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Juicing

Frisch gepresste Säfte sind lecker und versorgen uns mit wichtigen Nährstoffen wie Mineralstoffen und Vitaminen. Bei der Entsaftung können Obst- und Gemüsesorten vielfältig kombiniert werden.

Gläser mit frisch gepresstem Saft
Dar1930 / Fotolia.com

Fünf Portionen Obst und Gemüse sollte man täglich essen, so die einstimmige Empfehlung von Ernährungswissenschaftlern. Das fällt manchmal schwer. Frisch gepresste Säfte sind eine praktische Möglichkeit, dennoch ausreichend lebensnotwendige Vitamine, Mineralstoffe und Co zu sich zu nehmen. Sie sind einfach zu verpacken, aufzubewahren oder zu transportieren und lassen sich schnell nebenher konsumieren.

Trend aus USA: Nach Smoothie kommt Juice

In den USA hat der Juice den Smoothie bereits abgelöst, in Deutschland ist er auf dem besten Weg dazu. Der Unterschied zwischen beiden ist: Smoothies werden aus den ganzen Früchten und Gemüsen hergestellt. Sie sind dadurch nicht nur sämig, sondern auch sehr sättigend.

Bei Säften hingegen werden die flüssigen von den festen Bestandteilen der Zutaten getrennt. Das Ergebnis ist ein erfrischend leichtes Getränk. Zugegeben: Die Idee, Früchte auszuquetschen und den Saft zu nippen, ist alles andere als neu. Doch wurden lange Zeit nahezu ausschließlich Orangen und andere Zitrusfrüchte kalt gepresst.

Neue Haushaltsgeräte zur Saftherstellung

Saftpresse die Saft von Trester Trend
Eine elektrische Saftpresse, die den Saft getrennt vom Trester sammelt

Eine manuelle Handpresse oder ein Aufsatz für die Küchenmaschine gehört den meisten Haushalten zur Grundausstattung. Haushaltstaugliche elektrische Zentrifugen und Pressen haben in den letzten Jahren das Spektrum der Möglichkeiten erheblich erweitert. Sie machen die Verarbeitung von Obst und Gemüse aller Art möglich, noch dazu mit wenig Aufwand. Parallel dazu wuchs und wächst die Aufmerksamkeit für regionale, heimische Produkte. Und dann ist da auch noch der ungebrochene Wellness-Trend. All diese Entwicklungen zusammen haben die allgemeine Juice-Begeisterung mächtig beflügelt.

Der Markt greift den Saft-Trend auf

Saft-Bars boomen, Rezeptbücher ebenfalls. Und die Werbung überbietet sich mit Heilsversprechen. Juice soll schöne Haut und schöne Haare machen, den Körper entgiften, die Verdauung befördern und die Stimmung aufhellen. Vor allem Green Juice, dem Super-Star unter den Säften, werden all diese positiven Wirkungen zugeschrieben. Und zumindest in Amerika ist der Super-Super-Star bereits am Horizont sichtbar: Black Juice – Obst- oder Gemüsesaft aufgepeppt mit Aktivkohle soll den Körper noch besser entgiften.

Saft bringt Abwechslung in die Frischeküche

Wissenschaftlich belegt sind diese Wunderwirkungen der Säfte nicht. Oder anders gesagt: Nach heutigem Kenntnisstand kann frisch gepresster Saft nichts, was ganze Früchte und ganzes Gemüse nicht auch können. Er ist im Rahmen einer ganzheitlichen, vollwertigen Ernährung kein Muss, richtet jedoch auch keinen Schaden an. Er ist gesund, schmeckt und bringt Abwechslung in die Frischeküche. Es spricht also nichts dagegen, ab und zu den Entsafter anzuwerfen. Der Herbst mit seiner reichen Ernte bietet die perfekten Voraussetzungen, um nach Lust und Laune zu kombinieren und zu genießen.

Weitere Informationen zum Juicing

Was ist von Getränken von Saftbars zu halten?

Unterwegs ist ein an der Saftbar gepresstes Getränk eine verlockend bequeme Alternative.
Angesichts der immer wiederkehrenden Diskussion über eine mögliche Belastung durch Keime oder Pestizide hat Stiftung Warentest im Jahr 2012 Orangensäfte von Saftbars unter die Lupe genommen. Ihr Fazit: Diese können mit gutem Gewissen genossen werden. Nur in einem der Produkte hatten die Prüfer mikrobielle Belastungen entdeckt.

Licht und vor allem Wärme begünstigen mikrobielle Veränderungen im Getränk. Offen und ungekühlt in der Theke stehende Krüge mit fertigem Saft sind deshalb keine guten Frische-Anzeichen. Im Idealfall wird der Wunsch-Saft frisch aus gekühlten, sichtbar gewaschenen Früchten gepresst. Ein Wasseranschluss, saubere Ablagen und geputzte Maschinen sind weitere Hinweise darauf, dass es dem Verkäufer mit der Hygiene ernst ist.

Wie wertvoll ist Juice für die Gesundheit?

