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Ist der Anbau von Reis klimaschädlich?

Der Reisanbau ist neben der Haltung von Wiederkäuern die zweitgrößte vom Menschen verursachte Quelle des Treibhausgases Methan – und damit klimaschädlich.

Reisbauer arbeitet in Reisfeld
iStock.com / LIN CHUN-TSO

Klimaschädlich ist besonders der Nassreisanbau. Bei diesem Anbauverfahren werden die Reisfelder zeitweise mit Wasser geflutet und es entstehen große Mengen an Methan. Methan (CH4) wirkt etwa 21 Mal stärker als Kohlendioxid (CO2), dem bekanntesten und mengenmäßig bedeutendsten Klimagas. Es ist damit das Treibhausgas mit der zweitgrößten Bedeutung.

Der größte Teil der Methan-Emission ist menschgemacht

Methan ist ein Gas, das in der Natur überall dort entsteht, wo Methan produzierende Mikroorganismen organisches Pflanzenmaterial zersetzen. Optimale Bedingungen für diese Mikroorganismen sind niedrige Sauerstoffkonzentrationen. Zu den Methanquellen zählen natürliche Quellen wie Sümpfe, aber auch durch den Menschen verursachte (anthropogene) Quellen. Es wird vermutet, dass etwa 60 Prozent der gegenwärtigen Methan-Emissionen anthropogenen Ursprungs sind. Die wichtigste anthropogene Quelle ist die Viehhaltung: Wiederkäuer, insbesondere Rinder, die bei der Verdauung Methan produzieren. Eine weitere wichtige Quelle ist der Nassreisanbau.

Weniger Nassreis wäre eine Lösung – doch schwer umzusetzen

Es gibt Anstrengungen, die Methanproduktion durch den Nassreisanbau zu reduzieren – zum Beispiel durch Anbauverfahren, bei denen die Fläche weniger bewässert werden muss. Das Problem ist jedoch: Reis ist eine der wichtigsten Nahrungspflanzen weitweit. Fast die Hälfte der Weltbevölkerung ist von der Reisernte abhängig und etwa 80 Prozent der Weltreisernte werden im Nassreisanbau erzeugt. Der Vorteil des Nassreisanbaus im Gegensatz zum Trockenreisanbau, der in geringem Umfang auch existiert, liegt in den wesentlich höheren Erträgen. Je nach Sorte, Anbauart und -gebiet sind durch den Nassreisanbau pro Jahr zwischen ein und drei Ernten möglich.

Autor: Jörg Planer, Meckenheim |

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