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Essstörungen und Schlankheitsideal

Sie vermuten bei einer Schülerin oder einem Schüler eine Essstörung? Hier finden Sie Hinweise zum Umgang damit und Material rund ums Schlankheitsideal für den Unterricht.

Besorgte Frau mit Teenager
kmiragaya / Fotolia.com

Ronja scheint sich nur noch von Diät-Cola zu ernähren. Ihre Lehrerin Frau M. kann sich kaum noch erinnern, wann sie die 15-jährige zuletzt mit etwas zu essen gesehen hat. Dafür scheinen sich fast alle Gespräche, die sie im Vorbeigehen mitbekommt, nur noch ums Gewicht zu drehen. Frau M. ist unsicher, sind das Anzeichen einer Essstörung?

Kinder und Jugendliche sind eine Risikogruppe für die Entwicklung von Essstörungen. Vor allem junge Mädchen haben häufig extreme Vorstellungen über die ideale schlanke Figur, verstärkt oder ausgelöst durch die in Medien propagierte Gleichsetzung von Schlankheit, Schönheit, Attraktivität und Leistungsfähigkeit.

Dies führt dazu, dass Jugendliche mithilfe von Ernährung und Sport versuchen, ein extremes Körperideal zu erreichen und bei Jugendlichen die Häufigkeit von Essstörungen, Körperwahrnehmungsstörungen und Untergewicht bzw. Gewichtsschwankungen zunehmen.

Einfühlsames Vorgehen und professionelle Hilfe wichtig

Sowohl zur Vorbeugung als auch zur Behandlung von Essstörungen bedarf es ganzheitlich angelegter, interdisziplinärer Ansätze. Wenn Sie den Verdacht haben, dass ein Schüler oder eine Schülerin an einer Essstörung leidet, sind Fingerspitzengefühl und – wenn sich der Verdacht erhärtet und die Betroffenen es wollen – professionelle Hilfe notwendig.

Bei etwa einem Fünftel aller Heranwachsenden zwischen 11 und 17 Jahren finden sich Hinweise auf ein gestörtes Essverhalten. Das hat die KiGGS-Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland gezeigt. Mädchen sind dabei fast doppelt so häufig betroffen sind wie Jungen. Nicht jede Auffälligkeit führt zwangsläufig zu einer Essstörung. Dennoch sollten Eltern, Lehrkräfte und Freunde aufmerksam sein. Denn der Übergang von einem gestörten Essverhalten zur Krankheit Esstörung ist fließend. Und: je frühzeitiger sie behandelt wird, desto günstiger sind die Heilungschancen.

Das Thema im Unterricht

Schuklasse diskutiert

Sie können das Thema Essstörungen und Schlankeitsideal zum Unterrichtsthema machen. Das allein wird kaum Diätverhalten abbauen oder Vorurteile gegenüber den dicken Menschen zerstreuen. Trotzdem sollten Jugendliche informiert sein und wissen, dass es Erwachsene gibt, die das Schlankheitsideal differenziert sehen. Für Jugendliche, die an einer Essstörung leiden, ist es wichtig, zu erfahren, dass es Menschen gibt, die ihre Probleme kennen, sie ernst nehmen und ihnen professionelle Hilfe anbieten. Durch eine Recherche zum Thema Essstörungen können betroffene Jugendliche Hinweise auf Hilfsangebote erhalten, ohne sich persönlich offenbaren zu müssen. Wenn es in der Nähe eine Beratungsstelle gibt, können Sie auch dort anfragen und die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in den Unterricht einbinden.

aid setzt auf positiv ausgerichtete Gesundheitsförderung

"Die KIGGS-Ergebnisse haben bestätigt, dass Kampagnen und Aktivitäten, die einen Einfluss auf das Ernährungsverhalten bei Kindern und Jugendlichen erzielen wollen, nicht die Prävention von Übergewicht oder Erkrankungen in den Vordergrund stellen sollten", folgert Dr. Margret Büning-Fesel, Geschäftsführender Vorstand des aid. "Stattdessen ist eine positiv ausgerichtete Gesundheitsförderung erforderlich, die sich eher an einem positiven Körperbewusstsein orientiert. Im Vordergrund stehen dabei der Genuss und die Freude am Essen und an der Bewegung."

Andrea Fenner, Edinburgh |

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Tipp im Web

Infos für Lehrkräfte Unterstützung durch die BZgA

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) richtet sich unter www.bzga-essstoerungen.de mit einem umfangreichen Internetangebot an Betroffene, Angehörige, Fachleute und allgemein Interessierte. Neben Hintergrundinfos und Hinweisen auf Hilfsangebote ist unter 0221-892031 eine anonyme Telefonberatung erreichbar.

Konkret:

Das können Lehrerinnen und Lehrer tun

Ernährung im Fokus - Heft 03-04 2014

Fachzeitschrift

Zeitschrift Ernährung im Fokus - Heft 03-04 2014

Schwerpunkt: Rolle der Eltern bei der Prävention von Essstörungen, Auslösefaktoren von Essanfällen, Alkoholkonsum bei Kindern und Jugendlichen, Forum: Kochen in der Schule, Esskultur: Türkei, Trendscout: Lightprodukte, Ernährungspsychologie: Lerntheorien mehr...