Springe direkt zum Inhalt , zum Menü .

Gefrieren

Zahlreiche Lebensmittel lassen sich durchs Tiefgefrieren für einige Zeit sehr gut bevorraten. Damit Qualität, Aussehen und Geschmack erhalten bleiben, kommt es auf das richtige Einfrieren an.

Gefrierbeutel mit grünen Bohnen, daneben Tupperdosen mit Gemüse
Peter Meyer, aid

Einfrieren ist eine gute Möglichkeit, Lebensmittel mittel- bis längerfristig haltbar zu machen, indem sie bei -18 °C in einem Gefriergerät gelagert werden. Nährstoffe, Aroma und Aussehen bleiben beim sachgemäßen Umgang weitgehend erhalten.

Definition: Wärmeentzug auf mindestens -18 °C

Was geschieht bei den frostigen Temperaturen? Tiefgefrieren unterbricht das Wachstum von Mikroorganismen, tötet sie aber nicht ab, so dass sie sich beim Auftauen mit steigenden Temperaturen wieder vermehren können. Beim Gefrieren wird die Aktivität der lebensmitteleigenen Enzyme reduziert, aber erst bei Temperaturen von mindestens -40 °C ganz verhindert.

aid-Broschüre: Tiefkühlkost - Einfrieren von A bis Z

Titelbild Broschüre Tiefkühlkost

Tiefgekühlte Lebensmittel findet man heute in fast allen Haushalten. Kein Wunder, denn zahlreiche Lebensmittel lassen sich so für einige Zeit sehr gut bevorraten. Damit Qualität, Aussehen und Geschmack möglichst lange erhalten bleiben, kommt es auf das richtige Einfrieren an. Wie das geht, zeigt die aid-Broschüre "Tiefkühlkost - Einfrieren von A bis Z". Viele praktische Tipps bieten auch Küchenlaien eine gute Orientierung.
In erster Linie geht es um das Einfrieren im Haushalt. Die Broschüre

  • stellt die Grundlagen moderner Kühltechnik vor,
  • gibt Tipps zur Auswahl des passenden Gefriergerätes und zum Energiesparen.,
  • gibt zu jeder Lebensmittelgruppe zahlreiche Hinweise, z. B.:
    - Welche Lebensmittel eignen sich zum Einfrieren?
    - Wie werden sie vorbereitet und verpackt?
    - Wie lange sind sie haltbar?
    - Was ist beim Auftauen zu beachten?
  • infomiert, was man in Sachen Hygiene beachten sollte.

Auch industrielle Tiefkühlware wird vorgestellt, die gängigen Herstellungsverfahren erklärt und ihr Wert für die Ernährung beurteilt. Tipps zu Einkauf, Kennzeichnung und zum richtigen Transport von Tiefkühlkost kommen ebenfalls nicht zu kurz.

Weitere Informationen zum Einfrieren

Können aufgetaute Lebensmittel wieder eingefroren werden?

Bei der Entscheidung, ob das Lebensmittel noch einmal eingefroren werden kann, ist die Frage hilfreich: "Könnte das Lebensmittel jetzt zubereitet oder verzehrt werden? Ist es noch einwandfrei?" Solche Lebensmittel können auch wieder eingefroren werden, sollten aber dann frühzeitig verbraucht und möglichst durcherhitzt werden.

Aussehen, Geruch und Geschmack müssen immer einwandfrei sein. Stark angetaute oder aufgetaute rohe Lebensmittel lieber möglichst schnell verbrauchen oder garen und dann als fertige Speise einfrieren. Vorsicht ist hier vor allem bei leicht verderblichen Lebensmitteln wie Fisch, Fleisch, Hackfleisch oder roheihaltigen Lebensmitteln geboten. Oberste Priorität hat auf jeden Fall die Sicherheit bei der Hygiene und im Zweifel besser sofort verbrauchen. In jedem Fall kommt es aber beim zweiten Einfrierprozess zu geschmacklichen und qualitativen Einbußen. 

Was ist Gefrierbrand?

Gefrierbrand ist erkennbar an einer weißen oder bräunlich-roten Verfärbung an der Oberfläche des Gefriergutes. Dabei handelt es sich um ausgetrocknete Stellen, die mit Frischluft in Kontakt kamen und so auch in gefrorenem Zustand Wasser verdunsten. Sie entstehen, wenn die Verpackung ungeeignet, fehlerhaft oder beschädigt ist oder wenn sie nicht eng genug am Lebensmittel anliegt. Sehr stark schwankende Lagertemperaturen können ebenso zu Gefrierbrand führen. Diese trockenen Stellen nehmen beim Auftauen kein Wasser mehr auf und bleiben trocken.
Lebensmittel mit Gefrierbrand sind deshalb zwar nicht verdorben oder gesundheitsschädlich. Allerdings sind die stark befallenen Stellen unter Umständen ungenießbar, denn sie bleiben nach dem Auftauen und Garen zäh und ledrig.