Frisch gepresster Saft enthält fast alle Inhaltsstoffe, die auch ganzes Obst und Gemüse so wertvoll machen – Vitamine, Mineralstoffe, Enzyme, sekundäre Pflanzenstoffe und Ballaststoffe. Doch viele von ihnen sind empfindlich gegenüber Sauerstoff, Hitze und Licht. Sie können beim Entsaften zum Teil verloren gehen. Außerdem bleiben Substanzen aus den äußeren Schichten oder der Schale im Trester, zum Beispiel ein Teil der Ballaststoffe. Dadurch sind Säfte bekömmlicher und weniger sättigend als ganze Früchte. Nur: Wir nehmen ohnehin zu wenige Ballaststoffe zu uns. Und die braucht der Körper u. a. für eine geregelte Verdauung.

Wer alle gesundheitlichen Vorteile mitnehmen will, sollte Obst und Gemüse als Ganzes verzehren. Das stärkt zugleich Kaumuskeln und Zahnfleisch und regt die Speichelproduktion an. Zur Abwechslung kann ab und zu eine der empfohlenen fünf Tagesportionen durch ein Glas Saft beglichen werden. Das gilt dann angesichts der Nährstoffdichte nicht als Getränk, sondern als Mahlzeit.

Auf was muss ich bei der Zubereitung achten?

Nur reife, einwandfreie und gründlich gewaschene Früchte und Gemüse dürfen in den Entsafter. Steinobst wird entkernt und Trauben entstielt. In die Einfüllschächte von vielen Pressen passen große Ingredienzien wie etwa der ganz Äpfel nur zerkleinert hinein. Der Saft von Zentrifugen sollte innerhalb von einer halben Stunde verzehrt werden. Bei dieser Verarbeitungsmethode kommt das Saftgut mit besonders viel Sauerstoff in Berührung. Durch die Oxidation gehen Geschmack und Vitamine verloren. Saft aus der elektrischen Presse ist in einem dicht verschlossenen Gefäß im Kühlschrank gut einen Tag haltbar. Soll der Saft als Vorrat dienen, dann muss er erhitzt werden. Das geht am besten mit einem Dampfentsafter. Wer mit Bedauern auf einen großen Haufen Trester blickt: Der muss nicht auf dem Kompost enden. Je nach Zutaten ist er eine leckere Füllung für süßes oder pikantes Blätterteiggebäck. 

Welche Zutaten eignen sich zum Entsaften?

Klassisches Saftgut sind Zitrusfrüchte. Im Zuge der Öko-Welle gewann dann frisch gepresster Apfelsaft an Bedeutung. Und mit dem aktuellen Juicing-Trend finden nahezu alle Obst- und Gemüsesorten den Weg in den Entsafter. Dabei kann man nach Belieben und Verfügbarkeit die Zutaten und Mischungsverhältnisse variieren. Prima Partner sind etwa Äpfel und Sellerie, Mango und Möhre, Birne und Sanddorn oder Tomate und Pfirsich. Genau wie bei den Smoothies sind grüne Zutaten mega-angesagt. Der Grund: Drinks aus Kohl und Salat, Wildkräutern und Blattwerk von Wurzelgemüse gelten als super-gesund, weil sie eine besonders üppige Portion an sekundären Pflanzenstoffen enthalten. Für manch einen Gaumen sind Kreationen wie Apfel-Löwenzahn oder Mango-Spinat allerdings gewöhnungsbedürftig. Außer Obst und Gemüse sind zwei Ergänzungen erlaubt: Mit Mineralwasser wird der Saft verlängert. Ein paar Tropfen Öl verbessern den Geschmack und sorgen dafür, dass der Körper fettlösliche Vitamine besser aufnimmt. 

Welche Unterschiede gibt es bei Entsaftern?

Saftzentrifugen zerkleinern das Saftgut mit einer Reibe und schleudern den Saft durch die  Zentrifugalkraft durch ein Sieb. Mit deutlich unter 100 Euro sind solche Geräte recht günstig zu haben. Ihr großer Nachteil: Sie arbeiten ziemlich laut. Elektrische Saftpressen zerquetschen die Zutaten mit einer Schnecke oder gegenläufigen Walzen und pressen den Saft durch ein Sieb. Die Umdrehungszahl ist geringer als die der Zentrifugen. So dauert das Entsaften länger, ist jedoch auch schonender. Rund 150 Euro sollte man für eine Saftpresse einplanen. Dampfentsafter sind perfekt für große Mengen und zur Konservierung. Nur: Durch die Hitze leiden die Vitamine. Zudem dauert das Entsaften lange. Mechanische Fruchtpressen eignen sich nur für einzelne Früchte.

Die Ausbeute hängt bei allen Entsaftern vom Grad der Zerkleinerung und der Presskraft ab. Große Unterschiede gibt es bei Tempo und Lautstärke der Verarbeitung, dem Komfort und dem Preis. Orientierungshilfen sind die Tests der Stiftung Warentest. 

Autorin: Eva Neumann, Berlin |

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