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Gesunde Rosen

Pilzkrankheiten können die stolzen Königinnen der Pflanzenwelt schnell unansehnlich werden lassen. Was Sie tun können, wenn Sie auf Spritzmittel verzichten wollen, erfahren Sie hier.

Gelbe Rosen
iStock.com / emotionk

Blühende Rosen gehören zum Sommer wie der Sand zum Meer. Doch so wie der Sand an Romantik einbüßt, wenn er auf dem Nachhauseweg für ein unverhofftes Fußpeeling sorgt, kann auch die Rosenfreude in Ärger umschlagen. Dann nämlich, wenn Pilzkrankheiten die einst glänzenden Blätter unansehnlich werden lassen und die stolzen Königinnen am Ende nahezu entblößt vor dem pikierten Betrachter stehen. Spritzmittel sind nicht nur aus Gründen des Umweltschutzes keine echte Alternative: Ihre Wirkung hält nur begrenzte Zeit an und sie kosten deutlich mehr Zeit und Geld als die richtige Vorsorge.

Ab ins Solarium

Zum Einmaleins der Rosenvorsorge zählt zum einen die Sortenwahl. Mit den von Natur aus robusten Wildrosen oder den intensiv auf Widerstandsfähigkeit getesteten ADR-Rosen haben Rosenkrankheiten von vornherein schlechte Karten. Mindestens ebenso wichtig sind jedoch die Fragen wo und wie sie gepflanzt werden. Rosen sind Sonnenanbeter, so viel steht fest. Auch Sorten, die prinzipiell im Halbschatten gedeihen, laufen erst in der vollen Sonne zu Höchstleistungen auf. Vor allem aber trocknen ihre Blätter dort nach einem Regenguss deutlich schneller ab – sehr zum Ärger der Pilzsporen, denn die benötigen Feuchtigkeit, um sich ausbreiten zu können.

Freiraum gönnen

Für eine Blitztrocknung ist auch eine ausreichend großer Pflanzabstand hilfreich. Rosenkavaliere, die nicht den angemessenen Abstand zu ihrer Königin einhalten, lassen diese recht verdrießlich werden – wer schon einmal nach einem Regenguss in der vollgestopften U-Bahn stand, kann es ihnen nicht verübeln. Von allen Rosenbegleitern ist der Lavendel wohl der bekannteste, doch hinterlässt diese Liaison nicht selten gebrochene Herzen. Die gierige Rose und der genügsame Lavendel haben solch gegensätzliche Nährstoffansprüche, dass zwangsläufig einer der beiden Partner zurückstecken muss und dadurch an Widerstandskraft einbüßt. Setzen Sie daher den Lavendel in einem Meter Abstand zur Rose in den Boden und geben Sie ihm auf schweren Böden reichlich Sand ins Pflanzloch, so werden beide Blaublüter glücklich.

Satt und sorgenlos

Liebe geht durch den Magen – aber bitte mit Köpfchen. Wer nach dem Grundsatz „viel hilft viel“ düngt, tut seinen Rosen keinen Gefallen, denn zu viele schnell verfügbare Nährstoffe lassen das Gewebe weich werden. Dadurch haben Krankheitserreger und Schädlinge leichtes Spiel und auch die Frostfestigkeit der Pflanzen leidet. Drei Liter Kompost pro Quadratmeter zum Frühjahrsaustrieb genügen vollkommen, zur Blütezeit können Sie noch einmal ein paar Handvoll sowie eine halbe Handvoll Hornspäne nachlegen.

Ein gutes Tröpfchen

Auch einem regelmäßigen Schluck Gänsewein sind die genießerischen Rosen nicht abgeneigt. Hierbei kommt es vor allem auf die Tischmanieren an. Wird das kostbare Nass großzügig über der ganzen Pflanze verteilt, droht ein übler Kater, denn Sternrußtau und Co. finden so beste Bedingungen, um sich auszubreiten. Gießen Sie deshalb lieber ohne Brauseaufsatz gezielt an den Fuß der Pflanze, damit möglichst wenig Blätter benetzt werden. Eine Ausnahme machen passionierte Gärtner für Ackerschachtelhalmbrühe. In dieser Form ist das lästige Unkraut nämlich durchaus willkommen – als vorbeugendes und ökologisch völlig unbedenkliches Spritzmittel.

Mascha Schacht, Frankfurt am Main |

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