sie ergänzend dazu, wie welche Möglichkeiten es zur Stressbewältigung gibt.

Zur Ausgabe 11-12/2013 im aid-Medienshop

Lesetipp

Das Thema Essstörungen in "Ernährung im Fokus" Die Rolle der Eltern und die Auslöser von Essanfällen

Wie die wachsende Zahl übergewichtiger Kinder und Jugendlicher sowie das Auftreten von gestörtem Essverhalten zeigt, erfordert der Umgang mit Lebensmitteln Kompetenzen. Der Titelbeitrag informiert, wie Eltern durch ihre Erziehung und ihr Vorbild gestörtem Essverhalten bei ihren Kindern vorbeugen können. Welche Faktoren einen Essanfall im Rahmen einer Bulimia nervosa auslösen können, erfahren Sie im zweiten Titelbeitrag im Heft 3-4/2014.

Zur Ausgabe 3-4/2014 im aid-Medienshop

Verflixtes Schlaraffenland: Wie Essen und Psyche sich beeinflussen - Tagungsband zum 16. aid-Forum

Medienshop-Tipp

Verflixtes Schlaraffenland: Wie Essen und Psyche sich beeinflussen - Tagungsband zum 16. aid-Forum

Was, warum und wie essen wir? Das entscheidet nicht nur der Körper, sondern auch die Psyche. Umgekehrt beeinflusst unser Essverhalten auch unser Wohlbefinden. Acht Experten beleuchten die komplexe Wechselwirkung zwischen Essen und Psyche. mehr...

Lesen Sie dazu auch

Wie Essen und Psyche sich beeinflussen: 16. aid-Forum: Verflixtes Schlaraffenland

Kinder und Jugendliche im Fokus

Besorgte Frau mit Teenager
Fotolia.com / gpointstudio
Echt unterrichtsreif:
Themenportal
"Bildung und Schule"
Essstörungen und Schlankheitsideal

Sie vermuten bei einer Schülerin oder einem Schüler eine Essstörung? Hier finden Sie Hinweise zum Umgang damit und Material rund ums Schlankheitsideal für den Unterricht.

mehr...
Salutogenese in der Schule

Der salutogenetische Ansatz ist heute eine wichtige Grundlage für Maßnahmen und Konzepte der Gesundheitsförderung. Doch was genau verbirgt sich hinter dem Konzept?

mehr...