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Gute fachliche Praxis beim Düngen

Einer der wichtigsten Grundsätze der guten fachlichen Praxis ist, dass alle Düngungsmaßnahmen nach Art, Menge und Zeit auf den tatsächlichen Bedarf der Pflanzen abgestimmt werden.

Großes Quellefass im Einsatz
countrypixel / Fotolia.com

In der Düngeverordnung werden die konkreten Anforderungen an die gute fachliche Praxis der Düngung konkretisiert. Einer der wichtigsten, dort niedergeschriebenen Grundsätze ist, dass alle Düngungsmaßnahmen nach Art, Menge und Zeit auf den tatsächlichen Bedarf der Pflanzen abgestimmt werden müssen. Dabei sind die im Boden verfügbaren Nährstoffvorräte sowie besondere Standort- und Anbaubedingungen unbedingt zu berücksichtigen. Ziel der Düngeverordnung ist es, durch einen schonenden Einsatz von Düngemitteln und eine Verminderung von Nährstoffverlusten langfristig die Nährstoffeinträge in die Gewässer und andere Ökosysteme zu verringern.

Nährstoffbilanzierung vorgeschrieben

Um einen Überblick über die Summe der Zu- und Abflüsse von Nährstoffen zu gewinnen, fordert die Düngeverordnung (mit einigen Ausnahmen) von jedem Landwirt die Erstellung eines jährlichen Nährstoffvergleichs für Stickstoff und Phosphat. Wer einen solchen Nährstoffvergleich nicht vorweisen kann, riskiert Bußgelder und Kürzungen der Prämien.

Die Vergleiche müssen auf der Basis von Flächenbilanzen durchgeführt werden. Bei dieser früher auch als Feld-Stall-Bilanz bezeichneten Art der Bilanzierung, bildet die Gesamtheit aller Felder des Betriebes die Bezugsbasis. Dabei werden alle Nährstoffe, die als Ernteprodukte das Feld verlassen als "Abfluss" verbucht. Umgekehrt werden alle diejenigen Nährstoffe, die als organische oder mineralische Dünger auf das Feld verbracht werden, als "Zufluss" verrechnet. Der Saldo aus Abfluss und Zufluss vermittelt einen Überblick, ob und wo in einem Betrieb ein Nährstoffüberschuss vorliegt oder eine Unterversorgung gegeben ist.

 

Fragen und Antworten

Welche gesetzlichen Vorgaben sind bei der Anwendung von organischen Düngern zu beachten?

Gülle, Jauche oder sonstige flüssige organische Düngemittel und Geflügelkot müssen auf unbestelltem Land unverzüglich eingearbeitet werden. Solche Art Dünger dürfen auf Ackerland nach der Ernte der letzten Hauptfrucht nur dann ausgebracht werden, wenn im gleichen Jahr eine Folgekultur einschließlich Zwischenfrucht angebaut wird oder die Düngung der Strohrotte von Getreidestroh dienen soll. Im Betriebsdurchschnitt dürfen auf Acker- und Grünland maximal 170 kg N/ha Wirtschaftsdüngern tierischer Herkunft ausgebracht werden. Zwischen dem 1. November und dem 31.Januar besteht ein Ausbringverbot auf Ackerland, vom 15. November bis 31. Januar auf Grünland.

Muss Stickstoff, der über den Anbau von Leguminosen gewonnen wird, auch in der Nährstoffbilanz angerechnet werden?

Ja, der durch Stickstoffbindung der Leguminosen gewonnene Stickstoff ist auch in die Nährstoffbilanz mit einzubeziehen. Die durchschnittliche jährliche Stickstoff-Fixierungsrate der verschiedenen Leguminosen kann speziellen Tabellen entnommen werden.

Der Nährstoffvergleich ist jedes Jahr bis zum 31. März für das abgelaufene Düngejahr zu erstellen. Die jährlichen Vergleiche sind dann zu einem mehrjährigen Nährstoffvergleich fortzuschreiben. Dieser muss für Stickstoff drei Jahre und für Phosphor sechs Jahre umfassen. Generell kann jeder Landwirt den Nährstoffvergleich formlos mit Tabellen und Taschenrechner selbst erstellen. Wegen der vielen Rechenschritte und Nebenbedingungen empfiehlt es sich jedoch ein geprüftes EDV-Programm zu nutzen. Solche EDV-Programme werden von vielen Landwirtschaftskammern oder -ämtern als einfach zu bedienende Excel-Tabellen zum Download angeboten (siehe Linkliste unten).

 

Jörg Planer, Bonn |

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