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Gartenkräuter vermehren

Auch wenn jetzt die Blätter schon so langsam von den Bäumen fallen, der Oktober hält noch so mancherlei Arbeiten im Kräutergarten bereit. 

Gartenkräuter
Floydine / Fotolia.com

Letzte Kräuter können geerntet, mehrjährige Kräuterstauden vermehrt werden. Die weniger frosttoleranten Kräuter schützt man mit geeignetem Material vor extremer Kälte, die sehr frostempfindlichen Arten holt man zur Überwinterung ins Haus.

Die letzte Ernte vor dem Winter

Je nach Witterung, Saatzeitpunkt oder durchgeführten Schnittmaßnahmen kann Anfang Oktober noch so manches Kraut im Garten geerntet werden. Die Erträge sind zwar nicht mehr so üppig wie im Sommer, doch es lohnt sich meist trotzdem noch. Getrocknet, eingefroren oder eingelegt in Öl oder Essig können damit die Gewürzvorräte für den Winter aufgebessert werden (weitere Tipps zur Ernte und Konservierung siehe Linkliste unten).

Erntezeit ist jetzt im Herbst vor allem für die Wurzelkräuter Baldrian, Beinwell oder Meerrettich. Die Wurzeln dieser Pflanzen hebt man bei trockenem, frostfreiem Wetter mit einer Grabgabel vorsichtig aus dem Boden.  

Vermehrung von Kräutern

Der Herbst ist neben dem Frühjahr eine günstige Zeit zur Vermehrung ausdauernder Kräuter. Eine Vermehrung hat gleich zwei Vorteile: Man verjüngt dadurch die alten ausgezehrten Pflanzen und gewinnt gleichzeitig kostenlos neues Pflanzgut. Die meisten mehrjährigen Kräuter können vegetativ vermehrt werden. Im Gegensatz zur generativen Vermehrung über den Samen entsteht bei der vegetativen Vermehrung aus den Spross- oder Wurzelteilen eine neue Pflanze, die die gleichen Eigenschaften besitzt wie die Mutterpflanze.


Je nach Pflanzenart wendet man verschiedene Vermehrungsmethoden an. Eine davon ist die Teilung ausdauernder Kräuterstauden, wie Melisse, Oregano oder Schnittlauch. Diese Pflanzen bilden mit der Zeit einen geschlossenen Wurzelbereich mit zahlreichen oberirdischen Trieben. Im Herbst gräbt man die Pflanzen aus und teilt den Wurzelballen mit einem scharfen Spaten in mehrere Teile. Die aus Wurzeln und Trieben bestehenden Teilstücke werden anschließend wieder eingepflanzt, dürfen dabei jedoch nicht tiefer gepflanzt werden als sie vorher standen.

Kräuter wie Pfefferminze oder Estragon bilden Wurzelausläufer. Bei diesen Kräutern kann mit dem Spaten vorsichtig ein Stück Wurzel mit oberirdischen Trieben abgetrennt und an anderer Stelle wieder eingepflanzt werden. Die Vermehrung über einzelne ausgegrabene Wurzeln oder Wurzelstücke ist bei Liebstöckel, Meerrettich oder Sauerampfer möglich.

Saatgutgewinnung und Selbstaussaat

Leider lässt sich nicht jedes Gartenkraut vegetativ vermehren. Bei manchen Kräutern kommt man nicht umhin, jedes Jahr neu auszusäen. Wer Geld für Saatgut sparen möchte, kann ein oder zwei Pflanzen einer Art beziehungsweise einer Sorte zur Samengewinnung ausblühen lassen. Die ausgereiften Samen lagert man an einem trockenen Ort bis zur Aussaat im Frühjahr. Besonders einfach mit der Vermehrung ist es bei Kräutern wie Portulak, Chrysantheme oder Postelein. Diese samen an Ort und Stelle derart stark aus, dass man im nächsten Jahr dort ganz sicher wieder neue Pflanzen stehen hat.

Methoden der Vermehrung von Kräutern

Methode  Beispiele
Teilung der Staude: Wurzelballen samt Triebe werden geteilt und neu gepflanzt.  Melisse, Oregano, Schnittlauch, Indianernessel, Thymian, Katzenminze, Beifuß, Beinwell, Bergbohnenkraut, Eberraute, Pfefferminze, Süßdolde, Tripmadam
Wurzelausläufer oder Wurzelstücke: Ein Stück der Wurzel wird von der Mutterpflanze abgetrennt und neu gepflanzt. Pfefferminze, Estragon, Liebstöckel, Meerrettich, Sauerampfer, Beinwell
Selbstaussaat: Einige Pflanzen lässt man ausblühen und wartet, bis diese Samen ausgebildet haben, die sich von selbst aussäen. Portulak, Postelein, Chrysantheme, Ringelblume, Senf, Dill, Koriander, Borretsch und Kapuzinerkresse

 

Überwinterung im Freien und im Haus

Ein Großteil der mehrjährigen Kräuter, die hierzulande in unserem Garten wachsen, können auch im Freien überwintert werden. Problematisch wird es nur bei lang anhaltenden Kahlfrösten. Auch getopfte Kräuter reagieren sehr empfindlich auf extreme Kälte, da diese über die Topfwand sehr schnell zur Wurzel vordringen kann.

Im Freiland können Kräuter ganz einfach und kostengünstig mit Fichtenreisig oder Jutesäcken abgedeckt werden. Zum Schutz von Topfkräutern bieten sich Kokosmatten oder ähnliches dämmendes Material an, welches um die Töpfe gewickelt wird. Sehr frostempfindliche Kräuter wie einige Rosmarinsorten, Lorbeer oder Süßkraut müssen im Haus überwintert werden. Für weitere Tipps zur Überwinterung von Kräutern im Freien und um Haus siehe Linkliste unten.

Jörg Planer, Meckenheim |

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