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Giftige Pflanzen im Garten

Wer kennt sie nicht: Kirschlorbeer, Thuja oder Stechpalme. Diese Pflanzen sind aus unseren Gärten kaum noch wegzudenken. Was viele jedoch nicht wissen: Diese Pflanzen sind giftig.

violettfarbene Blume
iStock.com / vandervelden

Das Wissen über die Giftigkeit von Pflanzen – vor allem bei "Städtern" – beschränkt sich heutzutage leider auf wenige Arten, wie Fingerhut oder Maiglöckchen. Dass aber auch beliebte Zierpflanzen wie Kirschlorbeer, Goldregen oder Pfaffenhütchen giftig sein können, ist vielen unbekannt. Dieses Unwissen birgt die eigentliche Gefahr.

Welche Pflanzen in meinem Garten sind giftig?

Die Giftigkeit sollte jedoch kein Grund sein, die vielen schönen und nützlichen Pflanzen aus dem Garten zu verbannen. Wer sich gut informiert und gewisse Regeln im Umgang mit diesen Pflanzen einhält, für den besteht keine Gefahr. Heute gibt es eine ganze Reihe gut bebilderter Literatur zum Thema, anhand derer sich schnell und einfach bestimmen lässt, bei welchen Ihrer Pflanzen es sich um giftige Exemplare handelt. Auch im Internet finden sich viele empfehlenswerte Informationen (siehe Linkliste unten). Sollten Sie eine Pflanze in Ihrem Garten nicht selber bestimmen können, ziehen Sie einen Fachmann, zum Beispiel einen Gärtner, zu Rate.

Vorsicht bei Kindern

Vergiftungen durch Pflanzen verhindert man, indem man den Kontakt giftiger Pflanzenteile mit der Haut oder den Schleimhäuten vermeidet. Hat man solche Pflanzen doch einmal angefasst, müssen die Hände gründlich gewaschen werden. Was für viele Erwachsene selbstverständlich ist, müssen Kinder jedoch erst noch lernen. Bringen Sie Ihren Kindern daher schon früh genug bei, keine unbekannten Pflanzenteile oder Früchte in den Mund zu stecken. Dies ist meist wirkungsvoller als alles Giftige aus dem Garten zu entfernen. Denn schon beim Nachbarn stehen die nächsten giftigen Pflanzen, die mit roten Beeren locken.

In sehr vielen Fällen führen Verwechslungen zu Vergiftungsunfällen. So wird beispielsweise der genießbare Bärlauch häufig mit der Herbstzeitlosen oder dem Maiglöckchen – beide giftig – verwechselt. Sehr ähnlich sind sich auch der giftige Gemeine Schierling und genießbare Doldenblütler wie Kerbel, Anis oder Kümmel.

Häufig im Garten anzutreffende Giftpflanzen

 Giftigkeit Pflanzenname 
gering giftig Besenginster (Cytisus scoparius, auch Sarothamnus scoparius)
Buchsbaum (Buxus sempervirens)
Buschwindröschen (Anemone nemorosa)
Christrose (Helleborus niger)
Efeu (Hedera helix)
Liguster, Gemeiner (Ligustrum vulgare)
Rhododrendron-Arten (Rhododrendron spp.)
 giftig Färberginster (Genista tinctoria)
Fingerhut, Roter (Digitalis purpurea)
Goldregen (Laburnum anagyroides)
Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus)
Lebensbaum oder Hecken-Thuja (Thuja occidentalis)
Maiglöckchen (Convallaria majalis)
Pfaffenhütchen, Europäisches (Euonymus europaeus)
Stechpalme (Ilex aquifolium)
Wolfsmilch, Kreuzblättrige (Euphorbia lathyris)
 sehr giftig Eibe (Taxus baccata)
Eisenhut, Blauer (Aconitum napellus)
Herbstzeitlose (Colchicum autumnale)
Schierling, Gefleckter (Conium maculatum)
Seidelbast, Gemeiner (Daphne mezereum)

 

Hautreizungen durch Giftplanzen

Nicht nur das Verschlucken giftiger Pflanzenteile kann gefährlich sein. In manchen Fällen kommt es schon über den bloßen Hautkontakt mit Pflanzenteilen zu Hautreizungen, zum Beispiel bei Bärenklau oder Engelwurz. Nicht jeder Mensch reagiert gleich auf solche Pflanzen. Empfindliche Menschen sollten diese Pflanzen jedoch besser aus dem Garten beseitigen. Das gilt natürlich ganz besonders für den Fall, wenn Ihre Kinder mit Hautreizungen auf den Kontakt reagieren.

Kartoffeln, Bohnen & Co.

Auch der Gemüsegarten ist nicht ganz frei vor "Gift-Warnungen", denn einige Gemüsearten können für den Menschen giftig sein, wenn man sie roh verzehrt. So enthalten beispielsweise Kartoffeln oder Tomaten in den grünen Pflanzenteilen – auch in den grünen Früchten und Knollen − das giftige Solanin. Keinesfalls roh gegessen werden dürfen Bohnen. Ungekocht enthalten sie ein spezielles Eiweiß, das Phasin. Dieses kann Erbrechen, Magenentzündungen und Durchfall auslösen.

Jörg Planer, Meckenheim |

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