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High-Tech mit Holz

Holz und Produkte aus Holzbestandteilen sind die Grundlage neuer Technologien, die auf verschiedenen Gebieten entwickelt wurden. Hier nur drei Beispiele, die die Breite der Entwicklung zeigen.

Thermoholz im Vergleich zu normalem Holz
Anubis100

Viskose – ganz neu

Apropos: Wussten sie, dass Viskose ein Holzprodukt ist (früher auch „Zellwolle“ genannt)? Ganz aktuell wurde zur Herstellung dieser Faser von einem österreichischen Unternehmen ein ökologisch optimiertes Verfahren (Lyocell-Verfahren) entwickelt: Die Lyocell-Faser wird in einem zu 99,5 % geschlossenen Produktionskreislauf hergestellt, der Wasserverbrauch sank auf einen Bruchteil. Rohstoff für die Herstellung ist Zellstoff aus Buchenholz.

Gegenüber der Herstellung von synthetischen Fasern auf Erdölbasis stehen nun eine ganze Reihe von Vorteilen zu Buche: Verwendung des nachwachsenden Rohstoffs Holz statt Verbrauch begrenzter Mineralölvorkommen; entsprechend keine Freisetzung zusätzlicher Kohlendioxidmengen, geringer Wasserverbrauch, kaum Umweltbelastung.

Thermoholz statt Tropenholz

Buchenholz galt bisher als ungeeignet für den Nassbereich oder für den Garten. Inzwischen gibt es aber bemerkenswerte Möglichkeiten, Buche und auch andere einheimische Holzarten als vollwertigen Ersatz für Tropenholz im Kontaktbereich mit Wasser zu verwenden. Eine Methode ist die thermische Modifizierung. Dazu wird das Holz mit einer "milden" Pyrolyse, das heißt unter Druck und Hitze so in seiner Struktur verändert, dass es auch bei regelmäßigem Wasserkontakt dauerhaft haltbar bleibt. So behandeltes Buchenholz kann die Dauerhaftigkeitsklasse 1 (wie Teakholz) erreichen und lässt sich damit auch für Gartenmöbel oder im Bad einsetzen (siehe Artikelbild oben).

Alles Holz ...

Ausgehend von dieser Grundidee entwickelte ein Allgäuer Hersteller von Holzfertighäusern Dämmmaterialien aus Holzhobelspänen. Die Fichten- und Tannenholzspäne werden mit naturbelassener Molke und Soda imprägniert, in die Fertigbauwände in Holzrahmenbauweise eingefüllt und mechanisch verdichtet. Nach Angaben des Herstellers werden damit auch die gesetzlichen Brandschutzbestimmungen problemlos erfüllt und das Dämmmaterial ist rückstandsfrei kompostierbar.

Rainer Schretzmann, aid |

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