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Kulturelle Einflussfaktoren

Was in einer Gesellschaft gegessen wird, hängt maßgeblich davon ab, wo sie angesiedelt ist. Daher ist es in der Beratung wichtig, die kulturellen Besonderheiten zu berücksichtigen.

Paar Weißwürste, Senf und Brezel
Bernd Jürgens / Fotolia.de

Alligator zum Mittagessen? Was in einer Gesellschaft gegessen wird, hängt maßgeblich davon ab, wo sie angesiedelt ist. Geographische Einflüsse bestimmen sowohl die Verfügbarkeit von Lebensmitteln als auch die Vorlieben einer Bevölkerung. Letztere entstehen zu einem großen Teil durch den Kontakt und die Erfahrung mit bestimmten Speisen und Geschmacksrichtungen. Bei der Vorstellung Regenwürmer oder angebrütete Hühnereier essen zu müssen, reagieren die meisten mit Abneigung oder Ekel. Dies schützt vor fremden, eventuell gefährlichen oder giftigen Speisen.

Auch der Stellenwert eines Tieres in der Gesellschaft bestimmt, ob es als Lebensmittel angenommen wird oder nicht. Beispielsweise sind Hunde und Meerschweinchen beliebte Haustiere in Deutschland, kaum jemand möchte sie auf dem Teller haben. In anderen Kulturen dagegen gelten diese Tiere als Delikatesse.

Eine noch feinere Aufsplittung findet sich in den regionalen Unterschieden, auch sie prägen die täglichen Essgewohnheiten. In Süddeutschland findet man häufig Fleisch, Würste, Knödel und auch Süßspeisen auf den Speisekarten, wohingegen im Norden viele traditionelle Gerichte aus Fisch bestehen. Daneben nehmen beispielsweise auch die kulturell unterschiedlichen Schönheitsideale sowie die Religion maßgeblich Einfluss auf das Essverhalten.

Wichtig in der Beratung ist es, kulturelle Besonderheiten zu berücksichtigen. Strikte Verbote oder rein naturwissenschaftliche Empfehlungen sind nicht geeignet, um eine langfristige Verhaltensänderung zu erreichen. Vielmehr sollte darauf geachtet werden, den Klienten zielgruppenspezifische Möglichkeiten aufzuzeigen, die seiner Lebenswelt entsprechen.

Annalena Schraut, aid |

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