Welche Lebensmittel eignen sich zum Einfrieren, welche nicht?

Geeignet:

Zum Einfrieren eignen sich Obst, Gemüse, Fleisch, Geflügel, Fisch, Brot, Kuchen und gegarte Speisen. Es sollten nur Nahrungsmittel bester Qualität verwendet werden. Einige Lebensmittel müssen vor dem Einfrieren zerkleinert und blanchiert werden.

Ungeeignet:

Eier, Blattsalate, Frischkostsalate, Radieschen, Rettich, rohe Kartoffeln und Zwiebeln, Gurken, Tomaten, Wassermelonen, große Weintrauben, ganze rohe Äpfel und Birnen sowie Baiser und Makronen mögen die frostigen Temperaturen von bis zu -18 °C nicht. Der Grund: Solche wasserreichen Lebensmittel werden beim Auftauen matschig und verlieren ihre typische Konsistenz. Ungeeignet sind auch Milchprodukte wie Jogurt, Dickmilch, Saure Sahne und Creme fraiche. Sie flocken schnell aus und werden grießig.

Was ist beim Einfrieren zu beachten?

Richtig vorbereiten:

  • Vor dem Einfrieren Obst und Gemüse grundsätzlich putzen, waschen, gegebenenfalls schälen und zerkleinern, sodass es direkt verwendbar ist.
  • Gemüse blanchieren.
  • Fleisch gegebenenfalls portionieren.

Richtig füllen, verpacken und einfrieren:

  • Nur verbrauchsgerechte Portionen eingefrieren.
  • Behälter nur bis 2 cm unter den Rand befüllen.
  • Damit die Lebensmittel schnell durchfrieren, nicht mehr als 1 kg Obst und Gemüse, 3 kg Fleisch oder 0,5-1 kg fertige Speisen auf einmal einfrieren.
  • Vor dem Verschließen aus Folie oder Beutel die Luft herausstreichen oder -saugen.
  • Beutelende zuschweißen oder fest verdrehen, umkippen und mit Gummiring, Verschlussklemme oder Clip sichern.
  • Bei Alufolie die Ränder mehrfach falzen und mit Gummiringen oder Klebeband befestigen.
  • Beschriften nicht vergessen: Menge, Art und Einlagerungsdatum auf der Packung notieren.
  • Die verpackten Lebensmittel an die kälteste Stelle im Gefriergerät legen. 

Weitere Tipps:

  • Beeren werden nicht so matschig, wenn man sie vorher mit etwas Zucker mischt oder mit einer Zuckerlösung besprüht.
  • Empfindliche oder zarte Lebensmittel wie Beerenobst für Kuchen einzeln unverpackt auf einem Tablett vorgefrieren und danach erst portionsweise verpacken und tiefgefrieren. So klumpen die einzelnen Stücke nicht zusammen.
  • Beutel und Folienpakete möglichst in eckige Form bringen (gesamten Beutel in Dose vorgefrieren), da diese besser stapelbar sind.
  • Ein Vorratsverzeichnis hilft, den Überblick zu behalten und erspart das lange Wühlen in der Kälte. 

Wie blanchiert man Gemüse?

Gemüse sollte nach dem Putzen, Waschen und evtl. Zerkleinern zusätzlich blanchiert werden. Das Blanchieren erhält die Farbe und inaktiviert Enzyme, die den Verderb der Lebensmittel fördern. Außerdem werden unerwünschte Mikroorganismen zerstört. Die Ware bleibt so länger haltbar.

So wird blanchiert: 500 g Gemüse (geputzt, gewaschen, evtl. geschält und zerkleinert) werden je nach Art für 1 bis 4 Minuten in 2 l kochendes Wasser getaucht und anschließend schnell in sehr kaltem Wasser (evtl. Eiswürfel zugeben) abgekühlt. Bei hellen Gemüse- und Obstarten (Blumenkohl, Äpfel, Birnen) kann man dem Gefrierwasser Ascorbin- oder Zitronensäure (0,5g/2l) zugeben, damit sie nicht braun werden.

Ausnahme: Spargel wird nicht blanchiert. Hier reicht waschen, schälen und eventuell in Stücke schneiden.

Welche Verpackungen eignen sich zum Einfrieren?

Um Qualitätsverluste zu vermeiden, müssen das Gefriergut sachgerecht verpackt werden. Zum luftdichten Verpacken eignen sich spezielle gefriergeeignete Folienbeutel aus Polyethylen, Gefrierkochbeutel, Alufolie, Kunststoffdosen, kälte- und hitzebeständiges Glas. Ein Symbol auf dem Behälter weist auf die Eignung hin. Folien und Beutel sollten Sie aus hygienischen Gründen nur einmal benutzen. Dosen und Schalen lassen sich nach gründlicher Reinigung auch mehrfach verwenden.
Frühstücksbeutel, Joghurt- und Quarkbecher sind zum Einfrieren nicht geeignet.

