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Jauche und Gülle

Ein Großteil der Unfälle ist auf menschliches Versagen zurückzuführen.

(aid) – Im Jahr 2015 traten bei 92 Unfällen in Anlagen rund 9,6 Millionen Liter Jauche und Gülle unkontrolliert in die Umwelt aus. Das entspricht einer Zunahme um rund 2,8 Millionen Liter oder 41 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, berichtet das Statistische Bundesamt. Rund 60 Prozent dieser Ereignisse waren auf menschliches Versagen zurückzuführen.

Insgesamt wurden im Jahr 2015 etwa 2.600 Unfälle mit wassergefährdenden Stoffen gemeldet. Sie ereigneten sich etwa beim Transport der Substanzen, beim Lagern oder Abfüllen, bei der Herstellung, Behandlung, Verwendung oder auch beim Befördern innerhalb des Betriebs. Die Zahl der Unfälle ist im Vergleich zum Vorjahr zwar nahezu gleich geblieben aber die freigesetzte Menge hat um 31 Prozent auf 15,5 Millionen Liter zugenommen. 9,4 Millionen Liter, darunter 5,7 Millionen Liter Jauche, Gülle, Silagesickersaft, Gärsubstrat und ähnliche Stoffe (JGS), konnten nicht wiedergewonnen werden. JGS sind nicht in Wassergefährdungsklassen eingestuft. Bei größeren Mengen oder besonderen örtlichen Verhältnissen können sie aber dennoch zu einer Gefahr für Gewässer und Boden werden.

Die meisten Schadstoffe wurden im Jahr 2015 in Anlagen freigesetzt. Bei einem Drittel der Unfälle waren Materialmängel wie zum Beispiel Korrosion von metallischen Anlageteilen, Alterung von Anlageteilen aus sonstigen Werkstoffen sowie das Versagen von Schutzeinrichtungen die Hauptursache. Mehr als 1.800 Unfälle fanden bei der Beförderung von wassergefährdenden Stoffen, in erster Linie mit Straßenfahrzeugen, statt.

Heike Kreutz, www.aid.de

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