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Grünlandwirtschaft und Wasserschutz

Steigende Nitratwerte und Metabolite sowie Abbauprodukte von Pflanzenschutzmitteln sind eine zunehmende Herausforderung im Trinkwasserschutz.

(aid) – Steigende Nitratwerte und Metabolite sowie Abbauprodukte von Pflanzenschutzmitteln sind eine zunehmende Herausforderung im Trinkwasserschutz. Ein Problem, das nur gemeinsam mit der Landwirtschaft angegangen werden kann. Grünlandflächen leisten einen großen Beitrag zum Wasserschutz. Voraussetzung ist jedoch eine fachgerechte Pflege dieser Standorte – auch bei extensiver Nutzung.

Extensivierung von Standorten – zum Beispiel weil bei Aufgabe von Milchviehhaltung der Ertrag aus mehrfacher Mahd nicht mehr benötigt wird – ist dabei allerdings eine pflanzenbauliche Herausforderung. „Der Übergang von intensiver zu extensiver Nutzung darf nicht abrupt geschehen“, erläuterte Dr. Jürgen Müller von der Universität Rostock auf dem Wasserschutztag des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbands.

Eine Fläche einfach nicht mehr zu düngen und auf Pflegemaßnahmen zu verzichten, reicht nicht aus. Im Gegenteil: „Eine Extensivierung, die mit dem Vernachlässigen der Nutzung einhergeht, macht Probleme“, so Müller. Die Düngung ist immer nur ein Teil der Stoffumsetzungsprozesse auf Grünland. Auch nach Aufgabe der Düngung muss noch über mehrere Jahre eine Nährstoffabfuhr von der Fläche erfolgen: „unsachgemäß extensivierte Flächen laufen völlig aus dem Ruder“, stellte Müller fest.

Denn Gras ist nicht gleich Gras: Es hängt von der natürlichen Struktur des Standortes ab, welche Pflanzen sich für das Grünland eignen, wie die natürliche Zusammensetzung von Arten wäre und mit welchen unerwünschten Gewächsen man auf einer nicht professionell gemanagten extensivierten Fläche rechnen kann. Ohne weitere Pflegemaßnahmen profitiert auf feuchten Standorten die Binse, weil sie für Weidetiere nicht attraktiv ist und sich überall dort ausbreiten kann, wo andere Pflanzen abgefressen werden. Der Stumpfblättrige Ampfer erobert Flächen, die ihm reichlich Nährstoffe im Boden bieten, seine Wurzeln erreichen auch Ammonium in der tiefen Krume. Das Jakobskreuzkraut kann sich auf zu Trockenheit neigenden Standorten ausbreiten, wenn Glatthafer und andere Gräser als Lichtkonkurrenten fehlen.

Bei einer fachgerechten Extensivierung muss das Ziel klar sein und bei allen Maßnahmen der Standort mit seinen Gegebenheiten berücksichtigt werden, um die Nährstoffumsätze zu managen und das Wasser zu schützen.

Regina Bartel, www.aid.de

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