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Wald – geliebt, genutzt und oft unterschätzt

Wald und Mensch – das ist für uns eine sehr emotionale Beziehung. Doch selbst in unserem waldfreundlichen Land wissen viele kaum etwas über den wichtigen Lebens- und Produktionsraum Wald.

Waldweg bei der Morgendämmerung
iStock.com / AVTG

Dabei wird die vermeintlich unberührte Wildnis seit Jahrtausenden vom Menschen geprägt. Aus dem Urwald früherer Jahrtausende ist längst eine Kulturlandschaft geworden. Hier entsteht ein wertvoller, sich selbst immer neu erzeugender Rohstoff, und dazu werden auch gleich noch saubere Luft, sauberes Wasser und biologische Vielfalt als "Koppelprodukte" mitgeliefert.

Die nachhaltige Waldwirtschaft ist zum Vorbild für eine verantwortungsbewusste, wirtschaftlich erfolgreiche Nutzung der Umwelt geworden, mit der einzig realen, nämlich der natürlichen „Verzinsung“ durch das Wachstum der Bäume.

Trotz seiner großen wirtschaftlichen Bedeutung ist der Wald sicher die natürlichste unserer Kulturlandschaften geblieben – und die Forstwirtschaft in Mitteleuropa ist das Paradebeispiel für eine umweltschonende Naturnutzung. Nachhaltigkeit – dieser Begriff steht für die langfristige, verantwortungsbewusste Nutzung und Erhaltung des Waldes.

Viele Ansprüche – ein Wald

War die Betrachtung der Nachhaltigkeit früher vor allem auf das Holz als Bau- und Brennstoff gerichtet, so ist der Ansatz heute wesentlich umfassender:
Wälder dienen als natürliche Ausgleichsräume, als Schutz- und Pufferzonen für Trinkwasser-, Immissions- und Lärmschutz, als sich permanent erneuernde Rohstoffquelle, als Lebensumfeld für viele Tier- und Pflanzenarten, als wichtiger Klimafaktor und nicht zuletzt als Erholungsraum für uns Menschen.

Die Breite dieses Angebotes an Leistungen macht den Reiz von Wald aus. Man sollte dabei aber die einzigartige Bedeutung des Holzes als Rohstoff nicht unterschätzen: Holz spielt gerade heute eine enorm wichtige und ökologisch herausragende Rolle als nachwachsender Rohstoff. Denn Holz ist die Grundlage für eine breite Palette von handwerklichen, industriellen, aber auch von High-Tech-Anwendungen.

Was bedeutet "Nachhaltigkeit"?

In seiner ursprünglichen Bedeutung beinhaltet der Begriff, dass dem Wald nicht mehr Holz entnommen wird, als auch wieder nachwächst. Das heißt, es muss gemessen werden, wie hoch der Holz-"Zuwachs" innerhalb eines bestimmten Zeitraumes (z. B. von 10 Jahren) in einem Wald ist. Innerhalb dieses Zeitraums soll hier entsprechend auch nicht mehr Holz genutzt werden.


Heute wird der Begriff in einem umfassenderen Sinn gebraucht. Hierzu gehören beispielsweise die Sicherung der Naturschutzaufgaben des Waldes oder auch die Bedeutung des Waldes als Trinkwasserspeicher.


In den letzten Jahren wurde der Begriff auch auf andere Fragestellungen außerhalb des Waldes ausgeweitet. So hat die UNO-Konferenz für Umwelt und Entwicklung (Rio de Janeiro, 1992) die nachhaltige Entwicklung im ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Bereich zum zentralen Leitbild der Weltentwicklung gemacht. Auf der Basis des Aktionsprogramms dieser Konferenz, der so genannten Agenda 21, haben sich auf der ganzen Welt und auch überall in Deutschland Aktionsgruppen gebildet, um dieses Ziel zu unterstützen.

 

Rainer Schretzmann, aid |

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