Springe direkt zum Inhalt , zum Menü .

Grünspargel

Grüner Spargel muss nicht geschält werden und er schmeckt würziger als der Weiße. Auch beim Anbau weist er einige Vorzüge im Vergleich zum weißen Spargel auf.

Gruenspargel
iStock.com / User2547783c_812

Geschichte

Spargel war schon bei den alten Griechen bekannt, wurde zu dieser Zeit aber ausschließlich zu medizinischen Zwecken verwendet. Als Gemüsepflanze wurde der Spargel erstmals von den Römern ab circa 300 v. Chr. kultiviert. Bis der Gemüsespargel den Weg nach Mitteleuropa fand, dauerte es dann jedoch noch eine ganze Weile. Erst ab dem Ende des 15. Jahrhunderts kam es zur Verbreitung des Gemüsespargels in England und Frankreich, weitere 100 Jahre später dann auch in Deutschland.

Besonderheiten

Grünspargel ist unkomplizierter im Anbau als der weiße Spargel, da er oberirdisch auf flachen Beeten wächst. Damit entfällt das aufwendige Bauen der Dämme und beim anschließenden Ernten können auch kaum Fehler gemacht werden. Ein weitere Vorzug von Grünspargel ist: Er hat einen höheren Gehalt an gesundheitsfördernden Inhaltstoffen wie Vitamin C als weißer Spargel.

Standortbedingungen

Das A und O beim Spargelanbau ist der richtige Boden, wobei Grünspargel da nicht ganz so anspruchsvoll ist. Die Erde sollte möglichst locker, leicht erwärmbar und etwas kalkhaltig sein. Bei pH-Werten unter 5,5 sollte etwas Kalk unter den Boden gemischt werden. Stauende Nässe vertragen Spargelpflanzen gar nicht. Günstig ist ein sonniges Plätzchen im Garten, welches schon frühzeitig für den Anbau vorbereit werden kann.

Fruchtfolge und Mischkultur

Spargelpflanzungen sind insgesamt etwa zehn Jahre nutzbar, wobei der Ertrag zum Ende hin immer geringer wird. Aufgrund der langen Vorlaufzeit von zwei Jahren (vor der ersten Ernte) empfiehlt es sich daher, früh genug mit der Anlage eines neuen Beets zu beginnen. Um Fruchtfolgekrankheiten zu vermeiden, sollte das neue Beet nicht an einer Stelle im Garten angelegt werden, auf dem bereits Spargel gestanden hat. 

Pflanzen

Spargel-Jungpflanzen kann man über eine Gärtnerei in der Nähe oder das Internet beziehen. Gepflanzt werden die fleischigen Wurzelstöcke, je nach Klima zwischen Anfang März und Mitte April. Dazu hebt man mit dem Spaten einen 40 cm breiten und 25 cm tiefen Graben (Grabenabstand etwa 1-1,2 m) aus, dessen Sohle gründlich gelockert werden sollte. In diesen Graben werden dann in Abständen von 40 cm aus Kompost kleine Hügel angelegt, auf die die Spargelwurzeln gebettet werden. Die Wurzelstöcke sollten etwa 15 cm unterhalb der Erdoberfläche liegen. Anschließend wird die ausgehobene Erde mit etwas Kompost (bei schweren Böden zusätzlich mit etwas Sand) gemischt zurück in den Graben verfüllt und fest angetreten. Abschließend wird alles gut angegossen.

Lebenslauf eines Spargelbeetes (Beispiel)

Zeit Maßnahme 
Herbst (2016) Bodenanalyse und Kompostgabe 
März/April (2017) Pflanzen
Sommer/Herbst (2017) Pflegearbeiten (Gießen, Unkraut jäten, Düngen), im Herbst das Spargellaub abschneiden
Frühling bis Herbst (2018) Pflegearbeiten (s. o.)
Mai bis Juni (2019) 1. Ernte
Mai bis Juni (2020) 2. Ernte
 ... 
2026 Vorbereitung eines neuen Beetes

Düngung

Am besten arbeitet man schon im Herbst vor dem Pflanzjahr oberflächlich etwas Kompost in die Erde ein. Die Düngung in den folgenden Jahren erfolgt dann nach der Ernte zum Beispiel mit Kompost oder Hornspänen. Vor jeder Kompostgabe beziehungsweise Düngung sollten anhand einer Bodenprobe der Humusgehalt und Nährstoffvorrat des Bodens ermittelt werden, um die Düngung dem tatsächlichen Bedarf anpassen zu können.

