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Kennzeichnung bei Fisch und Meeresfrüchten

Für Allergiker kann eine fehlerhafte Etikettierung unangenehme Folgen haben. Zudem ist eine korrekte Kennzeichnung wichtig, um bedrohte Arten zu schützen.

Fischtheke
Joshhh / Fotolia.com

(aid) – Fisch und Krebsprodukte sind häufig nicht korrekt gekennzeichnet. Das hat eine Untersuchung der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung in Wilhelmshafen ergeben. Für Allergiker kann eine fehlerhafte Etikettierung unangenehme Folgen haben. Zudem ist eine korrekte Kennzeichnung wichtig, um bedrohte Arten zu schützen.

Die Wissenschaftler hatten die Kennzeichnung von 118 Produkten kontrolliert. Es handelte sich um frischen und eingelegten Fisch, Konserven, Tiefkühlprodukte und Tiernahrung, die in Supermärkten und bei lokalen Fischhändlern im Nordwesten Deutschlands angeboten wurden. In der Europäischen Union muss auf einem Fischprodukt die kommerzielle Bezeichnung des Tieres, die Produktions- und Fangmethode, das Fanggebiet und die wissenschaftliche Artbezeichnung angegeben sein. Die Fisch- und Meerestierarten wurden mit Hilfe des DNA-Barcoding bestimmt. Bei dieser Methode werden die Produkte anhand genetischer Identifizierungscodes mit bekannter Erbinformation verglichen.

Jedes zehnte Erzeugnis war falsch oder irreführend gekennzeichnet, schreiben die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift „Food Control“. Im Supermarkt war die Etikettierung exakter (4,4 %) als beim lokalen Fischhändler (7,7 %). Bei fünf Proben gehörten die Meerestiere einer anderen Gattung an. So wurde in einem lokalen Fischgeschäft der kostengünstige Schwarze Heilbutt (Reinhardtius hippoglossoides) als Heilbutt (Hippoglossus hippoglossus) verkauft. Der Ölfisch (Ruvettus pretiosus) war als Buttermakrele (Lepidocybium flavobrunneum) etikettiert. Der Ölfisch ist zwar essbar, kann aber aufgrund des hohen Ölgehalts Magen-Darm-Beschwerden und Kopfschmerzen hervorrufen. Der in einem Supermarkt als Atlantischer Lachs (Salmo salar) gekennzeichnete Fisch war tatsächlich ein Buckellachs (Oncorhynchus gorbuscha). Bei zwei Proben wurde eine andere Art festgestellt, die aber der gleichen Gattung angehörte. Allerdings waren diese Ergebnisse aufgrund der nahen Verwandtschaft nicht eindeutig. Vier weitere Produkte wurden beanstandet, da die Angaben auf dem Etikett nicht den offiziellen Handelsnamen entsprachen.

Wenn in einem Produkt mehrere Arten vorhanden waren, gestaltete sich die Artbestimmung schwierig. Das war etwa bei einer Thunfischpizza der Fall. Auch bei stark verarbeiteten Produkten waren die Ergebnisse unsicher und die ansonsten sichere Methode des DNA-Barcoding nicht ausreichend. Die DNA kann durch Hitzeeinwirkung, Öl oder Säure zerstört werden.

Heike Kreutz, www.aid.de

Weitere Informationen:

www.senckenberg.de

http://dx.doi.org/10.1016/j.foodcont.2016.10.016

http://www.aid.de/inhalt/fisch-1808.html

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