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Gründüngung für den Hobbygarten

Die Gründüngung ist im Prinzip eine „Bodengesundungsmaßnahme“. Sie hat zusätzlich den positiven Effekt, dass im Boden vorhandene Nährstoffe bewahrt werden.

Phacelia, lilafarbene Blumen
djama / Fotolia.com

Der Begriff „Gründüngung“ mag etwas in die Irre führen, denn eigentlich handelt es sich nicht um eine Düngung. Als Gründüngung bezeichnet man die Einsaat spezieller Pflanzenarten zum Zwecke der Bodenverbesserung. Dadurch werden Bodenleben und Humusbildung gefördert, die Bodenstruktur verbessert und der Boden vor Nährstoffauswaschung und Erosion geschützt.

Vorteile einer Gründüngung

Durch Bodenvorbereitung, Aussaat, und Pflege der Gründüngung entsteht etwas zusätzlicher Arbeitsaufwand, der sich aber lohnt, denn die Gründüngung bietet viele Vorteile. Bei den Gründüngungspflanzen handelt es sich meist um Pflanzenarten, die nicht für den Verzehr angebaut werden. Daher verbleibt eine große Menge organischer Masse im Boden, die das Bodenleben anregt. Durch die Aktivität vieler kleiner Bodenorganismen entsteht wertvoller Humus, der Nährstoffe – insbesondere Stickstoff – bindet und somit vor der Auswaschung bewahrt. Weitere Vorteile der Gründüngung sind:

  • Schutz vor Bodenabtragung und -verlagerung (Erosion)
  • Unkrautunterdrückung durch eine geschlossene Pflanzendecke
  • tiefe Lockerung des Bodens sowie Aufschluss von Nährstoffen aus tieferen Bodenschichten für die Kulturpflanzen durch tiefwurzelnde Pflanzen (z. B. Lupinen, Luzerne)
  • Schutz vor starken Niederschlägen und damit Verschlämmung
  • Verbesserung der Wasserführung: leichte Böden speichern mehr Wasser, schwere Böden werden durchlässiger
  • Anreicherung des Bodens mit Stickstoff durch den Anbau von Leguminosen (u. a. Lupine, Wicke, Klee)

Wo und wann einsäen?

Prinzipiell empfiehlt es sich, eine Gründüngung überall dort einzusäen, wo der Boden über einen längeren Zeitraum von mindestens zehn Wochen nicht mit einer Kultur bedeckt ist. Dies ist meist ab August oder September der Fall, wenn der größte Teil der Gemüsebeete geräumt ist und eine erneute Nutzung erst wieder im Frühjahr ansteht. Zu dieser Jahreszeit herrschen meist noch sehr gute Wachstumsbedingungen für die Gründüngungspflanzen.

Winterhart oder nicht?

Der Anbau von überwinternden frostharten Arten wie Winterroggen oder Winterwicke hat den Vorteil, dass der sonst offene Gartenboden im Winter bedeckt ist. Restnährstoffe werden so nicht ausgewaschen, sondern verbleiben im Boden. Zu empfehlen ist der Anbau von winterharten Arten jedoch nur auf Flächen, die im Frühjahr nicht vor Mai genutzt werden, denn im kühlen Frühjahr braucht der Boden nach dem Abmähen und Einarbeiten der Gründüngungspflanzen noch etwa sechs Wochen Zeit, bevor er neu bepflanzt werden kann. Auf nassen und schweren Böden dauert es in der Regel länger als auf leichten, gut durchlüfteten. Sollten Sie jedoch beabsichtigen, die Beete über mehrere Jahre aus der Kultur zu nehmen, sind winterharte Arten die geeignete Wahl, denn diese müssen nicht jedes Jahr im Frühjahr neu ausgesät werden.

