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Integrierter, ökologischer, kontrollierter Anbau: Was sind die Unterschiede?

Häufig findet man auf Lebensmittelpackungen Hinweise wie „aus kontrolliertem Anbau", „aus integriertem Anbau" oder „aus ökologischem Anbau". Was steckt hinter diesen Bezeichnungen?

Äpfel mit Kennzeichnung "Aus kontrolliert biologischem Anbau"
Fotolia.com / VRD u. vikakurylo81

Die zahlreichen Hinweise auf den Packungen über Herkunft und Kontrolle von Lebensmitteln sind teilweise sehr irreführend. In einigen Fällen werden sie sogar zur Verbrauchertäuschung eingesetzt. Wir erläutern im Folgenden kurz die Unterschiede.

„aus ökologischem Anbau"

Grundsätzlich gilt: Die Begriffe „bio", „öko", „biologisch" oder „ökologisch" sind gesetzlich geschützt. Dabei wird kein Unterschied zwischen „biologisch" und „ökologisch" gemacht. Das heißt alle Produkte, auf denen mit diesen Begriffen geworben wird - also auch die Bezeichnung „aus ökologischem Anbau" - stammen garantiert aus ökologischer/biologischer Landwirtschaft. Dies schreiben die EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau vor, die Mindestanforderungen für Erzeuger und Verarbeiter festlegt, sowie die Kontrolle dieser Kriterien regelt. Staatlich anerkannte Kontrollstellen prüfen mindestens einmal jährlich, ob auf dem Acker oder auch in den Büchern alles seinen rechten Gang geht. Echte Ökoprodukte sind immer auch an der Ökokontrollstellen-Nummer auf der Verpackung oder bei loser Ware wie Obst oder Gemüse an der Kiste bzw. am Regal zu erkennen.

Das heißt im Klartext: bei allem, wo nicht „bio" oder „öko" draufsteht, handelt es sich auch nicht um Öko-Produkte.

Detaillierte Informationen dazu finden Sie bei aid.de unter Bio-Lebensmittel         

„aus Integriertem Anbau", „aus kontrolliert Integriertem Anbau"

Ware „aus Integriertem Anbau" wurde in der Regel nach gleichnamigen Anbau- und Produktionsverfahren produziert. Die Integrierte Landwirtschaft bzw. der Integrierte Gartenbau ist einzuordnen zwischen der rein konventionellen Landwirtschaft, die hauptsächlich auf Produktivität ausgerichtet ist, und der ökologischen Landwirtschaft. Es werden vorzugsweise Methoden und Bewirtschaftungsmaßnahmen (Sortenwahl, Fruchtfolge, Anbautechnik, Düngung und Pflanzenschutz) verwendet, die möglichst geringe Auswirkungen auf die Umwelt haben, ohne jedoch alle Beschränkungen aus der ökologischen Landwirtschaft zu übernehmen.

Ein Großteil der heute in Deutschland produzierten Lebensmittel stammt aus Integrierter Landwirtschaft bzw. Integriertem Gartenbau. Das heißt, bei diesem Produktionsverfahren handelt es sich eigentlich um den Standard. Im Gegensatz zum Hinweis „aus ökologischem Anbau" ist der Hinweis „ aus Integriertem Anbau" kein gesetzlich geschützter Begriff. Das bedeutet, es gibt für den Integrierten Anbau keine gesetzlich vorgeschriebenen Regelungen oder Kontrollen wie etwa beim Ökolandbau. Die meisten Landwirte und Gärtner unterziehen sich freiwilligen Kontrollen durch unabhängige Organisationen und dürfen dafür mit dem Hinweis „aus (kontrolliert) Integriertem Anbau" werben.

„kontrolliert“, „aus kontrolliertem Anbau"

Die Deklaration "aus kontrolliertem Anbau" oder kurz „kontrolliert“ kann bedeuten, dass Vorschriften oder Richtlinien von Vertragspartnern oder Verbänden eingehalten werden (z. B. zu Art und Menge der Düngung und des Pflanzenschutzes). Für Konsumenten ist hierbei jedoch nicht direkt ersichtlich, welche Anforderungen dies sind. Diese werden nämlich ganz individuell zwischen den Vertragspartnern ausgehandelt. Wer es genau wissen möchte, kommt leider nicht umhin, sich direkt an den Hersteller des Produkts zu wenden und dort zu fragen, welche Anforderungen durch die Landwirte/Gärtner erfüllt werden müssen.

Autor: Jörg Planer, Meckenheim |

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