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Kaufen Sie Ihre Milch beim Landwirt vor Ort

Da ist er wieder, der Reflex der vergangenen Jahre: Verbraucher sollen doch bitte schön nicht immer zur billigsten Milch im Regal greifen, das würde den Milchproduzenten ganz enorm helfen.

Milchgläser
aid

(aid) – Da ist er wieder, der Reflex der vergangenen Jahre: Verbraucher sollen doch bitte schön nicht immer zur billigsten Milch im Regal greifen, das würde den Milchproduzenten ganz enorm helfen. Das hört man in diesen Tagen immer wieder und wie so oft wird eine Empfehlung nicht dadurch sinnvoll, dass man sie oft genug wiederholt. Denn warum sollte er das tun, wenn nicht erkennbar ist, ob überhaupt und wenn wie viel von dem Mehrpreis wirklich beim Erzeuger ankommt.

Nicht nur foodwatch hat zuletzt darauf hingewiesen, wie wenig aussagekräftig der Ladenpreis für Milch für einen Verbraucher ist. Viele möchten die Landwirte, von denen er oder sie weiß, dass ihnen das Wasser bis zum Hals steht, unterstützen und dafür sorgen, dass bessere Preise gezahlt werden. Das kann er aber nur, wenn ihm offen gelegt wird, wie das für die konkrete Milch seiner Wahl aussieht. Stünde auf der Packung: „Wir zahlen unseren Landwirten x Cent pro Liter mehr als derzeit am Markt üblich“, dann wäre das eine entscheidungsrelevante Information. Haben Sie so eine Packung schon mal gesehen? Wenn ja, dann schicken Sie sie bitte an den aid!

So lange Politik, Molkereien und der Lebensmitteleinzelhandel sich hinter bunten Kühen auf Packungen verstecken, gibt es nur wenige wirklich sinnvolle Empfehlungen. Unsere sind: Kaufen Sie Ihre Milch wann immer möglich beim Landwirt vor Ort! Nutzen Sie Milchtankstellen bzw. Automaten! Kaufen Sie Bio-Milch, vor allem solche, die von lokal arbeitenden Molkereien stammt und von Molkereien die einen fairen Milchpreis bezahlen! Denn auch Bio-Milchbauern werden nicht immer angemessen bezahlt.

Ja, manchmal klappt das mit der Marktmacht der Verbraucher, z. B. bei den Eiern aus der Käfighaltung. Warum hat es funktioniert? Weil es drauf stand. Im Fall der Milch warten wir – ich fürchte vergeblich – auf die erste Molkerei, die es trotz Milchschwemme mal mit einer aussagekräftigen Kennzeichnung für den Verbraucher versucht. Zahle bessere Preise und informiere den Konsumenten darüber. Dann kann es funktionieren mit den Verbrauchern, die sich richtig entscheiden.

Britta Klein, www.aid.de

Weitere Informationen:

www.foodwatch.org/uploads/media/2016-05-30_Marktcheck-Milchpreise_01.pdf

Göttinger Studie: Verbraucher wollen faire Preise für Milch, Fleisch und Backwaren
www.uni-goettingen.de/de/3240.html?cid=5501

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