Umwelttipp: Benutzen Sie Alufolie zugunsten des Umweltschutzes nur sparsam beziehungsweise im Notfall, denn die Herstellung ist sehr energieaufwändig: Für 1 kg werden circa 13 kWh Strom benötigt, soviel verbraucht ein Tiefkühlgerät je nach Modell nahezu in einem ganzen Monat.

Was ist beim Auftauen zu beachten?

Kälte verhindert zwar das Wachstum der Mikroorganismen, tötet sie aber nicht ab, sodass sie sich beim Auftauen mit steigenden Temperaturen wieder vermehren können. Deshalb sollten aufgetaute Lebensmittel rasch weiterverarbeitet werden.

  • Gemüse muss nicht extra aufgetaut werden. Es kann zum Garen direkt in den Topf oder in die Mikrowelle gegeben werden. Die Garzeit ist um ein Drittel kürzer als bei frischen Lebensmitteln.
  • Obst bei Raumtemperatur oder in der Mikrowelle auftauen. Soll das Obst gesüßt werden, den Zucker direkt drüberstreuen.
  • Kartoffelprodukte direkt aus dem Gefriergerät in den Backofen oder die Fritteuse geben.
  • Backwaren möglichst schnell auftauen, Brötchen beispielsweise am besten in den 150-200 °C heißen Backofen geben.
  • Fleisch am besten im Kühlschrank abgedeckt auftauen. Außerdem eignet sich das Mikrowellengerät.  
  • Geflügel in einem Siebeinsatz im Kühlschrank oder im Mikrowellengerät auftauen und die Auftauflüssigkeit wegen der Salmonellengefahr unbedingt wegschütten.
  • Ganze Fische abgedeckt im Kühlschrank auftauen, Portionen direkt garen. 
  • Rohe Meeresfrüchte unaufgetaut garen.
 

Autorin: Petra Wanzek, Bonn; Überarbeitung: Hedda Thielking, Bergheim |

als hilfreich bewerten 0 Versenden
Kräuter hängend nach der Ernte
Team 5 / Fotolia.com
Garten - Richtig ernten

Gartenkräuter ernten und konservieren

Ideales Erntestadium abwarten

Kräuter aus dem eigenen Garten sind eine Bereicherung für jedes Essen. Für den vollen Genuss von Aroma und Inhaltstoffen sollten sie erst kurz vor der Verwendung geerntet werden.

mehr...
Lagerung

Lebensmittel richtig verpacken

Gut verpackt hält länger frisch

Kunststoffdosen mit bunten Deckeln
Coprid / Fotolia.com

Plastikdosen und Glasbehälter, Alufolien oder Frischhaltebeutel, es gibt viele Möglichkeiten, Lebensmittel einzupacken. Doch welche Verpackung ist für welches Lebensmittel am besten geeignet?

mehr...
Lebensmittelkunde

Tiefkühlkost

Speisen aus dem Tiefkühlfach

Frau vor Tiefkühltheke
clemarca / istock

Tiefkühlkost hat sich in deutschen Haushalten fest etabliert. Lebensmittelprodukte stehen so saisonunabhängig und nährstoffschonend konserviert für die schnelle Küche zur Verfügung.

mehr...

Hörfunkbeitrag Mai 2016

verschiedene Kräuter
Dani Vincek / Fotolia.com

Kräuter in der Sommerküche

Was wäre Grillen ohne Kräuter? Der Sommersalat, die Steaks, die gegrillten Auberginenscheiben, aber auch die Tomatensauce zur Pasta oder der frische Quark zum Bauernbrot ... ohne Kräuter, wäre das alles nur noch halb so lecker.
Download - [PDF 61,25kB] Download - [MP3 6106,12kB] Anhören - [0:00 min]
Tiefkühlkost - Einfrieren von A bis Z

Medienshop-Tipp

Tiefkühlkost - Einfrieren von A bis Z

Tiefgekühlte Lebensmittel findet man heute in fast allen Haushalten, Die Broschüre stellt die Grundlagen moderner Kühltechnik vor, gibt Tipps zur Auswahl des passenden Gefriergerätes und zum Energiesparen. Schwerpunkt ist das Einfrieren im Haushalt. mehr...

Leittext - Einfrieren

Medienshop-Tipp

Leittext Leittext - Einfrieren

Viele Lebensmittel lassen sich prima einfrieren - als Arbeitsentlastung oder um größere Erntemenge vitaminschonend zu lagern. Der Leittext für den hauswirtschaftlichen Unterricht vermittelt in Theorie und Praxis, worauf beim Einfrieren zu achten ist. mehr...