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Gemüseverfrühung durch Mistbeete

Früher war ein Mistbeet die einzige Möglichkeit, nach dem Winter frühzeitig an frisches Gemüse zu kommen. Auch heutzutage kann man damit bereits ab Februar die Gartensaison eröffnen.

Mistbeet
alho007 / Fotolia.com

In so manchen Gärten ambitionierter Hobbygärtner ist das Mistbeet heute wieder zu finden. Es stellt eine kostengünstige Alternative zum Gewächshaus dar, obwohl es dieses nicht vollständig ersetzen kann. Die Beschaffung des Pferdemistes als Grundsubstrat ist heute auch kein Problem mehr. Vor allem in Stadtrandlage gibt es immer mehr Reiterhöfe, auf denen der Pferdemist meist kostenlos abgeholt werden kann. Einige Gartencenter bieten sogar abgepackten Pferdemist an.

Warme Füße, warmer Kopf

Für die Anlage eines Mistbeets benötigt man einen Frühbeetkasten. Diesen kann man als Fertigbausatz über den Gartenfachhandel beziehen. Wer Zeit hat, kann sich auch aus ein paar Brettern und etwas Glas oder Folie kostengünstig selber einen Kasten bauen.

Ab Anfang Februar wird der Kasten mit einer 60 cm dicken Schicht Pferdemist befüllt, über die eine etwa 20 cm dicke Lage Kompost geschichtet wird. Wem kein Mist zur Verfügung steht, der kann auch Stroh verwenden. Mit Kalkstickstoff vermischt und warmem Wasser durchfeuchtet, hat es etwa die gleichen Eigenschaften wie Mist. Alternativ zu Kalkstickstoff kann auch Pflanzenjauche - zum Beispiel aus Brennnesseln - verwendet werden.

Der Trick des Mistbeets besteht darin, dass beim Abbau des Mistes durch die Mikroorganismen Wärme produziert wird, die den Pflanzen „warme Füße“ bereitet. Zusätzlich sorgt tagsüber die Sonne für einen „warmen Kopf“. Die hohen Temperaturen im Innern des Frühbeetkastens lassen die Pflanzen schneller wachsen und ermöglichen es, das Mistbeet bereits im Februar zu bepflanzen und somit 2-4 Wochen früher zu ernten.

Bepflanzen mit Frühgemüse

Einige Tage nach dem Befüllen des Kastens mit Mist und Kompost hat sich das Substrat erwärmt und kann bepflanzt werden. Zunächst eignen sich kälteunempfindliche Arten wie Radies, Spinat, frühe Möhren, Kohlrabi, Blumenkohl und Salat. Es besteht auch die Möglichkeit, mit der Jungpflanzenanzucht von Gemüse zu beginnen.

Tipp: Geben Sie acht auf Schnecken: Die Weichtiere sind zu dieser Jahreszeit bevorzugt in warmen Mistbeetkästen unterwegs.

Im Sommer kann der Mistbeetkasten für die Kultur von besonders wärmebedürftigen Kulturen wie Tomaten, Paprika oder Gurken verwendet werden. Im Winter gedeihen darin zum Beispiel Feldsalat und Postelein sehr gut.

Jörg Planer, Meckenheim |

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