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Eutererkrankungen bei Milchkühen

Euterentzündungen sind die häufigsten und verlustreichsten Krankheiten im Bereich der Milcherzeugung. Häufigste Eutererkrankung ist die subklinische Mastitis.

Euter einer Kuh
iStock.com / taviphoto

In Deutschland beziffern sich die wirtschaftlichen Verluste, die durch Eutergesundheitsstörungen verursacht werden, jährlich auf etwa 1,4 Milliarden Euro. Legt man diese Verlustsumme um auf die jährlich erzeugte Milchmenge von etwa 30 Millionen Tonnen, dann ist jedes erzeugte Kilogramm Milch allein durch Eutererkrankungen von vornherein mit etwa 4,7 Cent an theoretischen Kosten (bzw. an entgangenem Gewinn) belastet.

Subklinische Mastitis ist häufigste Verlustursache

Zurückgeführt werden müssen die Verluste im Wesentlichen auf eine von den Milcherzeugern nicht erkannte oder nicht beachtete subklinische Mastitis. Die Verluste bestehen dabei zu rund 70 % aus der verringerten Milchleistung der betroffenen Euterviertel. Die aufgrund hoher Zellzahlen nicht verwertbare Milch hat einen Anteil von rund 11 % an den Verlusten; erhöhte Remontierungskosten durch vorzeitiges Ausscheiden erkrankter Tiere aus dem Produktionsprozess, erhöhter Arbeitsaufwand für das Melken und die Betreuung erkrankter Tiere sowie Tierarztkosten schlagen zusammen mit etwa 19 % zu Buche.

Jede subklinische Mastitis kostet mindestens 250 Euro je Kuh und Laktation. Eine schwere klinische Euterentzündung mit Fieber und Allgemeinstörungen bedeutet sogar einen Verlust von etwa 500 Euro je Kuh und Laktation.

Aber nicht nur ökonomische Gründe sprechen für die Vermeidung von Euterentzündungen: Milchkühe mit einer akuten Mastitis können starke Schmerzen haben.

Zahlreiche Faktoren begünstigen die Erkrankung

Es sind jedoch nicht allein die Krankheitserreger, die eine Mastitis verursachen. Eine Reihe anderer Faktoren wie Haltungsbedingungen, Melkhygiene und -technik sowie die körpereigene Abwehr der Kuh können die Erkrankung begünstigen. Heutige Milchkühe mit ihren hohen Leistungen sind sehr leichtmelkig (schwächere Schließmuskeln) und haben kürzere Strichkanäle, sodass Krankheitserreger leichter in das Euter eindringen können. Deshalb müssen umweltbedinge Keime im Stall so niedrig wie möglich gehalten werden. Liegeboxen und Laufgänge müssen sauber und trocken sein, denn Bakterien brauchen Feuchtigkeit, um sich zu vermehren. Eine gute Stallhygiene und helle gut durchlüftete Ställe mit breiten Laufwegen und optimal gestaltete Liegeflächen sind damit wichtige Voraussetzung, um die Eutergesundheit einer Herde zu erhalten oder wiederherzustellen. Es gibt also viele Stellschrauben, an denen gedreht werden kann, um Euterentzündungen zu vermeiden.

Autoren: Dr. Wilfried Wolter, Gießen und Thomas Bonsels, Kassel |

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