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Intelligente Verpackungen

Bei Lebensmittelqualität ist „Frische“ das meistgenannte Kriterium. Wesentlich präziser als das immer wieder kritisierte Mindesthaltbarkeitsdatum können Intelligente Verpackungen sein.

Zeit-Temperatur-Indikator OnVu
Bizerba

Auf der Suche nach der haltbarsten Putenbrust, der jüngsten Tiefkühl-Pizza oder der frischesten Milch taucht der qualitätsbewusste Kunde gerne mal in die Tiefkühltruhe ein oder räumt das Kühlregal von hinten nach vorne um. Denn wenn es um Lebensmittelqualität geht, ist „Frische“ das meistgenannte Kriterium.

Mindesthaltbarkeitsdatum: Kein Frischehinweis

Bei der Suche nach dem frischesten Produkt orientiert sich der Kunde neben dem Aussehen vor allem am Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD). Dieses Datum sagt allerdings nichts über die eigentliche Frische eines Lebensmittels aus. Bis zum Ablauf des MHD garantiert der Hersteller lediglich die erwarteten Produkteigenschaften, vorausgesetzt die empfohlenen Lagerungsbedingungen wurden eingehalten.
Wesentlich präziser als das immer wieder kritisierte Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) können Intelligente Verpackungen sein.

Intelligente Verpackungen mit Zeit-Temperatur-Indikatoren

Zeit-Temperatur-Indikatoren messen nicht die jeweilige Temperatur, sondern die über die Zeit erhaltene „Wärmedosis“, die für das Bakterienwachstum die entscheidende Größe darstellt. Kernbestandteil des Indikators ist eine besondere Druckfarbe mit photochromen Pigmenten. Diese werden beim Verpacken des Produkts durch Einstrahlung von UV-Licht „aktiviert“. Die UV-Dosis richtet sich nach der gewünschten Haltbarkeitsdauer. Danach wird das Label unter einer UV undurchlässigen Folie laminiert, sodass ein späteres Manipulieren durch UV-Licht nicht möglich ist. Der Farbton ändert sich in Abhängigkeit von Temperatur und Zeit, zum Beispiel von dunkelblau über hellblau bis zur Entfärbung. Die Verfärbung zeigt exakt den Produktzustand an, nämlich ob das Produkt frisch, noch zum Verzehr geeignet oder nicht mehr verzehrbar ist. Dabei verfärbt sich der TTI umso schneller, je weiter die ideale Lager- bzw. Transporttemperatur verfehlt wird.

Intelligente Verpackungen mit Frische-Indikatoren

Frische-Indikatoren sind Bestandteil der Verpackungsinnenseite und reagieren auf Stoffwechselprodukte, die beim Lebensmittelverderb entstehen: Kohlendioxid, Schwefeldioxid, Ammoniak, Alkohol, Giftstoffe oder organische Säuren. Ab einer bestimmten Menge der Stoffwechselprodukte verändert sich die Farbe des Indikators und macht auf den Verderb aufmerksam.

Und in Zukunft...

Eine spezielle Scannerkasse könnte den Frischezustand erfassen und auf dem Kassenbon dokumentieren; denn nach dem Kauf geht die Verantwortung für den angemessenen Transport und die richtige Lagerung des Lebensmittels ja auf den Verbraucher über. Flächendeckend eingesetzt könnten intelligente Verpackungen dazu beitragen, dass weniger Lebensmittel weggeworfen werden.

Warum gibt es das noch nicht?

Handel und Lebensmittelproduzenten setzen diese Verfahren kaum ein. Sie befürchten, der Konsument könnte Ware mit verfärbtem Frische-Anzeiger zurück ins Regal stellen oder das Vertrauen in eine Marke verlieren, wenn er bei ihr öfters auf farblich veränderte Etiketten trifft.

Die Lösung: Hersteller und Handel sollten ihre Skepsis überwinden, schließlich könnte das Einführen eines Frische-Labels einen echten Marktvorteil bescheren; Sind Verbraucher umfassend über die Vorteile informiert, können sie einen entsprechenden Nachfragedruck ausüben.

Weitere Informationen zu Lebensmittelverpackungen

Was passiert mit gebrauchten PET (Polyethylen)-Einwegflaschen?

Die meisten PET-Einwegflaschen werden zerkleinert und zu Recycling-PET verarbeitet. Da konventionell wiederverwertetes PET im Vergleich zum Ursprungs-PET eine geringere Qualität aufweist, eignet sich normales Recycling-PET nicht für Lebensmittelverpackungen. Es wird aus Ausgangsstoff für Fleece-Pullover, Teppiche, Schlafsäcke oder Dämmmaterialien eingesetzt oder dient als Brennstoff.

