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Fit, entspannt und gut drauf - Projekttag Ganzheitliche Gesundheit am Berufskolleg

Mädchen kocht Suppe
Monika Heinis, Herford

Ein Projekttag soll die SchülerInnen in seinen Bann ziehen und neue Erfahrungen ermöglichen. Unerlässlich für den Erfolg sind attraktive Themen, gute Trainer und ein engagiertes Kollegium.

 

Projekttag Ganzheitliche Gesundheit am Berufskolleg 


In 16 verschiedenen Workshops arbeiteten die Schülerinnen und Schüler am Elisabeth-von-der-Pfalz-Berufskolleg in Herford kürzlich an Themen und Fragen zu Körper und Fitness. „Dieses Format bietet einen anderen Zugang zum eigenen Verhalten als es der Unterricht im Fach Gesundheit ermöglicht“, erklärt Schulleiter Gert Flörke auf die Frage, warum ein Berufskolleg im Bereich Gesundheit und Soziales noch einen zusätzlichen Projekttag zum Thema braucht.


Unerlässlich für den Erfolg eines Projekttages sind ein attraktives Themenangebot, gute Trainer und die Einsatzbereitschaft des Kollegiums, sei es als Gruppenleitung oder im Organisationsteam.


Verschiedene Themen

Nachdem den Lehrkräften der Plan eines Projekttages vorgestellt worden war, sammelten die Pädagogen zunächst Ideen für Workshops, die für einen Schultag von acht bis 13 Uhr realisierbar erschienen. Auch Ideen aus der Schülerschaft gingen in die Themenliste ein. Die klassischen Fragen der Gesundheitsförderung wie Ernährung, Bewegung und Entspannung waren ebenso vertreten wie Workshops zu Stimmgesundheit, Rauchentwöhnung, Hospizarbeit, Sexualität, Schwangerschaft und Geburt (Übersicht 1). Einige Themen kommen nicht in der die SchülerInnen interessierenden Breite und Tiefe im Unterricht vor, andere bieten durch aktivierende Methoden einen neuen Ansatz. Insgesamt nahmen etwa 200 Jugendliche (alle acht anwesenden Klassen) am Gesundheitstag teil.

Programm des Projekttags Ganzheitliche Gesundheit
Übersicht 1: Programm des Projekttags Ganzheitliche Gesundheit

 
Organisatorische Herausforderungen

Bei der Vorbereitung des Projekttages stellten sich Fragen und Herausforderungen. Möglichst auch externe Referenten und Trainerinnen einzuladen, war schnell beschlossen. Doch wie sollte man mit deren Honorarforderungen umgehen? Die Schulleitung war einverstanden, einen Teil der Kosten zu übernehmen, den Rest sollten die Teilnehmenden tragen. Um allen die Mitwirkung an allen Projekten zu ermöglichen, bezahlten alle Jugendlichen einen geringen Betrag, unabhängig davon, wie teuer ihr Workshop tatsächlich war. Dieses Vorgehen erwies sich als für alle akzeptabel.


Einige Referenten und Kollegen konnten nur einen halben Vormittag füllen, alle wollten jedoch mit kleinen Gruppen von 15 bis 20 Teilnehmern arbeiten. Das Problem der „ganzen und halben“ Workshops ließ sich bei der Projektwahl berücksichtigen. Nachdem die angebotenen Themen einige Tage in der Cafeteria aushingen, konnten die SchülerInnen ihren Erst- bis Drittwunsch auf dem Wahlzettel markieren. Wer einen „halben“ Workshop wählte, musste mindestens einen weiteren halben nehmen.

Frauen schauen auf bemalte Blätter auf dem Boden
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte: So fühle ich mich jetzt – das wünsche ich mir.

 

Einige der kleinen Lerngruppen mit größerem Platzbedarf (etwa wegen Sportmatten oder Stuhlkreisen) mussten in externe Räume ausweichen. So absolvierte eine Gruppe ein Probetraining im Fitnessstudio, eine andere nutzte den Seminarraum einer Beratungsstelle, eine weitere besuchte die Praxis einer Hebamme. Das Schulgebäude zu verlassen werteten die Teilnehmenden überwiegend als Pluspunkt.


Die Hausmeisterin meldete übrigens zurück, dass sie am Projekttag kaum „Fluchtverhalten“ wie Toilettengänge auf den Fluren beobachtet habe. Offensichtlich konnten die Projekte die Aufmerksamkeit der Teilnehmenden fesseln.


Vielfältiger Nutzen

Im Nachhinein befragt, nannten die SchülerInnen folgende Highlights: An erster Stelle stand „Crash-Kurs NRW“. Hier berichteten Vertreter von Polizei, Feuerwehr, Notfallmedizin und -seelsorge von realen Unfallsituationen mit jungen Verursachern aus der Region, um eindrücklich vor riskantem Verhalten im Straßenverkehr zu warnen. Besonders gut bewerteten die Teilnehmer auch den Theaterbesuch, das Resilienztraining, den Hebammenbesuch, das Wendo-Training - „eigentlich alles!“


Für das Elisabeth-von-der-Pfalz-Berufskolleg hat sich die aufwändige Organisation des Projekttages ebenfalls gelohnt: Das Etablieren von verhaltenspräventiven Gesundheitstagen vertieft das Profil der Schule. Ein beachtenswerter Event mit außerschulischen Partnern bietet gute Möglichkeiten für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zusätzlich zur Dokumentation auf der schuleigenen Homepage. In diesem Fall sendete sogar das Schulradio „Elli“ eine Reportage im Lokalsender Radio Herford. Außerdem sind Aufbau und Pflege eines Netzwerks von Beratungsstellen und Gesundheitsexperten für die berufliche Ausbildung immer ein Gewinn. Im Sinne der Nachhaltigkeit werden Elemente des Gesundheitstages dauerhaft Eingang in den Schulalltag finden. Künftige Projekttage profitieren von bestehenden Kontakten und den Erfahrungen bei der Organisation.

 

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Die Autorin

Monika Heinis