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Gülleausbringung: Prallteller verboten

Prallteller zum Ausbringen von Gülle sind eigentlich schon seit 2007 verboten. Allerdings galt noch eine Übergangsfrist, die zum 1. Januar 2016 auslief.

Schlepper mit Güllefass und Schleppschläuchen bringt Gülle aus, die von Schlepper mit Pflug eingearbeitet wird
countrypixel / Fotolia.com

Laut Düngeverordnung sind neben Pralltellern auch noch andere veraltete Geräte zur Ausbringung von Düngern verboten. Dazu zählen Festmiststreuer ohne gesteuerte Mistzufuhr zum Verteiler, Gülle- und Jauchewagen mit freiem Auslauf auf den Verteiler, Güllewagen mit senkrecht angeordneter, offener Schleuderscheibe als Verteiler sowie Drehstrahlregner für unverdünnte Gülle.

Wer veraltete Technik einsetzt, riskiert Bußgeld

Es handelt sich dabei um Techniken, bei denen die Verteilung ungenau ist. Die veralteten Geräte lassen oftmals auch keine pflanzenbedarfsgerechte Düngung zu. Sie sind in der Regel windanfällig und gewährleisten somit keine ausreichende Querverteilung. In der landwirtschaftlichen Praxis haben sie ohnehin seit Jahren nur noch von geringer Bedeutung.

Verstöße gegen das Pralltellerverbot können teuer werden. Es drohen Bußgelder von bis zu 15.000 Euro. Außerdem müssen die Landwirte mit Prämienkürzungen im Rahmen der Cross Compliance rechnen.

Was darf weiter verwendet werden?

Weiter zulässig sind Breitverteiltechniken, bei denen die Gülle nach unten oder zur Seite abgestrahlt wird. Dies gilt unter anderem bei Prallköpfen und -blechen. Auch Schwenkverteiler und –düsen dürfen die Landwirte einsetzen, so dass auch während der kommenden Jahre Güllefässer mit Breitverteilung auf den Feldern unterwegs sein werden. Bei der Mistausbringung sind weiter alle Streuer mit einem Kratzboden und einem einstellbaren Vorschub erlaubt.

Eine Pflicht zum Einsatz von bodennahen Techniken zur Ausbringung flüssiger Wirtschaftsdünger wie zum Beispiel den Schleppschlauch oder –schuh und den Schlitzverteiler plant der Gesetzgeber für Ackerflächen erst frühestens für 2020 und für Grünland ab 2025. Um bis dahin unnötige Ammoniakemissionen zu vermeiden, sollen die Landwirte auf günstige Witterungsverhältnisse wie möglichst keinen Wind, niedrige Temperaturen und nachfolgenden Regen achten.

Im Übrigen hat der Gesetzgeber auch die Einarbeitungsfrist der Gülle deutlich verschärft, um Ammoniakverluste zu vermeiden. So müssen die Landwirte die Gülle jetzt innerhalb von vier Stunden nach der Ausbringung einarbeiten. Vorher konnten sie sich noch bis zum Ende des Tages Zeit lassen.

Autor: Michael Bornemann, Hildesheim |

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