Wer im Frühjahr schon recht frühzeitig pflanzen oder sogar säen möchte, sollte lieber zu nicht-winterharten Gründüngungspflanzen wie Phacelia, Perserklee oder Lupine greifen. Diese frieren über Winter ab und verbleiben als Mulchschicht auf dem Beet, bis sie im zeitigen Frühjahr oberflächlich eingearbeitet werden können.

Tabelle: Ausgewählte Gründüngungspflanzen für den Garten

Pflanzen   Eigenschaften
 Winterharte Arten  
 Inkarnatklee  Leguminose, viel Grünmasse
 Winterroggen  Aussaat bis Dezember möglich, viel Wurzelmasse
 Winterraps   Tiefwurzler, Kreuzblütler
 Winterwicke   Leguminose
 Luzerne  Leguminose, Tiefwurzler
 Seradella  Leguminose, niedrig wachsend
 Nicht winterharte Arten 
 Lupine (gelbe, weiße und blaue)   Leguminose, Tiefwurzler
 Perserklee  Leguminose
 Phacelia   viel Wurzelmasse, Bienenweide
 Ölrettich  Tiefwurzler, Kreuzblütler
 Gelbsenf   schnell wachsend, Kreuzblütler
 Tagetes  gegen Nematoden
 Hafer und Buchweizen   gute Fruchtfolge-Eigenschaften im Gemüsegarten

 

Zwischensaat mit Gründüngung

Niedrigwachsende Gründüngungspflanzen (siehe Tabelle) können auch zwischen Kulturen wie Mais oder Kohl eingesät werden, bei denen aufgrund langer Wachstumszeiten und weiten Reihenabständen der Boden lange "offen" bleibt. Durch diese Maßnahme wird der Unkrautwuchs gemindert und der Boden feucht gehalten. Sollte es jedoch zu Konkurrenz zwischen der Gründüngung und der Kulturpflanze kommen, muss die Gründüngungspflanze rechtzeitig entfernt werden. 

Fruchtfolge beachten

Grundsätzlich ist zu beachten, dass die Gründüngungspflanzen, wie jede andere Kultur, mit in die Fruchtfolge einzubinden sind. Im Gemüsegarten sollten Sie zudem besonders die folgenden Dinge beachten: Vermeiden Sie nach Möglichkeit Kreuzblütler wie Senf oder Ölrettich. Da im Gemüsegarten meist schon viele Kreuzblütler wie Kohl, Radieschen, Rettich oder Rucola angebaut werden, erhöht sich dadurch die Gefahr von so genannten Fruchtfolgekrankheiten wie Kohlhernie oder Nematoden-Befall.

Ähnliches gilt für den Anbau von Leguminosen. Bauen Sie nicht Klee oder Luzerne auf Flächen an, wo im nächsten Jahr Bohnen oder Erbsen wachsen sollen, denn diese reagieren darauf mit gehemmtem Wachstum.

Leguminosen sind Stickstoffsammler

Bei zahlreichen Gründüngungspflanzen wie Klee, Luzerne oder Wicken handelt es sich um Leguminosen. Diese sind aufgrund einer Wurzelsymbiose mit so genannten Knöllchenbakterien in der Lage, sich Luftstickstoff zunutze zu machen. Durch das Abmähen und Einarbeiten dieser “Stickstoffsammler“ versorgen Sie den Boden mit organisch gebundenem Stickstoff, der den Kulturpflanzen einige Wochen später zur Verfügung steht.

Gründüngung einarbeiten

Vor dem Einarbeiten der Gründüngung sollten Sie diese erst mit dem Rasenmäher abmähen und zum Antrocknen einige Tage auf dem Boden liegen lassen. Anschließend kann dann alles mit der Grabgabel eingearbeitet werden – möglichst oberflächennah, damit der sauerstoffabhängige Verrottungsprozess so schnell wie möglich einsetzen kann.

Tipp: Damit die Gründüngung problemlos auch mit kleineren Rasenmähern abgemäht werden kann, sollte diese nicht zu hoch werden und keine dicke Stängel bilden.

 

Jörg Planer, Meckenheim |

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