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Halal-Ernährung

Als „halal“ gelten grundsätzlich alle pflanzlichen Lebensmittel, außer solche, welche berauschend oder toxisch sind. Generell tabu sind Aas, Blut, Schweinefleisch und Alkohol.

Döner
hikari / Fotolia.com

Was bei gläubigen Muslimen auf den Tisch darf, muss „halal“ sein. Der aus dem Arabischen stammende Begriff (auf Türkisch: „helal“) umfasst alle Dinge und Handlungen des täglichen Lebens, die aus islamischer Sicht gestattet sind – unter anderem in Bezug auf das, was gegessen und getrunken werden darf. Generell tabu sind Aas, Blut, Schweinefleisch und Berauschendes wie Alkohol. Doch allein damit ist, wer sich „halal“ ernähren möchte, längst nicht auf der sicheren Seite. Alle Rohstoffe, jeder einzelne Schritt der Herstellung bis hin zur Lagerung, müssen genau unter die Lupe genommen werden. Und das ist insbesondere bei hochverarbeiteten Lebensmitteln zumeist gar nicht so einfach.

Erlaubtes und Verbotenes

Welche Speisen nach muslimischem Glauben erlaubt oder verboten – das heißt „haram“ – sind, bestimmt der Koran: Dort heißt es „Krepiertes, Blut, Schweinefleisch und das, was einem anderen als Allah geopfert wurde.“ Es  gibt weitere Quellen neben dem Koran , die ebenfalls Vorschriften dazu machen was gegessen und getrunken werden darf. Als „halal“ gelten grundsätzlich alle pflanzlichen Lebensmittel, ausgenommen solche, welche berauschend oder toxisch sind. Auch Alkohol ist tabu. Was genau erlaubt oder verboten ist, wird allerdings je nach Glaubensrichtung und Rechtsschule unterschiedlich ausgelegt. Um zu zeigen, wie schwierig die Abgrenzung oft ist, hier ein paar Beispiele: Erlaubt ist bei vielen Muslimen  der Verzehr von Lebensmitteln, die infolge naturgemäß ablaufender Prozesse minimale Alkoholgehalte aufweisen, also beispielsweise Fruchtsäfte oder fermentierte Lebensmittel wie Kefir oder Sauerkraut sowie Essig. Entscheidend ist dafür, dass der Alkohol nicht gezielt produziert beziehungsweise verwendet wird. Gewürze mit berauschenden Inhaltsstoffen, etwa Muskat, können aber müssen nicht immer unter das Speiseverbot verfallen. Auf dem Index stehen alle Lebensmittel und Zutaten, die Schweinefleisch oder -fett enthalten oder die aus Bestandteilen des Schweines hergestellt wurden. Das gilt in der Regel auch für hochverarbeitete Produkte wie Gelatine. In Pakistan sowie Ägypten ist sie grundsätzlich erlaubt, wird aber von den meisten Muslimen trotzdem abgelehnt.
Handelsrechtlich ist der Begriff „halal“ seit 1997 auch im Codex Alimentarius beschrieben. Das ist eine Sammlung von Normen für die Lebensmittelsicherheit und Produktqualität –lebensmittelrechtlich zwar eigentlich nicht verbindlich, jedoch in der Praxis durchaus von vergleichbarem Stellenwert.

Marktpotenziale von „Halal-Food“

Halal-Lebensmitteln wird von Marktbeobachtern seit Jahren ein hohes Potenzial zugeschrieben. Angesichts des globalisierten Handels entdecken viele hierzulande angesiedelte Unternehmen der Lebensmittelindustrie die einstige Nische für sich – als Exportprodukte genauso wie für das heimische Lebensmittelangebot. Denn mehr als vier Millionen Muslime leben in Deutschland. Vielen unter ihnen ist es wichtig, religiöse Speise- und Getränkevorschriften zu beachten – je nach Herkunftsregion geben zwischen 65 und 86 Prozent der Muslime an, sich daran zu halten, wie eine im Juni 2009 vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge veröffentlichte Studie zeigt.

 

Autorin: Dr.Christina Rempe, Berlin |

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Dr. Christina Rempe, Berlin
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