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Gemüseernte trotz Schnee und Frost

Es gibt eine kleine Gruppe strapazierfähiger Gemüse und Salate, die den mitteleuropäischen Winter auch bei Minusgraden übersteht und während dieser Zeit sogar geerntet werden kann.

Gefrorenes Gemüse
suerob / Fotolia.com

Feldsalat, Grünkohl, Porree oder Pastinake versorgen uns während der kalten Jahreszeit mit frischem Grün und wichtigen Vitaminen. Manche von ihnen - zum Beispiel Grünkohl - benötigen sogar einige Wochen Kälte, um sich geschmacklich erst richtig zu entfalten.

Doch damit es im Winter überhaupt etwas zu ernten gibt, müssen einige Vorkehrungen getroffen werden. 

Frühe Aussaat

Auch wenn der Gedanke bei sommerlichen Temperaturen oft schwerfällt: Wer im Winter Gemüse ernten möchte, muss bereits im Sommer tätig werden. Grünkohl und Wirsing sollten bis Ende Juli gepflanzt, Feldsalat bis spätestens Ende September gesät sein. Soll das Pflanzgut sogar aus eigener Anzucht stammen, ist der Gärtner schon im Frühjahr gefragt: Mit der Anzucht vieler Wintergemüse wird schon ab März begonnen (ausführliche Übersicht: Saat und Pflanzzeiten für Wintergemüse).

Schutz vor Frost und Austrocknung

Nicht alle Wintergemüse vertragen Frost gleichermaßen gut. So geben beispielsweise Endivie, Chinakohl oder Zuckerhut bereits nach den ersten stärkeren Frösten auf. Andere Wintergemüse vertragen zwar Frost, halten dafür aber länger anhaltende Frostperioden nicht durch. Daher empfiehlt es sich grundsätzlich, überwinternde Gemüsekulturen mit Vlies oder Fichtenreisig abzudecken.

Die Abdeckung schützt nicht nur vor Frost, sondern auch vor den Folgen starker Temperaturschwankungen, die in den Wintermonaten nicht selten vorkommen. So führen häufige Wechsel zwischen Plus- und Minustemperaturen zu Belastungen, denen das Pflanzengewebe auf Dauer nicht standhält.

Doch es ist nicht nur die Kälte, die den Pflanzen zu schaffen macht. Manche Kulturen leiden im Winter auch unter Trockenheit. Auch wenn es schwer vorstellbar ist: Gemüsepflanzen verdunsten auch in der kalten Jahreszeit über die Blätter Wasser. Ist der Boden gefroren, können die Wurzeln jedoch kein neues Wasser aufnehmen, mit der Folge, dass die Pflanzen welken und eventuell sogar vertrocknen. Der Gärtner spricht in diesem Fall von „Frosttrocknis“. Schutz davor bieten ebenfalls eine Abdeckung aus Vlies oder eine Mulchschicht  oberhalb der Wurzeln. 

Ernte bei Schnee und Eis

Von gefrorenem Gemüse sollte man möglichst die Finger lassen, denn durch das Ernten kommt es zu Druckstellen, die nach dem Auftauen schnell zu faulen beginnen. Wenn trotzdem geerntet werden muss, sollte man das Gemüse möglichst wenig anfassen, schonend auftauen und danach schnellstens verbrauchen.

Eine Ernte unter Schnee stellt dagegen meist kein Problem dar, denn die isolierende Schneeschicht bewahrt das Gemüse vor Frost- und Trockenschäden. Wird die Schneedecke jedoch zu hoch, sollte etwas davon abgetragen werden, da das Gemüse sonst durch das Eigengewicht des Schnees erdrückt wird. Eine Vliesabdeckung kann die Ernte in diesem Fall erheblich erleichtern: Der Schnee wird mit dem Vlies ganz einfach angehoben und das Gemüse kann problemlos geerntet werden.

Jörg Planer, Meckenheim |

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