Pflege

In den beiden ersten Jahren nach der Anlage darf leider noch nicht geerntet werden, damit die Pflanzen einen kräftigen Wurzelstock bilden. In dieser Zeit sollte man die Pflanzen jedoch pflegen, das heißt wässern und Unkraut jäten. Im Herbst wird das Spargellaub abgeschnitten.

Schädlinge und Krankheiten

Spargelfliege, Spargelhähnchen, Spargelkäfer, Spargelrost, Fusarium-Wurzelfäule, Grauschimmel

Ernte und Lagerung

Ab dem 3. Jahr (siehe Infokasten oben: Lebenslauf eines Spargelbeets) steht die erste Ernte an. Ab Anfang Mai kann der Grünspargel bei einer Länge von etwa 20-25 cm geerntet werden, bevor sich die Köpfe "öffnen". Geschnitten wird direkt oberhalb des Erdbodens mit einem scharfen Messer. Ab dem Johannistag (24. Juni) sollte man dann nicht mehr ernten, damit die Pflanzen bis zum Herbst wieder genügend Kraft sammeln können. In nasse Tücher eingewickelt lässt sich Grünspargel einige Tage im Kühlschrank lagern. Auch das Einfrieren der grünen Stangen ist möglich.

Autor: Jörg Planer, Meckenheim |

als hilfreich bewerten 0 Versenden VG Wort
Garten organisieren

Anbautabellen für Gemüse & Co.

Das Gartenjahr im Überblick

Collage aus Gemüsebildern
markasia / Fotolia.com

Aussäen oder lieber pflanzen? Wann ist der richtige Zeitpunkt? Unsere Anbautabellen informieren über die Aussaat- und Pflanztermine der wichtigsten Gemüse-, Salat-, Kräuter- und Obstarten.

mehr...
Garten organisieren

Beetvorbereitungen zur Aussaat

Richtige Bodenbearbeitung

Grabegabel mit Gummistiefel
iStock.com / cjp

Eine schonende Bodenbearbeitung mit dem richtigen Gerät ist das A und O für ein gesundes Pflanzenwachstum. Dabei ist weniger manchmal mehr, ständiges Umgraben ist nicht erforderlich.

mehr...
Garten pflegen

Organische Düngung im eigenen Garten

Düngen mit Kompost & Co.

Kompostmiete - sichtbar sind die unterschiedlichen Rottegrade
iStock / constantgardener

Organische Dünger liefern nicht nur Nährstoffe. Sie haben zusätzlich einen positiven Effekt auf die Struktur des Bodens, da sie diesen mit Humus anreichern.

mehr...
Insektenhotel
tektur / Fotolia.com
Garten pflegen

Pflanzenschutz im heimischen Garten

Sinnvolle Maßnahmen gegen Krankheiten und Schädlinge

Nicht nur der Erwerbsgärtner hat mit Krankheiten und Schädlingen zu tun. Auch im heimischen Garten gilt es, das Gemüse und Obst vor einem Befall mit Krankheitserregern zu schützen.

mehr...
Kleiner Salat auf dem Feld
schoki_01 / Fotolia.com
Garten pflegen

Schadstoffe im Garten

Was ist zu tun?

Aus Sorge vor Schadstoffen verzichten gerade städtische Hobbygärtner häufig auf den eigenen Anbau von Nutzpflanzen. Doch wie hoch ist das Risiko der Schadstoffbelastung eigentlich?

mehr...