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Frühjahrsputz im Tiefkühlschrank

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War das nicht schön, als der Frühling kurz "Hallo" sagte und wir im T-Shirt auf dem Balkon sitzen konnten? Da stieg meine Lust nach Eis ins Unermessliche... 

War das nicht schön, als der Frühling kurz "Hallo" sagte und wir im T-Shirt auf dem Balkon sitzen konnten? Da stieg meine Lust nach Eis ins Unermessliche... – Leider gab es letzte Woche kein Eis in meinem Gefrierschrank. Und da hätte auch gar keins mehr reingepasst! Chance verpasst, jetzt grüßt schon wieder der Winter. Aber damit mir das nicht noch einmal passiert, habe ich ein neues Projekt: Ich mache Frühjahrsputz im Tiefkühlfach. 

Zunächst einmal eine kleine Inventur:

  • eine angebrochene Packung Blattspinat
  • eine Packung Tiefkühlkirschen (die hatten mich mal angelacht, dann wurden sie vergessen...)
  • drei Behälter mit eingefrorenen Melonenstücken (zwei Mal Wassermelone, einmal Cantaloupe – in einer Packung wachsen schon Berge aus Eiskristallen...)
  • ein Brot (das bleibt da, für Notstand am Wochenende)
  • eine Plastikdose mit gekochtem Reis (ohne Soße! Reste, die die Welt nicht braucht...)
  • zwei Bälle Pizzateig in Frischhaltefolie
  • ein Glas und eine Dose mit selbstgemachtem Eis (das Himbeereis im Glas sieht noch ganz gut aus – aber das schmierige Bananeneis...? Auf Nimmerwiedersehen!)
  • ein Bund Rosmarin und einer Thymian (interessant! Hätte ich durchaus mal gebrauchen können...)
    und
  • zwei Schalen und vier (!!) Tüten mit Eiswürfeln (da hatten wir wohl vor langer, langer Zeit mal einen Cocktailabend geplant...)

Also, was ich mich hier frage:

  1. Wie lange halten sich solche Dinge eigentlich?
  2. Warum friere ich so viel ein, wenn ich es dann doch nicht verwerte???
Ein Blick ins Tiefkühlfach: Obst mit Eiskristallen, selbstgemachtes Himbeereis im Glas und Unmengen an Eiswürfeln.
Judith Pulg | Fotografie

Und wieder zerplatzt ein Lebensmythos: Nämlich der, dass Essen in der Tiefkühltruhe ewig hält. Habe noch nie ein Datum auf meine Behälter geschrieben oder mir sonst irgendwie den Einfrierzeitpunkt gemerkt. Bisher habe ich eher nach dem Motto gehandelt: „Oh, nicht mehr lange haltbar – dann ab ins Tiefkühlfach!“

Aber nun, da ich mich damit beschäftige, lese ich, dass man manche Gerichte nach maximal drei Monaten verwerten soll. Da habe ich in der Regel noch nicht einmal wieder an sie gedacht... Ob es wohl damit zusammenhängt, dass ich so ungern Speisen aus der Tiefkühltruhe zubereite? Dass sie einfach nicht mehr schmecken, weil sie seit Monaten „drüber“ sind?

Das selbstgemachte Eis vom letzten Jahr werde ich also vorsichtshalber mal lieber entsorgen. Ansonsten ist die Strategie:

  1. Kirschmarmelade kochen
  2. Spinatpizza backen (Werde es einfach mal versuchen, auch wenn in der aid-Broschüre steht, dass Pizzateig nur einen Monat im Tiefkühler „lagerfähig“ ist )
  3. den Reis in einer Tomatensuppe ertränken, die ich natürlich vorher mit Rosmarin und Thymian aus dem Tiefkühlfach verfeinert habe
  4. zur Belohnung einen alkoholfreien Melonen-Daiquiri (mit viiiiieeeel Eis!) antesten
    und
  5. den Rest Eiswürfel einfach entsorgen.

Marmelade aus Tiefkühlobst

Habe noch nie in meinem Leben Marmelade gekocht – und bin völlig geplättet, wie einfach und schnell das geht. Zumindest, wenn man fertig entsteinte Tiefkühl-Kirschen im Gefrierfach hat! Einfach das Obst in die Küchenmaschine und kräftig kleinhäckseln. Dann die passende Menge Gelierzucker dazu und gut vermischen. (Kennt jemand dieses mütterliche Gewissen, dass immer schreit: Nur nicht zu viel Zucker!!?? Naja, ich habe mich jedenfalls für die 1:3-Variante entschieden, bei der drei Teile Obst auf einen Teil Zucker kommen...) Die Masse dann in einen Topf umfüllen und aufkochen, fünf Minuten weiterköcheln lassen, bis sie schön klebrig blubbert. Die fertige Masse in mit kochendem Wasser ausgespülte Gläser füllen und dann natürlich auf dem Kopf auskühlen lassen – so wie ich das noch von meiner Oma kenne... Meine Marmelade ist leider mit der Zeit etwas wässrig geworden, aber das soll sich durch die Zugabe von etwas Zitronensäure verhindern lassen. Dafür ist sie ungemein fruchtig und trotz – oder wegen? – ihrer Einfachheit unschlagbar lecker!

Und in Zukunft werde ich etwas sorgsamer beim Einfrieren vorgehen. Erstens werde ich mir besser überlegen, worin ich meine Reste einfriere und zweitens werde ich mir notieren, wann ich die Behälter in den Tiefkühlschrank geschoben habe. Oder ich mache eine Bestandsliste? Denn – nur für den Fall, dass es euch noch nicht aufgefallen ist: Ich liebe Listen (und leider auch Klammern...). Und ganz vielleicht werde ich mir sogar schon beim Einfrieren überlegen, was ich denn beizeiten aus dem Gefriergut machen könnte...

Prost!

P.S.: Nur damit hier keiner auf falsche Gedanken kommt, weil ich mein Eis in einem Glas eingefroren habe: Bei Flüssigkeiten und allem was sich beim Frieren ausdehnt, ist Glas absolut tabu! Sonst platzt nicht nur ein Lebensmythos, sondern auch euer Gefrorenes liegt bald in Scherben...

Rezept: Alkoholfreier Melonen-Daiquiri

Alkoholfreier Melonen-Daiquiri im Cocktail-Glas, garniert mit einer Limettenscheibe

Zutaten für ca. 4-6 Gläser:

  • 200 g gefrorene Wassermelone
  • 1/2 Limette
    (Fruchtfleisch und ein paar Zesten)
  • Eiswürfel
  • 200 ml Orangensaft

Alle Zutaten in den Standmixer und ordentlich durchmischen. Fertig. Lecker. Mmmmhhh.

(Wer mag und ohne Kinder mixt, darf natürlich auch gerne den O-Saft durch Rum ersetzen...)

 

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