Seit einigen Jahren nutzen einige Firmen das so genannte Bottle-to-bottle-Recycling: Aus alten PET-Flaschen werden neue. Besondere Recyclinganlagen verarbeiten zerkleinertes PET zu hochreinem, lebensmittelechtem Recyclat. In einem „Super-Clean“-Reinigungsprozess werden alle Verunreinigungen aus dem PET entfernt, sodass das hochreine PET anschließend den lebensmittelrechtlichen Vorschriften für Materialien mit Lebensmittelkontakt entspricht.

Was sind Zeit-Temperatur-Indikatoren?

Zeit-Temperatur-Indikatoren zeigen dem Kunden, ob das Produkt in einer Verpackung frisch, noch zum Verzehr geeignet oder nicht mehr verzehrbar ist. Die Indikatoren kleben als Etikett auf der Verpackung und verändern ihre Farbe, wenn eingestellte Temperatur oder Lagerzeiten überschritten wurden. 

So funktioniert der Indikator: Kernbestandteil des Indikators ist eine besondere Druckfarbe mit wärme- und UV-lichtempfindlichen Pigmenten. Der Hersteller aktiviert diese beim Verpacken des Produkts durch Einstrahlung von UV-Licht. Die UV-Dosis richtet sich nach der gewünschten Haltbarkeitsdauer. Danach wird das Label unter einer UV-undurchlässigen Folie laminiert, sodass ein späteres Manipulieren durch UV-Licht nicht mehr möglich ist. 

In welche Mülltonne gehören kompostierbare Kaffeebecher?

Kompostierbare Kaffeebecher gehören in den Restmüll, da es derzeit in Deutschland kein eigenes Sammelsystem für bioabbaubare Kunststoffe gibt. Bioabbaubare Kunststoffe werden aus nachwachsenden Rohstoffen wie Mais gefertigt.

Und warum in den Restmüll? Die Bio-Kunststoffe sind nicht gerne in der gelben Tonne oder im gelben Sack gesehen, da sie die Recyclingprozesse des herkömmlichen Kunststoffs behindern. Auch in die Bio-Tonne gehören bioabbaubare Kunststoffe nicht, da der biologische Abbauprozess länger dauert als die Kompostieranlagen für den Bio-Müll vorsehen.

Was ist Schutzatmosphäre?

Schutzatmosphäre ist ein Gemisch aus natürlichen Gasen (Kohlendioxid, Stickstoff) in Lebensmittelverpackungen. Die Gase sollen schnell verderbliche oder sauerstoffempfindliche Lebensmittel wie Hackfleisch, Fertigsalat oder Kartoffelchips möglichst lange ohne zusätzliche Konservierungsstoffe frisch halten. 

So wird Schutzatmosphäre hergestellt: Eine Maschine tauscht die Luft in der Verpackung gegen eine Schutzgasmischung aus. Diese Mischung ist speziell an das verpackte Lebensmittel angepasst. Meist besteht sie aus Stickstoff, Kohlendioxid und Sauerstoff. Sauerstoffempfindliche Lebensmittel werden sauerstoffarm verpackt, um oxidative, enzymatische und mikrobiologische Vorgänge einzuschränken. Bei Fleisch ist der Sauerstoffgehalt höher, um die rote Fleischfarbe zu erhalten.

Welche Lebensmittelverpackungen enthalten Weichmacher?

Weichmacher sind Zusatzstoffe, die Kunststoffe, Klebstoffe oder Farben elastisch machen. Vor allem Kunststoffverpackungen wie Folien, Beutel oder Becher sind mit Weichmachern versehen. Aber auch in Papierverpackungen können Weichmacher enthalten sein, wenn sie beispielsweise bedruckt oder beklebt sind.

Weichmacher sind fettlöslich und können in geringen Mengen aus der Kunststoffverpackung in das verpackte Lebensmittel übergehen. Dieser Stoffübergang ins Lebensmittel ist bei fortpflanzungsgefährdend eingestuften Weichmachern wie DEHP (Di(2-ethylhexyl)phthalat) unerwünscht. So ist seit 2007 der Einsatz von DEHP in Verpackungen fetthaltiger Lebensmittel EU-weit verboten. Die unbedenklicheren Alternativen zu DEHP sind teurer. Ein Grund, weshalb DEHP teilweise noch in Verpackungen aus Nicht-EU-Ländern zu finden ist.

Woraus besteht eine Milchverpackung?

Ein Milchkarton ist eine Verpackung aus Verbundmaterial (Papier, Kunststofffolie, Aluminium). Der Karton stabilisiert die Verpackung und ist innen und außen mit einer dünnen Kunststofffolie aus Polyethylen überzogen, um den Karton vor Feuchtigkeit zu schützen.

Auf der Innenseite des kunststoffüberzogenen Kartons liegt eine Aluminiumschicht. Diese dient als Barriere für Licht, Aroma und Sauerstoff, damit die verpackte Milch lange haltbar bleibt. Ein weiterer Polyethylenüberzug auf der Aluminiumfolie verhindert, dass die Milch mit dem Aluminium eine chemische Reaktion eingeht.

Autor: Rüdiger Lobitz, aid

Autor: Rüdiger Lobitz, aid |

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