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Kalk

Kalk verbessert die Bodenstruktur sowie den Wasser- und Lufthaushalt. Eine optimale Kalkversorgung ist daher die Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Pflanzenproduktion.

Großmaschine Kalkstreuer Acker
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Kalk hat im Gegensatz zu Stickstoff, Kalium oder Phosphor keine direkte Wirkung auf den Ertrag. Daher wird die Kalkung landwirtschaftlicher Flächen nicht selten vernachlässigt. Aus pflanzenbaulicher Sicht ist das jedoch ein grundlegender Fehler, denn mit seinen vielfältigen Funktionen trägt Kalk direkt und indirekt zur Bodenfruchtbarkeit bei, reguliert den pH-Wert des Bodens und fördert das Bodenleben.

Durch die Kalkdüngung werden dem Boden Kalzium-Ionen zugeführt, die sich an die Tonteilchen des Bodens anlagern und damit eine voluminöse, aber sehr stabile Bodenstruktur bilden. Die Kalzium-Ionen verbinden sich aber nicht nur mit Ton- sondern auch mit Humusteilchen und bilden auf diese Weise stabile „Brücken“ zwischen den Bodenbestandteilen – sogenannte Ton-Humus-Komplexe. Durch diese besondere Eigenschaft trägt der Kalk entscheidend zur Verbesserung des Luft- und Wasserhaushalts bei. Der Boden kann mehr Wasser aufnehmen und speichern. Dies vermindert den oberflächigen Wasserabfluss und reduziert die Verschlämmungs- und Erosionsgefahr. Durch die stabilen Verbindungen zwischen den Bodenteilchen werden die Böden zudem tragfähiger und verdichten weniger. Gleichzeitig führt der verbesserte Luft- und Wärmehaushalt dazu, dass der Boden schneller abtrocknet und sich rascher erwärmt.

Kalk reguliert den pH-Wert

Doch Kalk kann noch mehr. Er puffert im Boden Säuren ab und wirkt daher grundsätzlich einer Versauerung entgegen. Sehr wichtig ist diese Wirkung für die Nährstoffverfügbarkeit des Bodens. Denn die meisten Pflanzennährstoffe haben im Bereich von pH 5,5 bis 7,0 eine optimale Löslichkeit. Besonders Phosphat reagiert deutlich auf zu geringe pH-Werte: Unterhalb von pH 5,5 nimmt die Phosphatverfügbarkeit deutlich ab.

Sinkt der pH-Wert sogar unter 5 werden verstärkt Aluminiumverbindungen gelöst, die den Pflanzenwurzeln direkt schaden können. Auch Schwermetalle sind bei niedrigen pH-Werten im Boden verstärkt pflanzenverfügbar, was besonders in Regionen mit schwermetallreichen Ausgangsgesteinen oder bedeutenden anthropogenen Schadstoffeinträgen zu Problemen führen kann. Hier kann eine Kalkung wesentlich zur Qualitätssicherung beitragen.

Kalk fördert das Bodenleben

Der optimale pH-Bereich für Bodenorganismen, wie Bakterien, Pilze, Würmer oder Tausendfüßler liegt meist im schwach sauren bis neutralen Bereich zwischen pH 6 und pH 8. Das heißt, nur in gut kalkversorgten Böden finden diese nützlichen Helfer optimale Bedingungen. Dort können sie sich rasch vermehren und die organische Substanz des Bodens in wertvollen Dauerhumus umbauen.

Kalkformen und Einsatz

Die auf dem Markt angebotenen Düngerkalke unterscheiden sind nicht nur in ihrer Herkunft, sie haben auch unterschiedliche Inhaltsstoffe und Wirkungszeiten. Kohlensaure Kalke haben in Deutschland mengenmäßig die größte Bedeutung. Gemeinsam mit den Branntkalken erreichen sie einen Anteil von rund 75 Prozent. Diese ausschließlich aus natürlichen Lagerstätten gewonnen Kalke sind in ihrer Wirkung eher langsam. Zu den schnell wirkenden Kalken zählt der aus der Zuckerrübenverarbeitung stammende Carbokalk. Daneben existieren Industriekalke wie Hütten- und Converterkalke. Auch Sekundärrohstoffe, wie Komposte oder kalkkonditionierte Klärschlämme können je nach Herkunft hohe Kalkmengen enthalten.

Jörg Planer, Meckenheim |

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Kalkstreuer im Einsatz
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Ackerbau

Kalk verringert Schwermetallaufnahme

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