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Giftpflanzen im Garten

Die Angst ist immer mit dabei, wenn Kleinkinder mit allen Sinnen den Garten erforschen. Mit der richtigen Auswahl an Pflanzen lässt sich die Gefahr eindämmen.

Gefahrenzeichen: Gefahrstelle
Fotolia.com / PhotoSG

„Die Welt mit Kinderaugen sehen“, das wünschen wir uns und anderen von Zeit zu Zeit: Kinder sind neugierig, weltoffen und lernen in einem Tempo, das Eltern schier den Atem stocken lässt. Allerdings beschränken sich diese Lernprozesse nicht immer auf das „mit Kinderaugen sehen“. Kinder erkunden die Welt mit allen ihren Sinnen, sie wollen sie im wahrsten Sinn des Wortes „begreifen“, sie belauschen, beschnuppern und leider viel zu häufig auch „erschmecken“: Man hat kaum Zeit zu erschrecken, da ist schon wieder etwas im Mund verschwunden. Vor allem bei Kleinkindern müssen Eltern ständig auf der Hut sein, denn die agilen Kleinen lernen erst ab einem Alter von drei bis vier Jahren, zwischen Lebensmitteln und nicht Essbarem zu unterscheiden1. Neben der Gefahr des Erstickens an kleinen Gegenständen ist vor allem das Risiko einer Vergiftung nicht zu unterschätzen. Dieses besteht zudem auch noch im Kindergartenalter, wenn etwa die verführerisch roten Samenmäntel der Eibe (Taxus baccata), in deren Inneren sich hochgiftige Samen verbergen, mit den leckeren Johannisbeeren vom Vortag verwechselt werden.

Nur auf bestimmte Pflanzenarten verzichten

Im Garten können Eltern die Gefahr einer Vergiftung eindämmen, indem sie auf bestimmte Pflanzen bewusst verzichten, bis ihre Kinder alt genug sind, um eigenverantwortlich die Finger von bestimmten Gewächsen oder Pflanzenteilen zu lassen. Alles in allem sind es gar nicht allzu viele Arten, denn obgleich viele Pflanzen Giftstoffe in geringen Mengen enthalten, rufen die meisten wenn überhaupt erst dann Beschwerden hervor, wenn sie in ungewöhnlich großen Mengen verzehrt werden – Bucheckern beispielsweise haben viele Menschen als Kinder gerne geknabbert, ohne jemals auch nur Bauchweh zu bekommen. Einige Pflanzenarten können allerdings tatsächlich ausgesprochen gefährlich sein: Roter Fingerhut (Digitalis purpurea), Blauer Eisenhut (Aconitum napellus), Maiglöckchen (Convallaria majalis), Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) und Aronstab (Arum maculatum) sind wunderschön anzusehen und daher beliebte Beetstauden, aber in allen Pflanzenteilen hochgiftig, beim Eisenhut kann bereits der Kontakt mit der Haut Vergiftungserscheinungen hervorrufen. Auch einige häufig als Heckenpflanzen eingesetzte Gehölze wie Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus), Liguster (Ligustrum vulgare) und Stechpalme (Ilex aquifolium) stellen ein Risiko dar, da insbesondere ihre Beeren kleine Kinder zum Naschen verführen können.

Niemals in Panik geraten

Diese Vorsichtsmaßnahmen bedeuten aber keineswegs, dass Ihr Garten bis zur Einschulung Ihrer Sprösslinge eine pflanzenleere Wüste sein muss, im Gegenteil: Sie haben die Qual der Wahl zwischen zahlreichen Alternativen, die Sie bedenkenlos selbst unmittelbar neben die Sandkiste pflanzen können, ohne graue Haare kriegen zu müssen, wenn der Nachwuchs beschlossen hat, dass er jetzt dringend Vitamine benötigt. Sollten Sie dennoch einmal den Verdacht hegen, Ihr Kind hätte beim Spazierengehen oder im Garten von Bekannten von einer verbotenen Frucht genascht, heißt es vor allem Ruhe bewahren und als erstes restliche Pflanzenteile aus dem Mund entfernen. Die Reste oder zusätzliche Pflanzenteile sollten Sie mit zum Arzt nehmen, insbesondere, wenn Sie die Pflanze nicht kennen – auch ein Mobiltelefon mit Kamera kann hier gute Dienste leisten. Beschränken Sie weitere Notfallmaßnahmen darauf, dem Kind reichlich Wasser zu trinken zu geben, allerdings keinesfalls Milch, da diese die Aufnahme mancher Substanzen begünstigen kann. Gut zu wissen: In den allermeisten Verdachtsfällen treten keinerlei oder nur schwache Vergiftungssymptome auf. Lassen Sie sich die Freude am Garten und an der Natur also nicht verderben.

Mascha Schacht, Frankfurt am Main |

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Mädchen umarmt einen Baumstamm
coldwaterman / Fotolia.com
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