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Gesetzlicher Mindestlohn

Auch landwirtschaftliche Betriebe kommen langfristig nicht am Mindestlohn vorbei. Übergangsregelungen sollen jedoch helfen, die negativen Auswirkungen etwas abzumildern.

Erntehelfer im Erdbeerfeld
iStock.com / Wicki

Seit dem 1. Januar 2015 gilt in Deutschland ein gesetzlicher Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro. Da eine abrupte Umsetzung für landwirtschaftliche und gartenbauliche Betriebe, die oft auf den Einsatz von Saisonarbeitskräften angewiesen sind, jedoch nicht machbar ist, wurde ein gleitender Übergang bis zum 1. Januar 2017 festgelegt. Dieser gilt aber nur, wenn ein gültiger Tarifvertrag mit einer stufenweisen Heranführung an den Mindestlohn vorliegt. Ist dies nicht der Fall gilt ab dem 1. Januar 2015 der gesetzliche Mindestlohn. Zudem besteht die Möglichkeit, die Dauer der sozialversicherungsfreien kurzfristigen Beschäftigung in den nächsten vier Jahren von 50 auf 70 Tage zu verlängern. Eine generelle Ausnahmeregelung für landwirtschaftliche Betriebe vom gesetzlichen Mindestlohn wurde vom Gesetzgeber jedoch abgelehnt.

Da stellt sich die Frage: Wird die neue Mindestlohnregelung die Existenz von Sonderkulturbetrieben, von Betrieben im Obst-, Gemüse- und Weinbau bedrohen? Wie sich das neue Gesetz tatsächlich in Zukunft auf die Betriebe auswirkt, ist bisher schwer vorauszusagen. Mehr Kostendruck, geringere Gewinnspannen oder letztlich auch eine Verlagerung der Produktion ins Ausland sind mögliche Aus-wirkungen. Ganz sicher werden jedoch die Einkommens- und damit Lebensverhältnisse der in Deutschland Beschäftigten verbessert.

Saisonarbeitskräfte in der deutschen Landwirtschaft

Spargelstecher bei der Arbeit
 

im Jahr 2013 arbeiteten nach Ergebnissen der Agrarstrukturerhebung 314.000 Saisonarbeitskräfte in der deutschen Landwirtschaft. Die oft aus dem osteuropäischen Raum stammenden Arbeiter werden meistens im Saisongeschäft zur Ernte von verschiedenen Sonderkulturen wie Obst, Wein oder Feingemüse eingesetzt.

 

Landwirten, Gärtnern und Winzern, die sich generell über die verschiedenen Beschäftigungs- und Lohnformen informieren möchten, ist das aid-Heft „Beschäftigung von Arbeitnehmern in Land-, Forstwirtschaft und Gartenbau“ zu empfehlen. Es gibt Auskunft über die verschiedenen Arbeitsver-hältnisse, die Führung von Mitarbeitern, Inhalte von Verträgen, Rechte und Pflichten von Arbeitgebern und Arbeitnehmern und vieles mehr.

Autorin: Marilena Kipp, Bonn |

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Tipp im Web

Information des BMEL Beschäftigung und Mindestlohn

Ausführliche Informationen zur Einführung des Mindestlohns in der Landwirtschaft finden Sie auf Internetseite des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Dort sind sowohl die Gesetzesgrundlagen als auch zwei kostenlos downloadbare Informationspapiere zu finden.

Zur Internetseite des BMEL

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