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Fantasievolles Treiben

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Beim Stichwort Karneval fällt mir noch etwas ein: Ich weiß nicht, ob Ihr regelmäßig Gartenkataloge durchstöbert (ich kann der Versuchung nicht widerstehen, obwohl alle Beete voll sind) ...

Beim Stichwort Karneval fällt mir noch etwas ein: Ich weiß nicht, ob Ihr regelmäßig Gartenkataloge durchstöbert (ich kann der Versuchung nicht widerstehen, obwohl alle Beete proppenvoll sind); aber falls ja, werdet Ihr vielleicht schon gemerkt haben, dass einige Anbieter nicht nur in ihren Pflanzenbeschreibungen ausgesprochen fantasievoll zu Werke gehen. Dass Arten mal eben einen neuen, weil wohlklingenderen oder plakativeren Namen erhalten, kann zwar Verwirrung stiften, ist aber mitunter verständlich. Einige attraktive Pflanzen tragen beispielsweise den Zusatz „Stinkend“ im Namen – was meist völlig übertrieben ist; die Stinkende Nieswurz (Helleborus foetidus; Foto) etwa verbreitet nur dann einen unangenehmen Geruch, wenn man ihren Wurzelstock teilt. Da kann eine Umbenennung zur Imagepflege Wunder wirken.

Stinkende Nieswurz (Helleborus foetidus)
M. Schuppich / Fotolia

Gelinde gesagt irreführend ist es aus meiner Sicht aber, wenn Pflanzen Eigenschaften zugesprochen werden, die sie schlicht nicht haben. „Kletter-Erdbeeren“ beispielsweise gibt es nicht. Erdbeeren bilden von Natur aus Ausläufer und natürlich kann man Sorten, die dies in besonderem Maße tun, an einem Gerüst aufbinden. Unter klettern verstehe ich aber etwas anderes.

Ebenso ärgerlich sind Fotos, auf denen der Fruchtbehang winziger Obstbäumchen mal eben per Photoshop verdoppelt wurde, oder auf denen Blütenfarben so stark nachkoloriert sind, dass sie mit der Wirklichkeit nicht mehr viel gemein haben – standortbedingte Schwankungen hin oder her.

Einige große Pflanzenversender kommen mir daher katalogtechnisch nicht mehr ins Haus, zumal meiner persönlichen Erfahrung nach oft ein direkter Zusammenhang zwischen realitätsfernen Pflanzenbeschreibungen und der gelieferten Qualität besteht. Viel lieber schaue ich mir die bisweilen zwar weniger professionell aufgemachten, aber oft mit viel Liebe zusammengestellten Kataloge und Websites traditioneller Endverkaufsgärtnereien an. Oder ich gehe den klassischen Weg und besuche Gärtnereien oder Gartencenter in der Region, bei denen ich mir die Pflanzen vor Ort ansehen und auch gleich noch etwaige Fragen loswerden kann.

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